Zur Untersetzung meines vorigen Posts hier einige statistische Daten: Die deutschen Mädels wurden EM-Sieger, ohne in den einzelnen Rankings Spitzenplätze zu belegen - mit einer Ausnahme (die nach der visuellen Wahrnehmung wohl kaum jemand erwartet hätte): Deutschland hatte die wenigsten TF (90, knapp vor Schweden mit 91 und Frankreich mit 92, die beide nicht in die Entscheidung eingreifen konnten). Auch bei den Steals waren unsere Mädels nicht schlecht (Platz 4 hinter Island, Schweden und Tschechien, gleichauf mit Norwegen - die Nordländer in dieser Hinsicht schon immer stark). Hingegen die Torfrauen (trotz Lindemanns gestriger Klasseleistung in der letzten Viertelstunde) alle nicht unter den ersten 20, im Durchschnitt aller Torfrauen aller Mannschaften mit 24,1% auf Platz 12. Besonders im Angriff zeigt sich, dass der entscheidende Vorteil nicht in der individuellen Klasse einzelner Spielerinnen lag (Trotz 2 Mädels im All-Star Team haben wir die beste Torschützin auf Platz 10/11.), sondern in der mannschaftlichen Gesamtleistung: Mit einer Torquote von 64,8% lag Deutschland nur knapp hinter Montenegro (64,9%) auf Platz 2 - Finalgegner Spanien z.B. mit 58,6% nur auf Platz 6.
Klar lässt sich gegen jede Statistik etwas einwenden (Ich freue mich schon auf die Reaktion von horst65.) und auch ich glaube eigentlich nur einer Statistik, die ich selbst gefälscht habe: Doch meines Erachtens sind die Befunde hier eindeutig: Bei dieser EM hat sich mannschaftliche Ausgeglichenheit und Geschlossenheit gegen individuelle Stärken einzelner Spielerinnen durchgesetzt.
Löwenherz, alles richtig was du schreibst.
Aber um Titel zu gewinnen, brauchst du die besonderen Spieler, die in entscheidenden Momenten voran gehen und die Mannschaft führen. Spieler, die nochmal besser sind als das Niveau in der Breite.
Man kann das doch jetzt nicht mit den Mädels in der Jugend vergleichen.
Du bist doch beim THC, da haste doch das beste Beispiel.
Mannschaft grundsolide, aber ohne Reichert wären die Ergebnisse anders verlaufen.
Jede Titelmannschaft lebt nochmal davon, dass sie im Vergleich zum übrigen Kader Ausnahmespieler haben, die sich nochmal vom Rest abheben.
Das ist in Berlin mit Gidsel so, in Magdeburg mit Claar und Gisli , bei Norwegen mit Reistad oder früher Buducnost mit Neagu.
Keine dieser Mädels wird später bei den Damen eine Unterschiedsspielerin sein.
Und genau diese Art von Spielerinnen fehlen uns, um Titel zu gewinnen.
Das merkt man immer ganz deutlich, wenn es gegen Mannschaften geht, die ebenso eine starke Kaderbreite haben