Habe mir das zweite Spiel live in Trier angeschaut. Wirklich sehr traurig in so einer großen leeren Halle zu sitzen und sich zu erinnern, dass hier mal der deutsche Meister der Bundesliga gespielt hat. Aber das nur am Rande.
Für mich war auffällig, dass eigentlich keine Spielerin auch nur annähernd auf das Niveau aus dem Verein gekommen ist. Das galt eigentlich nahezu für die erste Sieben. Selbst Maidhof und Berger (für mich noch die besten Feldspielerinnnen) ja auch mit keinem perfekten Spiel. Berger vorne gut, dafür wie gegen Griechenland hinten mit 2,3 Unachtsamkeiten die zu direkten Toren führten(wobei sie zwei mal wirklich ganz stark zurückgelaufen ist). Maidhof ebenfalls in der Abwehr mit Schwächen, verwirft vorne 2 Siebenmeter und 2 Durchbrüche. Wenn das die beiden besten sind/waren, sagt das auch viel aus über den Rest der Mannschaft. 24 Gegentore gegen Weißrussland sollten eigentlich zum Sieg reichen, aber im Vergleich zum Spiel gegen Holland, haben dieses Mal beide Torfrauen mehr als nur überzeugt oder eben unsere Spielerinnen zu schwach geworfen.
Für mich war aber eine andere Szene im Spiel irgendwie sinnbildlich für das Ganze, was so auf der Bank passiert. Grisjeels hatte einen 7 Meter verworfen, Maidhof schon zwei (Kalf hatte zwischen durch getroffen, saß aber auf der Bank). Es gab erneut 7 Meter, alle gingen weg vom Ball, Grisjeels lief direkt auf die Bank (Abwehr/Angriff Wechsel), Kalf zog die Jacke aus, unterhielt sich mit dem Co-Trainer und Grisjeels, Maidhof blickte fragend und eigentlich schon fast hilfesuchend zur Bank, der Bundestrainer schien von dem Ganzen nichts mitzubekommen. Am Ende hat Maidhof erneut geworfen und getroffen (großer Respekt). Aber kann es sein, dass bei so einem engen Spielstand, gut 10 Minuten vor dem Ende so ein "Chaos" und Desorganisation auf der deutschen Bank herrscht? Erwartet auch in dieser Situation der Trainer, dass das die Mannschaft selber regelt? Oder was ist sein Anspruch? Weiß nicht ob das im TV auch zu sehen war, aber für mich irgendwie ein gutes Beispiel.
Diese Situation hätte man doch als Trainer schon eher lösen können in dem man entweder Kalf sagt, dass Sie beim nächsten Mal für den 7 Meter kommt oder eben der Kapitänin Grisjeels sagt, du hast zwar den ersten an den Pfosten gesetzt, aber ich vertraue Dir und beim nächsten Mal gehst du wieder mit Selbstvertrauen hin und haust das Ding rein. Für mich zeigen sich durch solche Aktionen, dass ein Plan, Struktur, Vorgaben und vor allem Absprachen fehlen und das sicherlich nicht nur beim 7 Meter.
Bevor es falsch rüberkommt, wollte Maidhof und Berger nicht schlecht machen. Haben beide gut gespielt, der Rest nicht. Um international zu bestehen, braucht man aber eigentlich 1-2 zwei Spielerinnen die sehr gut spielen und der Rest eben gut. Ansonsten reicht es wie man gesehen hat, auch gegen Weißrussland nicht.