Beiträge von Fachfremder

    Dafür plant Metzingen jetzt wohl tatsächlich schon mit der Spielgemeinschaft in Liga 1 und 2 vertreten zu sein. Artikel ist hinter der Bezahlschranke:

    Handball, dritte Liga: HSG Stuttgart/Metzingen: Das Ziel: Präsenz in Liga eins und zwei
    Die Talente der HSG Stuttgart/Metzingen um Trainerin Edina Rott genießen die Tabellenführung in der dritten Handball-Liga Süd. Der Aufstieg ist aber in dieser…
    www.stuttgarter-zeitung.de

    Wer in die Instagram-Story geht. kann ihn sich aber noch ein paar Stunden ansehen. Möglicherweise plant man hier schon die Spielerinnen aus dem Leistungszentrum ein.

    Zum Thema Generation Z: Wenn man sich den Beitrag anschaut, kann man hören, dass die schulischen Leistungen unter so etwas leiden, es soll aber durchaus Familien geben, die dem Handballsport zugetan sind, dennoch aber Wert auf schulische Leistungen legen. In der Mannschaft meiner Tochter war dies weit überwiegend der Fall. Die eigenen Berufschancen versaut man sich aber wohl kaum, um den deutschen Frauenhandball zu retten.

    Und zum Thema Sparkasse: Das ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, also eine autonome Rechtsperson, die ihre Mittel selbst erwirtschaftet. Ausschüttungen an die Träger kommen selten vor, so dass hier keine Mittel an den Verein fließen, die sonst der öffentlichen Hand zur Verfügung stünden. Ich glaube auch nicht, dass das ansatzweise mit Ungarn oder Rumänien vergleichbar ist.

    Eine Akademie mit U19 in 2. Liga und U17 in 3. Liga klingt gut, leider wird sich das kein einziger Bundesligist leisten können, zumal er schön blöd wäre, auf eigene Kosten für die ganze Liga auszubilden. Dann kann der DHB das gleich mit den Akademien machen, so wie es Bob Hanning bei den Männern vorschlägt:

    Paukenschlag vor der Heim-EM: Bob Hanning plant eine Handball-Revolution
    Deutschlands Handball-Talente bekommen unter anderem laut Bundestrainer Alfred Gislason zu wenig Spielzeit in der Bundesliga. Bob Hanning will das mit einem…
    www.spox.com

    Beim Volleyball gab es das wohl auch mal.

    Ob das so funktioniert, könnte man sagen, wenn man ein Spiel gesehen hat :) Beim Einsatz von HBF-Spielerinnen in der 3. Liga ist der Leistungsunterschied meistens so groß, dass es der Mannschaft zumindest erfolgsmäßig helfen kann und nur um den geht es bei den Aktiven. Bei den Zweitspielrechten 2. Liga ist mir hier aus der Gegend bekannt, dass die Spielerinnen dort gelegentlich auch mal bei den Zweitligisten mit trainierten. Im Jugendbereich ist es aber eine andere Nummer. Die Spielerinnen sind taktisch noch nicht so weit und flexibel. Es würde dann vielfach so laufen, dass am Wochenende der Star kommt und sich auf Kosten der Mannschaft profiliert und weder links noch recht guckt und ob die Heimatvereine das alle mitmachen, halte ich für zweifelhaft.

    Die Frage ist doch auch, was die Heimatvereine dazu sagen, wenn da am Wochenende Spielerinnen kommen, die nicht mit der Mannschaft trainiert haben. Die Heimatmannschaft als Staffage für die Talentförderung? Ob das so viele in der Jugend mitmachen? Ich würde mein Kind jedenfalls nicht in einer solchen Mannschaft spielen lassen. Dass Handball ein Mannschaftssport ist, wird meiner Meinung nach in der Nachwuchsförderung aber ohnehin vernachlässigt.

    Leute, wieso ist es traurig, dass es in Europa geschehen muss, wenn überwiegend europäische Mannschaften beteiligt sind? Wie es im Rest der Welt mit Frauenhandball aussieht, haben wir doch gerade gesehen. Und der WM-Modus hat im Hinblick auf die Möglichkeit zur Teilnahme an der Qualifikation wohl auch keinen Fairness-Preis verdient, oder?

    Man weiß irgendwie nicht, was man da sagen soll. Auf sportschau.de ziehen die Offiziellen ein positives Fazit. Naja, das Minimalziel wurde halt erreicht, darüber hinaus gab es jetzt außer dem Umstand, dass man mit Leuchter und Lott zwei junge Spielerinnen hat, die Akzente einbringen können, bei ehrlicher Betrachtung nicht so viel, was man besonders hervorheben könnte.

    Fridulin, du bringst es glaube ich auf den Punkt. Gaugisch meinte im Interview nach Schweden, die hätten eine "Weltklasseleistung" abgeliefert, was man bei der Anzahl an TF durchaus bezweifeln darf. Es wäre wohl besser, wenn man etwas ehrlicher mit sich ins Gericht geht und nicht vorher so eine Erwartungshaltung aufbaut, um dann noch nervös zu werden, obwohl man es sich in der Außenseiterrolle bequem machten könnte.

    Zickenbändiger, ehrliche Frage: Siehst du es auch so, dass es zudem am "Handballspiel" krankt, weil in den Auswahlmannschaften und bei den Sichtungsturnieren darauf gesetzt wird, dass die "Auserwählten" alles dürfen und der Rest nur Staffage ist? Daraus resultiert meiner Meinung nach nämlich auch ein großes spielerisches Defizit, was den anderen Mannschaften die Verteidigung einfach macht und dann zu schlechter Wurfauswahl führt, weil man nie richtig gelernt hat, auch andere einzusetzen.

