Interessantes Interview in der KN mit Filip zum Saisonstart
Hier ein paar Auszüge
… Die letzte Saison war für alle Mitglieder der Zebraherde eine anspruchsvolle. Ich habe in der Saison vieles gelernt. Das ist ein positives Fazit für mich. Da haben viele Menschen in meinem professionellen Umfeld ihr wahres Gesicht gezeigt. Das ist definitiv eine Sache, die ich für meine weitere Zukunft mitgenommen habe.
Mussten Sie das auf eine Art abschütteln?
Man muss so ein Jahr analysieren, man muss das sacken lassen. Ich habe viele neue Erkenntnisse gewonnen.
… Es muss jedem von uns in der Mannschaft, aber auch jedem im Umfeld, klar sein, dass wir hier nicht eine 68:0-Punkte-Saison spielen werden. Das ist ein utopischer Gedanke. Wichtig ist, dass die Mannschaft ihrem Mindset folgt und selbst Spaß an der Herausforderung hat. ... Wir lassen uns nichts von anderen einreden. Ich lege für meine Jungs beide Hände ins Feuer: Wir gehen unseren Weg.
… Was wir im Vergleich zur letzten Saison besser machen wollen, ist das Zusammenspiel: Positionsspiel, aber auch das Umschaltspiel in der zweiten Welle. Ich bin nicht müde, zu sagen, dass die Mannschaft da von außen bisweilen sehr unfair behandelt wurde. Darum will ich künftig auch direkter mit unseren Anhängern kommunizieren, damit sie meine, unsere Sichtweise ungefiltert hören können.
… Ich bin dankbar, dass ich als Spieler und Trainer mit Niclas Ekberg arbeiten konnte. Aber jetzt beginnt eine neue Zeitrechnung. Ich sage nicht: Wir sind besser oder schlechter. Ich sage: Wir sind anders.
…Emil Madsen bringt auf Rückraum rechts sehr viel Spielverständnis, Spielwitz mit. In Dänemark wird Handball anscheinend anders geschult als in Deutschland. Der Junge ist sehr ehrgeizig, aber muss jetzt erst einmal ankommen, Zeit zum Explodieren bekommen. Er und Harald Reinkind werden irgendwann auf der Position echte Weltklasse bilden.
Welche Schlüsselspieler sollen in Zukunft die meiste Last beim THW Kiel tragen?
Dule, der in dieser Saison mit seiner ganzen Erfahrung viel mehr übernehmen wird. Er führt die Mannschaft, gibt klare Kommandos. In der Vorsaison habe ich Elias ganz bewusst gepusht, Dule dafür auch mal länger draußen gelassen. Für unser Spiel benötigen wir zudem Verlässlichkeit auf der Kreisläufer-Position. Wir versuchen, die Abschlussquote hier zu heben. Aber wir wissen auch, dass die Jungs nicht jünger werden. Spieler der letzten Saison war für mich Eric Johansson, der uns mit seinen erwachsenen Entscheidungen in vielen Spielen getragen hat. Auch seine Entscheidung, auf Olympia zu verzichten, um wieder fit zu werden, verdient sehr viel Respekt.
Marc Weinstock hat die Rückkehr in die Champions League als „Muss“ ausgerufen.
Wir alle sind uns einig, dass der THW Kiel in die Champions League gehört. Nur wann das wieder passieren wird, bleibt abzuwarten. Um das sofort und kontinuierlich umzusetzen, bräuchten wir noch mehr Qualität.
Alfred Gislason sieht ausgerechnet den Landesrivalen aus Flensburg in der Liga ganz vorn. Was würden Sie Alfred bei nächster Gelegenheit entgegnen?
Dass er höchstwahrscheinlich recht haben wird.