Beiträge von Fachfremder

    Unterland

    Was das Schubsen/Stoßen in der Luft angeht, haben wir glaube ich ohnehin Defizite in unserer Schiedsrichterausbildung, schon in der Jugend wird da ein äußerst großmütiger Maßstab angelegt. Wenn man sich die CHL anschaut, wird jede noch so leichte Berührung bei einer in der Luft befindlichen Spielerin mit 2 Minuten geahndet. Schlimm, wenn dann bei einem ohnehin verletzungsanfälligen Sport dann noch so etwas passiert, weil das nicht unterbunden wird. An Carmen Moser, gute Besserung.

    Soweit ich gesehen habe, gab es bei handball-world gar keinen ausführlichen Artikel zu diesem Vorfall. Deswegen hier noch mal für alle der Artikel aus dem Weser Kurier:
    https://www.weser-kurier.de/sport/bremen-s…id,1971919.html

    Zum zweiten Mal in dieser Saison ist Werder durch halb Deutschland gefahren, nur um am Spielort dann direkt wieder umzukehren. Nicht so witzig...

    Ist in der Tat nicht witzig, allerdings stellt sich die Frage, was passiert wäre, wenn Nürtingen die Spielerin schon um 7:30 getestet hätte. Nachdem sie am Vortag offensichtlich noch negativ war, wäre sie es vielleicht dann morgens ebenfalls noch gewesen und hätte dann abends infiziert das Spiel bestritten. Leider ist nun einmal so, dass der Schnelltest mehr Sicherheit bietet, wenn er kürzer vor dem Kontakt erfolgt. Sicher ärgerlich für Bremen aber wohl der Gesamtsituation geschuldet.

    Wenn die dort ihre Kader vollkriegen sollte ein Internat mit freiem Blick bis zum Bodensee das auch schaffen.

    Momentan bekommt die NSU nicht einmal eine eigene Jugendabteilung hin, sondern hat eine Spielgemeinschaft und in den Jugenden C bis A genau eine Mannschaft am Start:

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    Und wenn man bis zum Bodensee blickt, tauchen da halt noch ein paar Vereine auf, bei denen man in der Jugend auch Handball spielen kann, ohne in ein Internat zu wechseln. Ein Internat irgendwie vollkriegen oder bundesligareife Spielerinnen hervorbringen wollen, macht dann doch noch einen Unterschied. Abnehmer für die ausgebildeten Spielerinnen gäbe es sicher, nachdem es hier einige BWOL-Teams und Drittligisten ohne veritable Jugendarbeit gibt. Warten wir es ab, mich würde aber überraschen, wenn dabei was rauskommt.

    alter Sack:

    Weil die Möglichkeiten, hier woanders Handball bei einem höherklassigen Verein zu spielen, doch recht vielfältig sind. Für Spielerinnen aus BaWü also eher unattraktiv, zudem ist die Breite bei den nächsten Jahrgängen nicht so üppig. Wenn ich schon ins Internat gehe, kann ich ja auch gleich in ein Etabliertes im Rest von Deutschland. Bei G8 sind die Mädels nach dem ersten Jahr A-Jugend ohnehin mit dem Abitur durch, so dass der Schulwechsel dann relativ spät kommt. NSU arbeitet aber wohl schon daran, Lehrer aus ihrem Trainerstab an einer Schule in der Gegend zu konzentrieren, um eine gute Basis zu haben. Ich glaube mit einer Ausbildungsmöglichkeit bei Kaufland/Lidl in der Verwaltung kann da mehr gepunktet werden.

    Hat Herrenberg denn sämtliche Ambitionen für Liga 1 aufgegeben? Denn dann würde die Kooperation für Metzingen keinen Sinn machen. Die Abgänge von Tuc und Foth sprechen eher dafür, dass man in Herrenberg doch eher nach oben schielt. In Nürtingen macht man das sicher nicht, laut Stimmen aus dem Umfeld spielt man Liga 2, solange das mit dem Aufwand geht und sonst soll es für Liga 3 allemal reichen. Hier in Württemberg gibt es halt das Problem, dass es zu viele Erst- bis Drittligisten ohne klares Konzept und Ausrichtung gibt und dabei in den meisten Vereinen eine unzureichende Nachwuchsarbeit erfolgt. Metzingen hat Fridrikas zwar für die Jugendausbildung geholt, angeblich melden die Tussies aber nächstes Jahr keine B-Jugend zur BWOL, weil die Spielerinnen für die A-Jugend benötigt werden. Bietigheim sollen sowohl die Spielerinnen als auch die Trainer weglaufen, NSU plant ein Internat, für das es kaum ausreichend Kandidatinnen geben dürfte und FA GP möchte offensichtlich auch auf den Nachwuchs setzen. Wenn man einen Zweitligisten als Farm-Team möchte, müsste es mal einen geben, der das auch als Konzept ausruft und beibehält, das sind alle drei aktuellen aber nicht und wenn drei Bundesligisten mit ihrer Zweitvertretung in Liga 3 antreten, kann sich da vermutlich auch wenig entwickeln.

