Das Topspiel am Anfang: Flensburg empfängt Zagreb
Nun geht sie also los: Die Champions League startet heute Abend um 19.00 Uhr in Flensburg (live bei eurosport) mit dem Spiel des Deutschen Vizemeisters gegen den Kroatischen Titelträger RK Zagreb. Somit kommt es direkt am ersten Spieltag zur absoluten Topbegegnung in der an Topbegegnungen nicht armen Gruppe D, in der sich neben diesen beiden europäischen Spitzenvereinen auch noch der Großteil der russischen Nationalmannschaft, die Cheftrainer Maximow bei Medwedi Tschechow zusammengezogen hat, tummelt.
Die Campushalle dürfte heute am Eingang mit dem Schild "ausverkauft" geziertt werden, denn die SG hat pfiffigerweise die drei Heimspiele der Königsklasse in die Bundesliga-Dauerkarte integriert. Damit haben die Stammbesucher auch in diesen Spielen ihren gewohnten Platz, womit der Heimvorteil der Campushalle voll zum Tragen kommen kann.
Fünf Mal traf die SG in ihrer Europapokalgeschichte bereits auf Zagreb, drei Mal verließ sie als Sieger das Parkett. Das soll heute eine Fortsetzung finden, wenngleich die SG durch die schwere Verletzung von Frank von Behren erheblich geschwächt ist. Der Nationalspieler zog sich im Pokalspiel gegen DHK Flensborg einen Kreuzbandriss zu und fällt sechs Monate aus. Sehr viel länger wird die Saison nicht gehen, sodass man an der nördlichsten Förde ohne den Ex-Gummersbacher planen muss.
Vor allem die Abwehr dürfte darunter leiden. Allerdings hatte FvB in Flensburg gerade wieder auch seine Offensivqualitäten unter Beweis gestellt. Zagreb hingegen hat alle Mann an Bord und will nach der Rückkehr von Vlado Sola und - zur nächsten Saison - Mirza Dzomba wieder an die europäische Spitze. "Wir sind Favorit", sagt hingegen Blazenko Lackovic vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub. "Unsere Gruppe aber ist gefährlich", weiß der Rückraumschütze. Und auch Trainer Viggo Sigurdsson gibt sich zuversichtlich: "Zagreb ist nicht ganz so gut besetzt wie wir. Wir müssen diese Mannschaft zu Hause schlagen." Denn gerade Punktverluste in eigener Halle können am Ende sehr schmerzhaft sein. Allerdings weiß der Isländer auch, dass der kroatische Meister mit einer besonderen Motivation an die dänische Grenze kommen wird: "Die wissen, dass eine mittelmäßige Leistung in Flensburg nicht reichen wird." Im kroatischen Liga-Alltag sieht das häufig ganz anders aus, wie sich Viggo Sigurdsson auf einem Video überzeugen konnte. Ohne große Mühe gelang einer der üblichen Siege. "Die Zagreber wollten bluffen, spielten lange Zeit nicht mit der ersten Reihe", erkannte der SG-Coach. Und im Tor stand ein eher gelangweilter Vlado Sola (Sigurdsson: "Er ist überragend – wenn er Lust hat". Erst zu Beginn der zweiten Hälfte machte der kroatische Abonnements-Meister ernst und operierte mit seiner gefürchteten 3:2:1-Abwehr, auf die sich die SG in den letzten Tagen ganz speziell vorbereitet hat.
Erstmals werden die zur neuen Saison durchgesetzten Neuerungen der EHF zu bestaunen sein. So werden beide Teams gemeinsam in die Campushalle einlaufen und die Fair-Play-Ansage erfolgt zweisprachig. Und erstmals überträgt Eurosport live am neuen "Champions League Donnerstag", Reporter vor Ort ist Jürgen Höthker, der als sehr fachkundig gilt.
Quelle:handball-world.com