    Irgendwie passt das Abschneiden der deutschen Mannschaft zu der ganzen, aus meiner Sicht sportlich fragwürdigen WM. Bei Norwegen könnte man fast meinen, die Niederlage gegen Frankreich war gut, weil die mit den Niederlanden nochmal einen ernsthafteren Gegner im VF hatten, der sie gefordert hat. Die Musik im Frauenhandball spielt in Skandinavien und Frankreich, nachdem Russland nicht mehr dabei ist. Leere Ränge und uninteressante Spiele, dazu eine deutsche Mannschaft, die im entscheidenden Moment (wieder) nicht liefert. Da hätte eine Übertragung im Free-TV sicher keinen Boom ausgelöst. Im Übrigen war es für die Entwicklung ganz gut, dass man so einen drauf gekriegt hat. Wäre man ins HF gekommen, hätten einige gedacht, man wäre jetzt Weltklasse, was einfach nicht der Fall ist. So weiß man jetzt, dass man noch eine Menge Arbeit vor sich hat.

    Bei Norwegen hätte man auch sonst wen hinstellen können und die hätten nicht einen Titel weniger !

    Die Rolle des Trainers wird im Handball ohnehin maßlos überschätzt :lol: Dass Mörk redet, ist in den Auszeiten nicht ungewöhnlich. Manchmal hat eine Spielerin auch eine bessere Einschätzung, was auf dem Feld funktioniert oder nicht. Vielleicht hätten Dänemark und Frankreich bei den letzten Finals besser auch ohne Trainer gespielt, vielleicht hätten sie Norwegen dann geschlagen ;)

    Irgendwie erinnert das hier immer mehr an die gesellschaftliche Entwicklung in Diskussionen - es gibt nur noch hellweiß oder dunkelschwarz, dazwischen ist nichts. Daher mal ein Versuch der Objektivierung:

    Polen und Rumänien muss man schlagen - hat man auch getan. Polen hat man dominiert, gegen Rumänien hat man sich schwer getan. Was würden einige denn hier als Norweger zu den beiden letzten Finals bei EM und WM sagen? Da gab es auch erste Halbzeiten, bei denen wenig bis gar nichts lief. Insoweit ist es sicher eine erfreuliche Entwicklung , dass man Spiele wie gegen Rumänien inzwischen drehen kann. Das wäre vor 1-2 Jahren wohl noch nicht der Fall gewesen.

    Weiter ist positiv und erfreulich, dass mit Leuchter und Lott zwei junge Spielerinnen Verantwortung übernehmen können, die über wenig bis gar keine internationale Erfahrung verfügen und auch noch keine großen Turniere gespielt haben. Wenn die sich jetzt noch für Olympia qualifizieren können, ist das super. Irgendwann hieß es einmal, man betrachte den Horizont WM 2025.

    Dass Deutschland kurzfristig in die Weltspitze vorrücken kann, dürfte aufgrund der Ausgangsvoraussetzungen eher nicht zu erwarten sein. Mit Ländern wie Norwegen, Frankreich und Dänemark mitzuhalten, dürfte schwer werden, nachdem dort der Frauenhandball einen ganz anderen Stellenwert hat. Wenn man sich durch die Entwicklung der jungen Spielerinnen in der Gruppe dahinter einnisten und so nah ran kommen kann, um das ein oder andere Mal einen Überraschungscoup zu landen, ist viel erreicht.

    Wenn man eine gute Entwicklung feststellen kann, wäre es auch egal, wenn man z.B. gegen ein stärkeres Schweden im Viertelfinale rausfliegt. Genau so wäre die Handballwelt nicht eine völlig andere, wenn man es schafft ins Halbfinale zu kommen.

    Also halten wir fest, dass die Entwicklung positiv ist und von den Ausgangsvoraussetzungen her nicht erwartet werden kann, dass man plötzlich Weltspitze ist. Bei uns stehen Leuchter und Lott voll in der Verantwortung, die Norweger nehmen ihre jungen Spielerinnen zum Lernen mit - auch Reistad stand bei ihren ersten Turnieren nicht direkt im Feuer und ist sicher eine Ausnahmehandballerin.

    Bislang habe ich nur Zusammenfassungen der Spiele auf Youtube gesehen, dass die Ergebnisse in der Vorrunde einer WM teilweise nicht würdig sind und sicher nicht zur Attraktivität der Veranstaltung beitragen, hatte ich schon erwähnt. Unwürdig ist aber auch das Verhalten einiger Teilnehmer. Wie die eine Spielerin von Kongo gegen die Niederlande beim Gegenstoß und aussichtslosem Rückstand noch reinholzt und sich dann über die rote Karte beschwert, macht fassungslos. Und auch Argentinien (gegen Tschechien) könnte darauf hingewiesen, dass man bei -9 den direkten Freiwurf nach Schlusspfiff nicht mehr ausführt, sondern den Ball hinlegt ....

    Ich bin jetzt nicht endlos negativ, sondern habe nur festgestellt, dass es gegen andere Mannschaften anders ausgeht, wenn man in der Schlussphase so lange kein Tor macht. Und das hat dann nichts mit der Qualität von Japan zu tun, die natürlich in der Offensive ihre Qualitäten haben, die aber defensiv jetzt auch nicht so viel entgegenzusetzen hatten. Nach den Match Statistics der IHF hatte Deutschland eine Trefferquote von immerhin 70%:

    IHF | Match Details Page

    Da geht es dann drum, wie ich einen Vorsprung halten und verwalten kann.