letztlich ist ja genau das was sich der DHB wünscht. Alle guten Talente Zentral in einem Verein
Die Frage ist nur, ob das so sinnvoll ist.
In der FAS kam diese Woche ein Artikel: "Ein Land sucht Talente. Beschränkt wettbewerbsfähig - warum der Spitzensport in Deutschland ein Problem hat".
Da geht es um die Spitzensportreform des DOSB und u.a. genau um diese Frage, ob es sinnvoll ist, die Talente in Zentren zusammenzuziehen. Ein Sportwissenschaftler sieht das als Fehler an: "...die schulische Bildung leidet durch den Wechsel bis hin zum Abbruch. Die Trennung von Familie und Freunden belastet die Nachwuchsathleten. Zudem gehen sie das Risiko von Überlastungsschäden sowie Burnout und vorzeitigem Ausstieg aus dem Sport ein. Weil all dies nicht nur Wissenschaftlern bekannt ist ... dürften viele Eltern ihre Kinder eher nicht ermutigen, sich im Leistungssport auszuprobieren".
Sprich, wenn die Opportunitätskosten steigen (monetäre Kosten für Internate, Schulwechsel, Auszug aus der Familie), steigen immer mehr Talente aus. Und wenn die Strukturen dann eben nur eine qualitativ hohe Förderung in wenigen Zentren (mit hohen Opportunitätskosten) vorsieht, jedoch nicht mehr in den Regionen (= Vereinen), dann geht möglicherweise sehr viel mehr Potential verloren, als man durch die Einrichtung der Zentren gewinnen kann.
Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen: wir machen alles mit, was geht, aber ein Auszug unseres Kindes und damit ein Schulwechsel kurz vor dem Abi, da ist die Grenze. Wenn das der Preis ist, dann eben nur Hobby.