Beiträge von Midsommar

    Für ein Fazit ist es wahrscheinlich noch etwas früh, aber ich bin mir jetzt schon sicher, dass die 15,- für das Turnier gut angelegt waren. Hatte ja schon an anderer Stelle geschrieben, dass Jamal Nagy mein neuer favorite Co-Kommentar ist. So wohltuend, mal fundierte Einschätzungen über Auslösehandlungen, Passqualität und Kooperationen zu hören anstelle des Hohlsprechs und der immergleichen Worthülsen, wie sie anderwso mit verlässlicher Regelmäßigkeit ins Mikrofon getrötet werden.

    Sehe ich ganz genauso. Nagy einfach mit hoher Fachkompetenz und ohne Laberei. Kastening für mich auch sehr authentisch in seiner Rolle als Spieler, der die Dinge aus seiner Sicht erläutert. Kretzsche fand ich z.T. schon drüber, zumal er sich m.E. immer mehr im Spannungsfeld zwischen Kommentator, Handball-Influencer und Sportdirektor befindet. Beispielsweise öffentlich zu sagen, er habe sich mit Köster unterhalten und der hätte ihm glaubhaft versichert, sich noch keine Gedanken über die Zeit nach seinem Vertragsende zu machen, muss nicht sein. Falls es anders sein sollte, lässt er ihn schlecht dastehen.

    Mir taten die Jungs ab der 40. leid

    Meine bessere Hälfte hasst Sport, schaute aber ab der 40. Minute zu. Ihre einzige Bemerkung als Menschekennerin:

    DIE DEUTSCHEN SPIELER HABEN ABER GANZ DICKE RINGE UNTER DEN AUGEN ...

    Manchmal ist die Wahrheit für den Laien am offensichtlichsten.

    Denke auch, dass es so einfach ist und letztlich konnten die Franzosen - wie Mahé es gesagt hat - darauf auch setzen. Alfred hat zwar rotiert in den vergangenen Spielen, aber der ein oder andere ist natürlich Leistungsträger und spielt entsprechend mehr. Irgendwann werden die Abschlüsse ungenau, die Beine etwas langsamer (die Franzosen schieben zu) und das Timing bei den Pässen stimmt nicht mehr... Gegen Ende dann nochmal 7-6 ausprobiert und die Abwehr umgestellt, aber es reichte dann nicht. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Mannschaft in diesem Turnier bisher eine Entwicklung durchgemacht hat.

    Sander kam aus einer schweren Verletzung, da sollte man ihn jetzt nicht zu sehr kritisieren. Die Enttäuschung bei den Norwegern natürlich riesig.

    Schon kurios, dass Spanien es wieder geschafft hat. Hoffen wir mal, dass sie sich nicht zu sehr verausgabt und noch Kraft für das Halbfinale haben. Alexander Dujshebaev wird sich auf jeden Fall steigern müssen. Für die Dänen insgesamt ein relativ leichter Weg bis ins Finale...

    Joachim Boldsen äußert sich zu Sagosen:

    https://sport.tv2.dk/haandbold/2023…joachim-boldsen

    Kurze Zusammenfassung:

    Sagosen soll die Schauspielereien lassen.

    Da lohnt sich aber auch genaueres Lesen, zumindest wenn Google Übersetzer richtig liegt:

    "Er kann Extraschichten an der Schauspielschule in Trondheim übernehmen", sagte Erevik.

    "Wenn ich gespielt hätte, wäre er in mein schwarzes Buch gegangen. "Ich hatte gewartet, bis er in der Verteidigung zu Fall kam, und dann hätte er einen zurückbekommen."

    Nach dem norwegischen Sieg von 28-26 wurde Sander Sagosen dann von VG kritisiert, was ihn zum Lachen brachte.

    "Wir geben und nehmen auf dem Platz. In einer entscheidenden Phase wie dieser versuchen wir zu verkaufen, was verkauft werden muss. Ich bekomme zwei ausgestreckte Hände in meiner Brust, und dann solltest du wahrscheinlich noch etwas länger auf den Beinen bleiben können, aber wir geben und nehmen. Und so ist es auch umgekehrt. So ist Handball", erklärte Sagosen und fügte hinzu, was Juri Knorr zu ihm sagte, als sie sehr nah am Spielfeld standen.

    "Er sagte, ich sei ein wenig leicht gefallen. Dann schüttelten wir uns die Hände, und so ist das Leben."

