Beiträge von nicnamejue

    Dass sich ein Nachwuchszentrum mit Zweitligateam nicht dauerhaft qualitativ auf Spitzenniveau betreiben lässt zeigt das Beispiel HCL. Von dort kommt nicht mehr viel.

    interessanter Gedanke. Ich sehe es tendenziell genau andersrum: von A Jugend in die 1. BL ist für nahezu alle Spielerinnen ein zu großer Sprung. Besonders deutlich in Bietigheim zu beobachten, wo das dazu führt, dass alle Talente abwandern und letztlich die komplette Jugend ausblutet. Die Mädels suchen sich nach meiner Beobachtung idR ab der B einen Verein mit ambitioniertem, aber auch realistisch erreichbarem Damenteam. Also 2. oder 3. Liga. Nach 2-3 Aufbaujahren kann dann mit 20, 21 der nächste Schritt angegangen werden.

    Kann mich mal einer aufklären?

    Warum dürfen die Spielerinnen für ihre Leistungen nicht kritisiert werden? Hier im Forum werden sie immer als Göttinnen dargestellt, die unantastbar sind.

    Teilweise muss ich Ricky schon zustimmen. Wenn schlechte Leistungen gezeigt werden, dann muss eine Spielerin doch auch mit der Kritik umgehen können. Ist in anderen Sportarten doch auch nicht anders. Aber hier im Forum habe ich den Eindruck, dass bestimmte Mitglieder sich immer gleich persönlich angegriffen fühlen, wenn eine Spielerin kritisiert wird.

    Ich bin der Meinung Kritik ist bis zu einem bestimmten Punkt auch Teil des Sports.

    Zweifelsohne hast du recht, sachliche Kritik muss erlaubt sein. Mir fällt allerdings auch auf, dass sehr viel mehr kritisiert wird, als dass man sich hier auch mal positiv äußern würde. Schließlich gibt es in jedem Spiel, in dem es einen Verlierer gibt, auch einen Gewinner. Also müsste es doch genau so viel zu Loben geben. Das geschieht jedoch nach meinem subjektiven Eindruck viel seltener. Vielleicht doch, weil es mehr Spaß macht, zu kritisieren?

    Die Spielerinnen müssen mit Kritik leben. Sie haben sich auch freiwillig dazu entschieden, in der Handball Bundesliga zu spielen. Falls sie nicht damit umgehen können, sollen sie sich einen anderen Beruf suchen. Wenn ich meine Arbeit nicht richtig mache, werde ich auch kritisiert.

    Keine Ahnung, was du beruflich machst, aber vermutlich gibt es kein Forum, in dem über deine Tagesform öffentlich diskutiert wird....? :/:

    Da gebe ich Dir Recht. Aber dann sind die Vereine in der Verantwortung sich nicht nur um Spieler- sondern auch Schiedsrichternachwuchs zu kümmern.

    Ich gebe Dir recht, möchte aber auch erwähnen, dass auch das zwei Seiten hat. So hatte meine Tochter z.B Interesse, einen Schiedsrichterlehrgang zu belegen. Die zeitliche Bindung, was spätere Einsätze und Entfernung dieser Einsätze anbelangt hätte machten es aber unmöglich, parallel zu ihrer aktiven Laufbahn als Spieler auch noch eine Schiedsrichterlaufbahn zu beginnen. Hier wäre ein "Schiedsrichter light" sehr sinnvoll, um zu hohe Eingangshürden zu überwinden. z.B in der Art, dass Jungschiedsrichter die Anzahl ihrer Einsätze selber begrenzen können, oder auch die Entfernung. Denn schließlich müssen Nachwuchs-Schiedsrichter, solange minderjährig, auch noch von ihren Eltern zu weiter entfernten Einsatzorten gefahren werden und somit sind auch die Eltern wiederum noch mal mehr in der Pflicht. Mit kleinen Änderungen dieser Dinge könnte man schon einiges erreichen.

    Hier sind die Verbände gefordert, nicht die Vereine.

    richtig, was du zu den Schiedsrichtern dchreibst. Bei uns ist wegen des Schiedsrichtermangels seit dieser Saison auch in der D-Jugend der Einsatz von Laienschiedsrichtern erlaubt, wie du schreibst, meist C oder B Jugendliche. Für mich ist das das sensible Alter wo auch gerade den Schiedsrichtern enorm viel Bedeutung zukommt, um den Kids richtiges Handball beizubringen. Das unterbleibt nun weitgehend, mit der Folge, dass technische Fehler (zB Schritte) angewöhnt und später nie mehr abtrainiert werden können.

    Zickenbändiger, ehrliche Frage: Siehst du es auch so, dass es zudem am "Handballspiel" krankt, weil in den Auswahlmannschaften und bei den Sichtungsturnieren darauf gesetzt wird, dass die "Auserwählten" alles dürfen und der Rest nur Staffage ist? Daraus resultiert meiner Meinung nach nämlich auch ein großes spielerisches Defizit, was den anderen Mannschaften die Verteidigung einfach macht und dann zu schlechter Wurfauswahl führt, weil man nie richtig gelernt hat, auch andere einzusetzen.

