Unabhängig von der Causa Corak war das von Mohr bisher halt zu wenig. Denke, da gibt es keine zwei Meinungen. Was insofern tragisch ist, weil er es ja eigentlich kann. Sonst wäre er wohl auch nicht von einem Trainer mit internationalem Renommee, der zufälligerweise auch die 2HBL bereits zu diesem Zeitpunkte nach eigenem Engagement in Schwartau sehr gut kannte, zum TVG empfohlen worden. Kann mich noch gut an die Kabinengeflüster Folge erinnen, wo Mohr Anfang August zu Gast war. Es war förmlich mit den Händen zu greifen, wie sehr er für seinen Sport, den Verein und seine neue Aufgabe regelrecht brennt. Und genauso wirkt er, insbes. in der Abwehr, auf mich auch, einach übermotiviert. Sollte doch etwas sein, was man in den Griff bekommen können sollte. Sage ich mal so. In meinem post-jugendlichen Leichtsinn.
So weit, so unbestritten. Nur, die ganze Handballwelt ist voller spannender Projekte. Alleine die halbe 2HBL will aufsteigen, und ist da sicher nicht schlechter aufgestellt als der TVG. Vielleicht sogar etwas besser, da bereits arrivierter. Zudem, man konnte einen Michael Roth vom Projekt TVG überzeugen, einen Finn Wullenweber sogar schon zweimal. Und einen großen Teil der Überzeugungsarbeit leisten halt nunmal, wie John Lee Hooker das mal so schön ausdrückte, "tote Präsidenten" (er meinte Dollar). Und, mei, da gibt es halt Grenzen.
Was deine Aufzählung anbelangt: Busch, Jansen, Savvas: da hatte man aus den bekannten Gründen die denkbar schlechtesten Argumente. Boukovinas, Bandlow, ok, da weißt du augenscheinlich mehr als die Presse und ich. Bicer, schlage ich vor unterhalten wir uns wenn wir wissen, wohin er geht, und Corak, ja, Corak... Ich persönlich finde, der Verein hat richtig weil verhältnismäßig entschieden. Kann aber auch jeden verstehen, der hier auf dem Grundsatz "Pacta sunt servanda" besteht.
Ich weiß weder bei Boukovinas, noch bei Bandlow mehr als irgendwer
Das waren lediglich Namen, die recht gut in die Aufzählung passten
Eine Aufzählung bei der es ja nicht um den jeweiligen konkreten Einzelfall "Spieler XY" gehen sollte, sondern vielmehr um eine eher grundsätzliche These
Die da lautet: wenn du als Verein peu a peu nach oben in Richtung spitze klettern willst, wirtst du das nur schaffen, wenn es dir auch gelingt deine (absoluten) Leistungsträger zu halten und du dann deinen Kader noch dazu auch punktuell peu a peu verstärken kannst
Jeder Leistungsträger der geht reißt erst einmal eine (große) Lücke, die kannst du dann vielleicht binnen 1 bis 3 Jahren wieder schließen mit Neuzugängen oder Weiterentwicklung von bereits vorhandenem Personal, aber all das kostet wieder Zeit und einiges an Arbeit und in der Zeit muss sich wieder was entwickeln was in der Regel nicht dazu führt dass man als Gesamtgefüge besser ist als vorher oder "in der Entwicklung" plötzlich besser punktet als vorher.
Insgesamt gehöre ich wohl definitiv zu der Kategorie TVG Anhänger, die wohl weniger bis fast gar nicht daran glaubt, dass der TVG in den nächsten 3 bis 5 Jahre ernsthaft an die Tür der 1.Liga anklopfen wird, vereinzelte Ausflüge in die Großstadt Frankfurt hin oder her. (zumal in besagter Stadt die Eintracht dominiert, dann kommt lange nix, dann kommt Eishockey, dann die Basketabeller (die aktuell nicht mal mehr erstklassig sind) und danach dann vielleicht irgendwann Hanball)
Alleine deshalb weil mir der "Strukturwandel" im deutschen Profi Handball der letzten 20/25 Jahre nun ja alles andere als verborgen geblieben ist.
Man kann ja mal die Tabelle der 1.Liga durchgehen und mal schauen wie die so im Verhältnis Dorfverein zu Stadtverein mittlerweile so aussieht.
Vereine wie Berlin, Hannover, Mannheim, Leipzig, Hamburg, Erlangen, Stuttgart (und Melsungen) hatte doch der TVG vor 20 bis 25 Jahren sportlich absolut im Sack.
Mit Dresden steht da ja mittlerweile der nächste (Groß)Stadtklub in den Startlöchern, die schon seit Jahren ihren Kader mit den entsprechenden finanziellen Mitteln hochrüsten und so ein Tausch Löser für Kretschmer wird die Qualität des Kaders sicherlich auch nicht verschlechtern!
Aber mittlerweile ist eben der Profihandball in den Städten und auch in den dortigen Arenen (mit ihren 6000 bis 15000 Plätzen) absolut angekommen.
Da ist kaum mehr bis gar kein Platz mehr für die Dorf- und Traditionsvereine "von früher".
Als Zweitligist aus dem Mittelfeld bist du doch mittlerweile meilenweit vom Etat eines Erstliga Mittelfeld Klubs entfernt.
Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass die Professionalisierung egal ob bei den (Groß)Stadtklubs oder bei den kleineren Vereinen ja schon auch zu einem recht klaren Anstieg der sportlichen Qualität geführt hat.
Egal ob im unteren Drittel der 1.Liga oder quasi im kopletten Feld der eingleisigen zweiten Liga.
Warum tut sich zB ein hochmtivierter Mohr im ersten Jahr in der Liga so schwer, der aus der ersten östrreichischen Liga kommt und das mit der Empfehlung von einer Handvoll Länderspiele für sein Heimatland.
Ganz einfach deshalb weil es mitlterweile viele europäische Ligen gibt, deren Niveau insgesamt definitiv nicht mit dem Niveau der 2. deutschen Liga mithalten kann.
Insofern bleibe ich bei meinem Credo.
Lieber solide und ehrliche Arbeit in Liga 2 leisten und dort sportlich überzeugen, statt finanziellem Harakiri betreiben und schlimmstenfalls dann zu einem Spielball eines launischen Mäzens zu werden, der dann nach wenigen Jahren schon wieder keinen Bock mehr auf sein Spielzeug hat.
Genau so unpassend fände ich es mit der Geschichte und Tradition die dieser Verein hat, sich irgendwann zum TVG Frankfurt zu machen und damit dann in Frankfurt das dritte oder vierte Handball Projekt zu werden, das grandios scheitert.
Zumal Frankfurt Anno 2024 ja noch nicht mal eine der modernen Multifunktionsarenen hat, in denen du irgendwie rauschende Handballfeste der Neuzeit feiern könntest.
In die "Ballsporthalle" bekommst du meines Wissens nach 300 bis 500 Leute mehr rein als in die "FAN Arena", wäre für mich jetzt absolut kein Anreiz als Verein die Heimatregion oder das Bundesland öfters als nur ganz vereinzelt zu verlassen!