    Der ehemalige dänische Nationalspieler Joachim Boldsen, der 186 Spiele in Rot-Weiß absolvierte und vor allem für seine harte und harte Verteidigung bekannt war, glaubt jedoch nicht, dass dies eine gültige Erklärung ist, obwohl er Sagosen versteht.

    Ich mag die Schauspielerei nicht. Das habe ich nie getan und werde es auch nie tun. Ich verstehe Sanders' Erklärung. Er versucht alles zu tun, aber ich mag es wirklich nicht. Es ist ein Kontaktsport, und wenn du fällst, liegt das daran, dass du in Kontakt warst."

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    War das schon immer so oder ist es eine Art Generationenkonflikt? Eigentlich ist es immer wieder dasselbe Thema mit der Theatralik und es muss wirklich keiner so tun, als ob es das im Handball generell nicht geben würde.

    https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-25-148971.html

    Podcast der Rhein-Neckar Löwen: Hendrik Pekeler vor Rückkehr in die Nationalmannschaft? Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-25-148971.html

    Schade, dass Peke nicht für den 35er-Kader nominiert wurde. Es scheint doch noch zu kribbeln.

    Habe den Podcast nicht gehört, aber aktuell ist er meiner Meinung nach noch nicht wieder bei 100%. Nächstes Jahr könnte er die Mannschaft, wenn er fit ist, definitiv verstärken und kann die Innenblockspieler entlasten. Köster könnte mehr Angriff spielen usw.

    Es kommt in den Übertragungen ja immer wieder die Frage auf, wer MVP wird. Bei Handball-World gab es in dem Kontext folgenden Artikel zum Playerscore:

    PlayerScore der Handball-WM: Jim Gottfridsson vor Mikkel Hansen und Luka Cindric (handball-world.news)

    Wenn man sich dieses Ranking ansieht, steht für mich eigentlich außer Frage, dass Gottfridsson MVP ist, wenn Schweden das Finale erreicht.

    Bei den Playerscores der deutschen Mannschaft fällt auf, dass Steinert einen negativen Wert hat. Könnt ihr euch das erklären? Das liest sich als ob er der Mannschaft schaden würde. Gefühlt hat er eigentlich nicht so schlecht gespielt. Zählen in der Abwehr nur Blocks und Steals?

    Da fahre ich mit dir Honda (entschlüsselt: bin der gleichen Meinung), insbesondere auch zu Weber. Wobei ich da auf die guten Clubleistungen auch noch warte. Aber irgendetwas müssen Alfred und Benno ja in ihm sehen, was mir verborgen bleibt :hi:

    Da bin ich sehr gespannt auf die nächste Saison, wenn Claar beim SCM ist. Wie viele Einsatzzeiten wird Weber dann bekommen? Wie sieht es dann mit seinem Selbstvertrauen aus?

    Die Rote Karte gegen Witzke war absolut regelkonform, so wie er den Fuß reinstellt. Sagosen hat bei PSG für ein identisches Foul auch Rot gesehen, wurde von der IHF auch als Lehrvideo veröffentlicht. Er verschiebt eben nicht zur Abwehr, sondern stellt den Fuß in Raum, da muss er einfach wegbleiben.

    Was Sagosen gegen Knorr gemacht hat, war nicht zu sehen, aber die SR haben wohl mitbekommen, dass der auch gezuppelt hat, er ist schließlich kein Kind von Traurigkeit, insofern gute Entscheidung beide deutlich zu ermahnen.

    Aus dem Grund war die Karte für mich auch korrekt, weil er den Fuß reinstellt, sonst wäre es wohl keine gewesen.

    Zur Situation mit Sagosen und Knorr finde ich es immer super, wenn es sich die Schiedsrichter zutrauen, solche Dinge mit ihrer Autorität zu lösen und nicht durch Hinausstellungen.

    Er hat doch im Verein einen sehr meinungsstarken Sportdirektor, der ihm sicherlich (unaufgefordert) seine Meinung dazu geigen wird.

    In der aktuellen Folge von Kretzsches WM-Talk musste ihm das aber erstmal von Pascal Hens erklärt werden. Erst gab es da von Kretzsche nur Sprüche über Duvnjak (analog zur Sportdeutschland-Übertragung).

    Abgesehen von dem Thema würde ich empfehlen, so etwa ab Minute 51.45 einmal anzuhören, was Timo Kastening bezüglich zunehmender Theatralik und Schauspielerei im Handball zu sagen hat. Ich finde, er hat damit absolut Recht und es ist ja so, dass medial von vielen Kommentatoren, Funtionären usw. immer behauptet wird, dass sich der Handball gerade in diesem Punkt vom Fußball abheben würde. Zudem stellt er auch die berechtigte Frage, ob in der Abwehr nicht mittlerweile zu wenig zugelassen wird.

