Hallo in die Runde!
Ich habe mich für diesen Post tatsächlich extra angemeldet, war sonst nur stiller Mitleser - aber da ich leider auf den letzten Seiten so viel Unsinn gelesen habe (mit Unsinn möchte ich keinen angreifen, "Laien" können halt nicht alles wissen), dass ich da gerne einiges klarstellen würde!
Warum fühle ich mich dazu berufen? Nun, ich arbeite seit über 20 Jahren in der Toxikologie eines großen medizinischen Labors - wir machen Drogenscreenings, Fahreignungsdiagnostilk und auch Dopinganalysen - die allerdings nur im Veterinärbereich, hauptsächlich Pferde...
Das erste, was mir aufgefallen ist, war ein Post, in dem behauptet wird, man könne schon durch Ephedrin-Nasenspray positiv auf Methamphetamin getestet werden - das ist leider Quatsch, da hat jemand bei Breaking Bad nicht richtig aufgepasst - Ephe ist zwar ein Grundstoff für die Herstellung von Meth, und kann in hohen Konzentrationen dafür Sorgen, dass ein Schnelltest auf Amphetamine positiv anschlägt, ist aber bei Portners Ergebnis komplett ausgeschlossen - denn Dopinganalysen werden nicht mit Schnelltesten sondern mit LCMS-MS durchgeführt, da bekommt man am Ende Spektren, die so charakteristisch sind wie ein Fingerabdruck und eine Substanz eindeutig identifizieren!
Grenzwert, sowas gibt es bei einer Substanz wie Meth nicht, im Doping gilt i.a. die Nulltoleranz, da hängt positiv oder negativ ausschließlich vom der Nachweids- und Bestimmungsgrenze des Labor ab - und da wird extrem empfindlich gemessen!
Methamph und Crystal sind nicht, wie behauptet, 2 paar Schuhe - Meth bleibt Meth, egal wie man es nennt, ja, es gibt R- und S-Isomere, aber die sind nur hinweisgebend, ob das Meth in der Fabrik oder im Hinterhof hergestellt wurde, der Wirkstoff bleibt Meth!
Messwert unterhalb typischer Konsummenge, ganz großer Quatsch, was soll denn typisch sein? Die Menge, die ein Meth-Junkie nimmt? Für Meth gibt es keinen therapeutischen Bereich... Auch weiß niemand, wann der letzte Konsum war, wenn wir im Talspiegel sind, ist die Konzentration immer klein... und nein, mehrere Wochen kann der Konsum nicht her sein, Amphetamine werden in der Regel sehr schnell verstoffwechselt, 2-3 Tage sollte realistisch sein...
Zur B-Probe - ja, in der Regel sind B-Proben positiv, da ist so, ist ja der gleiche Urin. Da sollte man sich keine Illusion machen! Zur Stabilität der Probe gab es auch eine Diskussion, bzgl. einfrieren und so, da könne dann ja nix mehr passieren. Das ist so nur zum Teil richtig, der "Rat", die Öffnung der B-Probe möglichst spät zu beantragen, ist gar nicht so falsch, auch beim Einfrieren kann noch was passieren, deutlich langsamer, klar, aber komplette Stabilität kann man nicht garantieren! Es gibt sogar Sunstanzen, denen das Auftauen nicht gut bekommt, also, wenn der Wert wirklich sehr sehr klein gewesen sein sollte, könnte, ganz eventuell, eine B-Probe unter die Nachweisgrenze des Labors rutschen...
So, genug kluggesch...sen, ich hoffe, ich konnte bei der einen oder anderen Sache helfen, das bisher bekannt gewordene ein wenig besser einordnen zu können!