    Aus meiner beschränkten eigenen Erfahrung kann ich nicht bestätigen, dass bei Sichtungen nur die größten Hoffnungen Aktionen setzen dürfen. Dass es das gibt, zweifel ich aber gar nicht an, gehört habe ich das auch schon.

    Was ich jedoch auch schon häufig beobachtet habe, ist, dass auch schon im Verein zu wenig Wert auf Zusammenspiel und Zuspiel gelegt wird. Das fängt schon damit an, dass Rückraum und Außen zu oft getrennt trainieren und so nie (selten) die komplette Mannschaft einbezogen wird. Folge ist, dass sich der Rückraum im Spiel in der Mitte festrennt, während die Außen einen schlaffen Winkearm bekommen. Bis das der Rückraum registriert, ist es idR zu spät. Dann heißt es wieder, über Außen ging heute auch wieder nicht viel. :wall:

    Wir kommen vom Thema WM ab, sorry. :unschuldig:

    Keine Übertragung von Deutschland-Schweden im ÖR. Michelmann dazu:

    „Ich finde, dass es höchste Zeit für eine Live-Übertragung der deutschen WM-Spiele bei ARD und ZDF ist. Das ist eine Aufforderung. Das sage ich als DHB-Präsident, aber auch als Sprecher von Teamsport Deutschland“, sagte Michelmann dem Sport-Informations-Dienst in Herning: „Unsere Frauen haben es mehr als verdient, gezeigt zu werden. Und zwar nicht nur anderthalb Minuten im Nachklapp.“

    Das DHB-Team, das fünf seiner bisherigen sechs WM-Spiele gewonnen hat, trifft im Viertelfinale am Mittwoch (17.30 Uhr) auf den EM-Fünften Schweden. Die Partie wird wie alle WM-Spiele bei Sportdeutschland.TV im Internet gestreamt. „Sportpolitisch und sportfachlich ist das als Schulnote für die öffentlich-rechtlichen Sender eine glatte Fünf“, sagte Michelmann: „Es herrscht auf der einen Seite eine Monokultur und auf der anderen Seite werden die Trends völlig verschlafen. Mit ihrer Monokultur aus Fußball und Olympischen Spielen liegen sie so schon seit Jahren daneben.

    Man sollte darüber reden, so der DHB-Präsident, „ob man zum Beispiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft – egal ob der Männer oder der Frauen – jedes Spiel Uganda gegen Tadschikistan zeigen muss, wenn die eigene Mannschaft in der Vorrunde schon ausgeschieden ist.“ Es sei „keine Kunst, zehn Millionen Zuschauer zu haben, wenn ich dafür vielleicht vorher 100 Millionen Euro ausgegeben habe. Vielleicht sind fünf Millionen Zuschauer, wenn ich dafür nur 250.000 Euro ausgegeben habe, auch nicht so schlecht.“

    Das ist zwar richtig, aber aus Erfahrung kann ich Dir sagen, dass das gar nicht das Problem ist, sondern die Tatsache, dass viele Talente gar nicht gesichtet, entdeckt, mitgenommen, gefördert werden. Es fehlt an "Talentscouts", die aktiv durch die Hallen ziehen und sich die Spieler anschauen. Gerade im Alter ca. D-Jugend sind sich viele gar nicht bewußt, dass sie (überdurchschnittliches) Talent haben. Die Spieler nicht, die Eltern nicht - und bei den Trainern bin ich mir manchmal nicht sicher, ob es denen egal ist, oder ob die mit Absicht drüber weg sehen. Die Diskussion "Abstellung von Spielern an Fördergruppen" hatten wir hier erst kürzlich wieder an anderer Stelle.

    weitere Details über die Umorganisation der Jugendbundesliga im Fußball. Besonders interessant finde ich, dass 1. bewusst eine deutliche Ausweitung der Vereine auf der obersten Ebene eingeführt wird (mehr Staffeln), um mehr Talente mitzunehmen und keines zu verlieren, und 2. dass der Name "Bundesliga" bewusst abgeschafft wird, weil sich die Spieler sich zu viel darauf eingebildet und wohl auch ausgeruht haben.

    Der Handball geht da, wie wir hier schon diskutiert haben, einen komplett gegensätzlichen Weg: 1. Konzentrierung auf weniger (Leistungs)Zentren, in Folge Fokus auf weniger Spielerinnen und die Einführung einer wB Buli und 2. auch hier eine Konzentration auf wenige.

    Ich bin skeptisch, ob das der richtige Weg ist.

    Abschaffung der Junioren-Bundesligen: Noch eine Reform im Nachwuchs
    Die besten deutschen U19- und U17-Junioren spielen künftig nicht mehr in einer Bundesliga, sondern in einer DFB-Nachwuchsliga. Was steckt hinter diesem Projekt?
    www.sportschau.de

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    Insgesamt klingt das ja erst einmal für den Außenstehenden durchdacht und professionell. Nur einen Punkt kann ich kritisieren, dass für die Trainer, die gerade der wichtigste Baustein in einem solchen Konzept sind, nur eine e-Learning Schulung stattfand. Das ist ja gerade der kritische Bereich, von welchem Gewalt im Sport am häufigsten ausgeht. Von E-Learning Programmen halte ich sehr wenig. Insgesamt kommt es nun darauf an, wie das Konzept - mehr ist es noch nicht - nun umgesetzt, mitgetragen und gelebt wird.