Die Lage beim HVW im weiblichen Bereich ist etwas anders. In der letztjährigen Württembergoberliga der C-Jugend war kein einziger Bundesligaverein, nur Herrenberg (Zweitligist) als Tabellenletzter. In beiden Württembergligen der B-Jugend setzten sich andere Vereine durch. Zuvor hatte sich keiner der nicht vorqualifizierten Bundesligisten in der Qualifikation durchgesetzt, sondern drei andere Vereine. Dabei haben alle Bundes- und Zweitligisten (derzeit sechs, zuvor sieben) unabhängig von vorherigen Leistungenein Recht auf einen der 10 Qualiplätze. Es ist, wie es TVM gesagt hat: Wenn die Bundesligisten in der B-Jugend mitmischen wollen, sollen sie bessere Grundlagenarbeit leisten. Sie können ja auch gerne versuchen, andere Spieler abzuwerben. Der sportliche Gedanke wird aber mit Füßen getreten, wenn man die Bundesligavereine trotz schlechterer sportlicher Leistungen bevorzugt. Ambitionierte württembergische Spielerinnen, die aus welchem Grund auch immer, keine Lust haben, zu einem Bundes- oder Zweitligisten zu wechseln, müssen den Bundesligisten also in jeder Hinsicht den Abstieg wünschen, um eine bessere Chance zu haben, sich für die BWOL zu qualifizieren.
Beiträge von Fachfremder
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Der Wechsel findet aber meistens nicht in der C-, sondern in der B-Jugend statt (kann man an den Kaderlisten sehen, da sind in der C-Jugend kaum Spielerinnen von Bundesligisten dabei). Zudem geht es nicht nur darum, Spieler zu verlieren, sondern im geschilderten Fall, dass man trotz besserer sportlicher Leistungen (als B-Jugend in der BWOL!) als die Jugenden einiger Bundesligisten diese vor die Nase gesetzt bekommt. Kann man diese Vorgehensweise nicht ändern? Doch, glaube ich schon, indem man die Spieler vor die Alternative stellt, in die Verbandsförderung zu gehen oder im Verein zu bleiben. Dann dürfen die alle in der C-Jugend zu den Bundesligisten, die sich dann selbst um die Leute kümmern können. Dann mal schauen, wie es künftig um die Auswahlteams bestellt ist. Nochmal: Es geht hier nicht um das Abwerben der Spielerinnen, sondern die Bevorzugung von Bundesligisten trotz sportlich schlechterer Leistungen.
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Offensichtlich werden jetzt die Plätze in der Württembergliga nach Punkteranking vergeben:
https://hbem.de/aktuelles/spie…vw-ebene-jugend -
Das Problem ist, dass der Zugang zur BWOL immer mehr erschwert wird. Gab es früher lediglich automatische Startrechte für die beiden Erstplatzierten wurde dies zunächst auf die ersten 5 ausgeweitet (nach 18/19), um dann plötzlich in der abgelaufenen Saison nur die ersten 4 zu nehmen (sonst wäre Hbi als 5. ohnehin dabei gewesen). Jetzt hatte man noch 6 Plätze offen, die man dann nach Verbandsproporz zu gleichen Teilen an Württemberg, Baden und Südbaden vergeben hat. In einer Qualifikation wären dagegen 4 Plätze an Württemberg und jeweils 2 an die anderen gegangen. Jetzt hatte man also 2 Plätze und glücklicherweise auch nur noch 2 Bundesligisten, deren Jugend noch nicht qualifiziert war. Der HVW greift also zu Gunsten der Bundesligisten massiv in den Wettbewerb ein. Grund dafür kann eigentlich nur sein, dass man ein Argument für junge Spielerinnen schaffen will, zu diesen Vereinen zu wechseln, weil sie nur dort in der höchsten Spielklasse spielen können. Dazu passen auch die von Handballopa geschilderten Abwerbungsversuche. Da scheint Methode hinter zu stecken.
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Ganz klar Hbi, wenn man die Tabellen betrachtet. Der HVW verfolgt offensichtlich seit Jahren, auch durch automatiche Startrechte der Erst- und Zweitligisten in der BWOL-Qualifikation, möglichst wenigen Vereinen eine Chance zu geben, sich für die BWOL zu qualifizieren. Die Nummer schießt den Vogel natürlich ab. Während man sich bei anderen Verbänden über die Punkterankings aufregt, spart sich der HVW sogar diese.