    Könnte auch daran liegen, dass viele BBM Jugendspieler momentan mit dem Gedanken spielen, den Verein zu verlassen und man so versucht die Spielerinnen an der Verein zu binden.

    Vielleicht liegt dies daran, dass die nicht wissen, wer sie trainieren soll:

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    Irgendwie gruselig: Einer der führenden Vereine im Frauenbereich wirbt auf seiner Homepage um Trainer für den Jugendbereich, weiß also offensichtlich nicht einmal, welche Kandidaten er ansprechen könnte. So sieht es auch mit der Nachwuchsarbeit. Hat irgendjemand etwas von einem Konzept oder so gelesen?

    @NSU`ler: Ich spreche den Spielerinnen nicht ab, dass sie sich entwickelt haben, insbesondere Kynast, bei Patorra und Scheib kommt aber hinzu, dass sie sich in Bietigheim jeweils schwer verletzt haben. Ob sie sich woanders nicht entwickelt hätten? Zudem glaube ich auch nicht, dass es das Ziel von Metzingen oder Bietigheim gewesen sein könnte, dass die jetzt in Blomberg und Wildungen spielen. Ich bezweifle, dass alle Bundesligisten ein Konzept haben, zumindest bei denen hier habe ich noch keins entdeckt. Bei Buxte und Rosengarten sieht es zudem so aus, dass die Spielerinnen von Rosengarten zurückkehren, wenn sie sich entwickelt haben. Ähnliches scheint jetzt Metzingen mit Nürtingen machen zu wollen. Würde aus meiner Sicht auch Sinn machen: Wenn ich in der Buli oben mithalten oder gar international spielen will, kriege ich Spielerinnen nicht aus der Jugend heraus regelmäßig nicht so weit. Die müssen dann erstmal in Liga 2 und dann stellt sich die Frage, warum man da nicht gleich hingeht.

    Gleichzeitig spricht er mit den bisherigen Vereinen und erkundigt sich nach deren Entwicklungsplan mit der jeweiligen Spielerin (ist Voraussetzung um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.)

    So Entwicklungspläne wie: Wir lassen sie mal 3. Liga in unserer zweiten spielen, dann kann sie danach erst mal ganz in die zweite Liga (z.B. Kynast nach Waiblingen) oder zumindest zeitweise (Quist in Nürtingen), bevor sie dann zu einem anderen Bundesligisten geht oder sie geht gleich zu einem anderen Bundesligisten (Scheib/Patorra). So sehen die "Pläne" hier in Württemberg aus. NSU braucht sich da allerdings weniger Sorgen machen, um die jungen Spielerinnen, da dürfte ab 2003 und jünger, zumindest was ich gesehen habe, auf längere Sicht keine dabei sein, die an Bundesliga denken muss.

    Ich denke, alter Sack hat Recht. Was soll es da zu verdienen geben? Es ist wohl eher aus Sicht der Vereine ein Vorteil, wenn jemand da ist, der die Spielerin kennt und halbwegs einschätzen kann, ob sie sich dort zurechtfindet. Wenn die aber schon auf den Jahrgang 2005 setzen, werden sie viel vergeblich arbeiten, wenn man beachtet, dass man bei den wenigsten mit 16 sicher sagen kann, ob sie es überhaupt bis in die Bundesliga schaffen. Dann müssen es nämlich ziemliche Ausnahmetalente sein und die können sich ja auch noch so oft oder schwer verletzen, dass es mit der Karriere nichts wird. Also ich würde in so ein Modell kein Geld investieren. Ich sehe eher kritisch, dass man pubertierenden Mädels Flausen in den Kopf setzt. Bereits jetzt werden die doch reihenweise zu Bundesligisten geholt oder auch von den Landestrainern beordert, um den Bundesligatraum zu träumen, obwohl in zahlreichen Fällen jedem klar sein muss, dass dies niemals möglich sein wird.

