Optimismus aus Flensburg:
Man kann immer so viel gewinnen wie man verloren hat.
09.03.2005 22:31 -
22:36 im Viertelfinal-Hinspiel in Montpellier. Ein Desaster für die SG Flensburg-Handewitt und zudem wohl das Ausscheiden in der Champions League oder?
Thorsten Storm: Natürlich war das ganze Wochenende und vor allem das Spiel eine einzige Katastrophe. So etwas wird uns nie wieder passieren. Die Mannschaft hat seit dem 19. Oktober in der Bundesliga kein Spiel mehr verloren - und im Final Four stehen wir auch. Für die Champions League gilt: Man kann immer so viel gewinnen, wie man verloren hat. Die Mannschaft wird sich zerreißen. Und wenn Montpellier uns mit 14 Toren schlagen kann, dann können wir das auch mit 15 Toren schaffen. Wenn ich nicht an unseren Erfolg glauben würde, dann könnte ich die Arbeit ja einstellen und morgens im Bett liegen bleiben.
Ist da nicht mehr der Wunsch der Vater des Gedankens?
Thorsten Storm: Natürlich ist das eine Menge Holz und sehr schwierig. Aber Celje zum Beispiel hat im letzten Jahr 13 Tore gegen Ademar Leon aufgeholt und wurde später Champions-League-Sieger. Wir sind alle Profis - da ist für andere Gedanken gar kein Platz. Es gibt noch eine Menge Ziele in dieser Saison. Das nächste Ziel heißt am Sonntag Montpellier.
Was macht Sie so optimistisch. Die Leistung in Montpellier kann es nicht sein?
Thorsten Storm: Wir sind hier erfolgreich als Team. Wir gewinnen zusammen, und wir verlieren zusammen. Der Manager gehört dazu, ebenso der Trainer und auch die Sponsoren. Eine eminent wichtige Rolle spielen auch unsere Fans. Ihre Rückendeckung macht die Mannschaft stark. Hier hat die SG gegenüber vielen anderen Mannschaften einen großen Vorteil. Am Sonntag werden wir ein ganz anderes Spiel erleben. Das ist auch eine Charakterfrage.
Woran hat es denn in Montpellier gelegen?
Thorsten Storm: Wir nehmen da intern kein Blatt vor den Mund. Aber eben nur intern. Es sind oft Kleinigkeiten. Die Mannschaft geht damit sehr kritisch um. Wir waren nicht gut vorbereitet auf einen solchen Angriff und nicht heiß genug. Man muss jeden Gegner ernst nehmen und 100 Prozent geben. Aus dieser Blamage werden wir unsere Lehren ziehen. Die Saison dauert jetzt noch knapp drei Monate. Die Mannschaft hat es selbst in der Hand einer großen Saison eine weitere folgen zu lassen. Jetzt müssen sich aber alle gemeinsam den Arsch aufreißen und als Kollektiv dem Handball alles unterordnen - nur dann ist alles möglich.
Was erwartet uns am Sonntag im Rückspiel?
Thorsten Storm: Die Mannschaft wird 60 Minuten Volldampf machen. Das Rückspiel gegen Montpellier hat schon am Montag auf der Rückreise begonnen. Wenn mir vor dem Spiel in Montpellier einer gesagt hätte, dass wir mit 14 Toren verlieren würden, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Andererseits: Wir können am Sonntag auch ein Stück Handball-Geschichte schreiben.
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Von: sg
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