Teil 2 des Interviews:
Sport1: Was wird sein, wenn es nicht mit einem Wechsel schon im Sommer klappen sollte?
Jicha: Wenn ich noch ein Jahr in Lemgo spielen sollte, werde ich natürlich alles dafür tun, damit wir mit dem TBV wieder so etwas erreichen können, wie wir es letztes Jahr mit dem Gewinn des EHF-Cups geschafft haben. Das war ein unglaubliches Gefühl. Aber momentan schaue ich nur nach vorne. Ich hoffe, dass es klappt und alle drei Seiten zufrieden sein werden.
Sport1: Zur laufenden Saison: Seit der Niederlage gegen Kiel scheint die Luft raus zu sein beim TBV.
Jicha: Es war schlecht für uns, dass wir im Dezember so desolat gespielt haben. Das hat uns die ganze Saison gekostet. Wir haben dann in der Rückserie immer von Spiel zu Spiel geschaut. Plötzlich hatten wir die Möglichkeit, doch noch die Qualifikation für die Champions League zu schaffen. Dann kam das Spiel gegen Kiel, das für mich natürlich besonders war, und wir haben leider verloren.
Sport1: Mit Peter Meisinger kommt ein neuer Trainer, Manager Fynn Holpert wird mit Flensburg in Verbindung gebracht und wichtige Spieler wie Christian Schwarzer und Markus Baur verlassen den Verein. Kann der TBV im nächsten Jahr die Champions-League-Quali schaffen?
Jicha: Lemgo befindet sich im Umbruch. Es wird sehr schwierig, diese beiden Spieler zu ersetzen, aber der Umbruch musste kommen. Mit Lars Kaufmann oder Rolf Hermann kommen gute Leute. Wenn noch ein paar andere gute Leute kommen, kann es klappen. Der neue Trainer soll auch sehr gut arbeiten. Es wird aber dennoch schwierig, für eine verjüngte Mannschaft ganz vorne mitzuspielen, denn die anderen rüsten ganz schön auf. Ich denke aber, dass der TBV wieder eine Top-Adresse in Europa sein wird.
Sport1: Nach dem Champions-League-Sieg haben Sie Kiels Manager Uwe Schwenker angerufen und gratuliert. Sie spielen am Wochenende bei Kiels Verfolger Hamburg. Können Sie Schwenker danach schon zur Meisterschaft gratulieren?
Jicha: Ich fahre nach Hamburg, um dort ein gutes Spiel abzuliefern. Wenn wir gewinnen, wäre es nicht nur gut für den THW, sondern natürlich für den TBV. Ich werde im Kopf haben, dass ich dem TBV helfen will.
Sport1: Fynn Holpert hat gesagt, Filip Jicha wird der "Owen Hargreaves" des Handballs werden. Sein Wechsel zu Manchester United hatte sich lange hingezögert, jetzt ist er perfekt. Gute Chancen auch für Filip Jicha?
Jicha: Ich würde mich freuen, aber da muss ich noch Fynn fragen (lacht). Ich möchte nach Kiel, um dort meine sportliche Entwicklung weiter zu entwickeln.
Sport1: Haben Sie noch einen Traumverein, bei dem Sie nach der Zeit in Kiel mal gern spielen würden?
Jicha: Die spanische Liga würde mich auch irgendwann mal reizen. Wenn mir Barcelona in fünf oder sieben Jahren ein Angebot macht, muss ich darüber nachdenken. Momentan bin ich sehr glücklich, dass ich in Deutschland spielen kann.
Das Gespräch führte Thorsten Mesch
sport1.de