    Hier der Link zur Folge:

    𝚂𝚝𝚎𝚏𝚊𝚗 𝙺𝚛𝚎𝚝𝚣𝚜𝚌𝚑𝚖𝚊𝚛 auf Instagram: „Harzblut Teil 4 🤾🏼‍♂️🩸 @harzblut_der_handballtalk @pommes_23 @timokastening #harzblut #derhandballtalk #dieskandynamischen3 #leider“

    Ja das fand ich auch etwas verwirrend, er durfte von Beginn an ran und wurde (ohne das er groß Fehler gemacht hat?!) ab der 10.(?) Minute ausgewechselt. Ich würde es ihm trotzdem gönnen das er sich später noch beweisen kann und das auch tut, Stand heute ist er aber der Spieler aus dem Rückraum mit gefühlt dem wenigsten Vertrauen des Trainers.

    Passt so bisschen zu seiner aktuellen Rolle beim SCM.

    Es performen aber so ziemlich alle Spieler analog zu ihrer Vereinsleistung. Die Nationalmannschaft profitiert so auch stark von der guten Form der Rhein-Neckar-Löwen; zusätzlich ist Mertens stark und Golla sowieso immer ne Bank. Häfner auch sehr konstant und Köster ist in Gummersbach Führungsspieler. Wann hatte die Nationalmannschaft zuletzt so einen guten Angriff?

    Was Weber angeht, hat sich aber auch sonst kein Spieler auf Halblinks so richtig aufgedrängt (Köster wird ja in der Abwehr gebraucht). Positiv kann man über ihn sagen, dass er sich in den Dienst der Mannschaft stellt und akzeptiert, dass Knorr nun federführend ist. Gislason hatte ihm ja früher die Rolle des Spielmachers gegeben.

    Es gibt von Rasmus Boysen einen treffenden Tweet zu Vincent Gerards Leistungen in den entscheidenden Spielen. Niklas Landin oder Thierry Omeyer sind bzw. waren Torhüter die genau in diesen entscheidenden Momenten ihre Bestform abrufen können bzw. konnten. Da kann ich schon nachvollziehen, dass Thierry Omeyer als Geschäftsführer bei PSG mit dieser Bilanz von Gerard nicht zufrieden war - insbesondere wenn endlich der internationale Titel für Paris herausspringen soll.

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    Nur wie viele Torhüter können das dann abrufen? Und bei Landin war das ja auch nicht von Anfang an so, sonst hätten die Löwen wohl den Pokal schon früher geholt...

    Es gehört dazu, die Vorteilsregel ganz konsequent durchzuziehen (und nicht frühzeitig Foul zu pfeifen, damit es nicht zu hart wird).

    Finde ebenfalls, dass die Mazedonier eines der besten Gespanne sind. Auch wenn sie die Vorteilsregel so auslegen, erscheint es mir gleichzeitig so, dass sie 7-Meter-Situationen sehr früh erfassen und pfeifen, sodass es eben nicht zu diesen harten Fouls kommt bzw. der Angreifer komplett durch die Abwehr gehen muss.

    Abgesehen davon macht es auf mich den Eindruck, dass sie den Spielern einfach sehr gut klarmachen, was sie sich an Härte erlauben können und was nicht. Das schaffen leider nicht alle.

    Um zu dem ursprünglichen Thema zurückzukommen, geht es in meinen Augen aber zu weit, wenn man die Schiri-Ansetzungen oder Linien der jeweiligen Gespanne in der Bundesliga mit Spielmanipulationen in Verbindung bringt. So unter dem Motto, der THW würde nur aufgrund einer überharten Spielweise gegen den SCM gewinnen. Das ist unterkomplex und unterm Strich auch eine Milchmädchenrechnung, weil die THW-Spieler natürlich nie gefoult werden.

    Hier ging es ja um Spiele der EHF. Alle Schiris prophylaktisch zu sperren, würde den Spielbetrieb in der Qualität vermutlich zu sehr einschränken und wäre m.E. auch zu viel. Das Thema allerdings gar nicht zu verfolgen, ist auch keine Lösung. Wurden die Indizien nicht an die Bundeskriminalamt in Österreich weitergegeben oder lese ich das falsch?

    Handball-WM: Medienbericht: WM-Schiedsrichter unter Manipulationsverdacht | sportschau.de