zu 1. Das sehe ich anders und höre diese stereotypen Argumente mit dem richtigen Handball immer wieder, auch im Verein. Handball ist ein komplexer Sport und so, wie ich nur drei Schritte machen darf, darf ich halt auch nur dreimal prellen (im Training dürfen die Kinder bei mir oft gar nicht prellen), bekommen die wunderbar hin. Als kleinen Vergleich. Im Abi brauchst du auch Integralrechnung, dennoch liegt der Schwerpunkt im Matheunterricht der Grundschule auf anderen Dingen - das ist Fachdidaktik, einfach zu beginnen. Und das war mein Aufhänger, in die Diskussion einzusteigen. Wenn in der E-Jugend versucht wird, Abwehr wie die Großen zu spielen mit klammern, festmachen usw., ist es natürlich schwer, Handball zu spielen, außerdem ist es unnötig, weil durch die geringen technischen Fertigkeiten der Spielfluss ohnehin sehr niedrig ist und auch blödsinnig, weil selbst im Profihandball in der offenen Manndeckung nicht gefoult und unterbrochen wird, sondern der schnelle Ballgewinn erzielt werden soll.
Als das 3:3 pro Spielfeldhälfte in S./A. eingeführt wurde, habe ich auch gedacht, die drehen jetzt komplett durch. Mittlerweile finde ich das richtig cool, weil es ein viel ansehnlicheres Handballspiel ist und die Kinder eine viel bessere Spielübersicht bekommen.
Die Multiplikatorregel habe indes gefeiert, weil ich auch schon vorher das Ziel hatte, möglichst alle Kinder ins Spiel einzubeziehen. Durch die Regel ergab das dann auch für die (guten) Kinder richtig Sinn und die wurden dadurch nicht in der Entwicklung eingeschränkt, sondern verbessert, weil sie Spielübersicht und Zusammenspiel gelernt haben. Handball ist nun mal ein Mannschafts- und kein Individualsport.
zu 2. Da gebe ich dir Recht, wobei das pädagogische Pfeifen weniger mit Alter und Erfahrung, sondern mit Einstellung und pädagogischem Geschick zu tun hat. Es gibt erfahrene Schieris, die du diesbezüglich vergessen kannst und junge, die das super hinbekommen. Hier sind aber auch Vereine und Eltern gefordert, ich schäme mich da öfter fremd und bin ganz gewiss keiner, der stoisch an der Seitenlinie steht.
zu 3 und 4. Das finde ich auch zu viel Vorschriften. Die Intention der geforderten 1:5 mag ja nachvollziehbar sein, aber ein Großteil der ÜL im Nachwuchsbereich ist gar nicht in der Lage, das zu vermitteln. Dazu müsste man ja flächendeckend Nachwuchstrainer (gut) ausbilden. Ich würde auch sagen, die 6:0 soll verboten werden und ansonsten frei Hand.
zu 5. Siehe meinen anderen Post, ja wir haben es früher anders gelernt und noch früher hatten wir einen Kaiser