So, Spiegellektüre beendet, hatte mir allerdings deutlich mehr Erkenntnisse davon versprochen. Neutral betrachtet, ist der Artikel sicherlich journalistisch top gemacht.
Die von den Betroffenen geäußerten Erfahrungen und deren subjektive Bewertung ist erstmal als solches glaubwürdig. Für eine objektive Bewertung sind die Fakten m. E: aber dünn. Wenn man alle Trainer/innen und Manager/innen mal fragen würde, ob sie im Spiel oder Training gegenüber der eigenen oder auch der gegnerische Mannschaft schon gleiche/ähnliche Begriffe verwendet hat, müssten das viele wohl auch zugeben. Ich kann mich noch sehr gut an einen auch heute noch aktiven Manager, der hier im Thread zum Teil als Held gefeiert wurde, erinnern, der eine ganze Halbzeit lang, wirklich auf alles und jeden verbal von der Tribüne eingedroschen hat.
Jongenelen war faktisch nicht durchtrainiert. Die Aufgabe war im Vorfeld nach meiner Erinnerung klar kommuniziert, sie sollte die jungen Spielerinnen mit ihrer Erfahrung führen. Das ist ihr - aus welchen Gründen auch immer - zu keiner Zeit gelungen. Das Blomberg 60 Minuten Tempo bedeuten würde, hätte ihr durchaus klar sein müssen. Wenn Sie das gesundheitlich nicht leisten könnte, so klingt es von ihr selbst ja an, darf sie niemals wechseln. Und wenn in Oldenburg wirklich alles besser war, wieso ist sie dann von dort nach Blomberg, die meisten handelden Personen waren ihr ja bekannt?
Eine Huldigung Fuhr, wie Huppertz sie beschreibt, habe ich so nie in der Halle wahrgenommen. Das Bankverhallten wurde m.E. im Publikum durchaus kritisch hinterfragt, aber natürlich hat der Erfolgreiche viele Freunde. Ich persönlich bin noch zu keinem Spiel gewesen, nur um den Trainer zu sehen, auch wenn der/die ein- oder andere in den letzten gut 25 Jahren durchaus Unterhaltungswert hatte. Ich freue mich auf ein schönes Spiel und viel Einsatz und Leidenschaft. In dem Punkt ist der Frauenhandball dem Männerhandball m.E. weiterhin deutlich voraus.
Auch ansonsten stellt der Autor m.E. das Blomberger Publikum m.E. schon im einführenden Absatz als dämlich dar, da sie ja nicht wüssten, warum da im Foyer 4 Dübel ohne Bild hingen. *Ironiemodus an*: "so sind halt die Provinzler" *Ironiemodus aus*. Das Großteil des Publikums kommt seit Jahren, und weiß durchaus, was dort hing und warum es da hing. Zudem wurde auch der "Bildersturm" in der Lokalpresse ausreichend beleuchtet. M.E: war der Schritt aber zwingend. Letztlich ist die Struktur der heutigen HSG das gemeinsame "Kind" Wallbaum und Fuhr. Und wie Eltern haben sie sicherlich alles aus dem Weg geräumt, was dem Kind - aus Ihrer Sicht - schadet. Insofern halte ich das meiste aus der Fuhr-Zeit für sehr glaubwürdig. Wobei ich nur Tyrannei und Macht nicht als eigentliches Motiv sehe, was natürlich nichts besser macht.
In diesem Kontext ist Teil des Anforderungsprofils "Birkner", dass er das Konzept uneingeschränkt unterstützt. Wie ich sein Verhalten werten soll, traue ich mir zum derzeiten Zeitpunkt kein abschließendes Urteil zu. Dazu muss man sicherlich abwarten, wie sich die Informationslage der nächsten Tage so bringt. Ausschließen, dass er sich durch einen Rücktritt aus der unmittelbaren Schusslinie nimmt. Mit der Publicity lastet da auch ein großer Druck. Auch wie die Mannschaft den externen Druck auf Dauer übersteht muss man sehen. Mit 14 Punkten sollte allerdings der Klassenerhalt sicher sein.
Das die aktuellen Spielerinnen nichts von der internen Anlaufstelle wissen, halte ich für nicht glaubwürdig. Dazu müsste man sich schon der Lokalpresse und den Veröffentlichungen des Vereins komplett verweigern.
"Förderer des Jugendhandballs" wird als Prädikat und andauernde Wertschätzung Fuhrs verkauft. Wer 48 Euro an den Förderverein (also nicht die HSG selbst) zur Förderung der Jugendmannschaften überweist, kommt auf diese Tafel. Das scheint Fuhr damit wohl auch als Dortmunder Trainer weiterhin gemacht zu haben. In der aktuellen Version (Hallenheft Nr. 3) ist der Name "Fuhr" nicht mehr vertreten.
Ansonsten möchte ich mal einen Song von Reinhard Mey empfehlen;:" Was in der Zeitung steht".