    Na Toll,sitzt also wieder eine richtig gute noch ein Jahr auf der Bank und wird dann abgeschoben weil sie sich nicht weiter entwickelt hat..................da kann man ruhig mal Klatschen.

    Wie wäre mal mit Namensnennung der richtig Guten? Nicht jeder hier ist intimer Kenner der Verhältnisse beim BSV. Es ist nun mal leider so, dass man auch ein paar erfahrene Spielerinnen benötigt, um in der Buli bestehen zu können. Da sollte man sich über eine Lone Fischer glücklich schätzen. Aus der Ferne betrachtet macht Buxte im Verhältnis zu vielen anderen Bundesligisten einen ziemlich guten Job in der Entwicklung junger Spielerinnen, auch durch die Zusammenarbeit mit Buchholz. Dass das nicht mit jeder klappt, die man mal in den Kader aufgenommen hat, liegt dabei in der Natur der Sache, da braucht man nicht von "abschieben" reden.

    De Bellis als ehemalige Jugendauswahlspielerin folgt wohl dem Ruf von Kiener, Padutsch arbeitet wohl an ihrer Doktorarbeit, so dass der Handball bei ihr nicht mehr die erste Geige spielen dürfte. Die Zweitligisten hier in Württemberg haben es angesichts der hiesigen Anzahl von Erst- und Drittligisten zunehmend schwerer, an Personal zu kommen. Die Ambitionierten zieht es nach oben, die den Beruf in den Vordergrund stellen nach unten.

    Es überrascht überhaupt nicht, dass Herrenberg keinen Lizenzantrag für Liga 1 gestellt hat: Blanke ist von GP nach Herrenberg, weil ihr die Buli neben dem Studium zu viel war und Neubrander ist wohl schon mit einem Fuß in Metzingen. Für andere Spielerinnen fehlt das Geld. Nachwuchs/Unterbau ist nicht einmal für Liga 2 vorhanden. Vernünftige Entscheidung.

    Das erstaunt mich mit Dreizler, hätte eher gedacht, dass die jetzt den direkten Weg nach Göppingen geht. Sich in der 2. Liga zu etablieren ist aber sicher nicht falsch, es gibt ja auch genug Bundesligisten in der Gegend, bei denen sie dann mit einem Zweitspielrecht ausgestattet werden könnte. Bauer dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass gerade in Wolfschlugen ohnehin nichts geht und die momentan nicht mal einen Trainer für die neue Saison haben. Auch der Trainerwechsel mag die Rückkehr befördert haben.

    alter Sack

    Ich würde die Regionallehrgänge als pure Verzweiflung betrachten, um irgendwie herauszufinden, wen man noch fördern könnte. Momentan scheint es jede deutsche Spielerin zu sein, der man es zutraut, sich einmal in der Bundesliga zu etablieren. Ich erinnere mich, dass sogar Louisa Wolf mal hier im Süden dabei war oder auch ganz schnell Lena Degenhardt. Tut man sich und den Damen keinen Gefallen. Eine U23 wäre wohl zielführender. Irgendwie stellt das jetzige System auch die ganze Nachwuchsarbeit in Frage, wenn man da Spielerinnen einlädt, die man in der Jugend eigentlich schon für höhere Weihen abgeschrieben hatte. Oder man hat ein paar Jahrgänge die Falschen gefördert und merkt es jetzt.

    Richtig. Auch bei anderen Vereinen werden ja aktuell viele Ausländerinnen verpflichtet (NSU). Beim BVB hebt immerhin Fuhr die Quote.
    interessanterweise hat auch die Krise keinen Einfluss. Man hätte ja die Theorie aufstellen können, dass man bei kleinerem Etat eher zu deutschen Halbprofis als ausländischen Vollprofis greift.

    In Bietigheim geht es halt nicht in erster Linie um Handball, sondern die Sponsoren. Ich denke Olymp kann das Sponsoring auch gegenüber seinen Mitarbeitern nur rechtfertigen, wenn man zumindest eine internationale Werbefläche hat. Daneben hängt das Sponsoring von MHP auch daran, dass die gleichnamige und in keiner Weise ausgelastete Arena (in Ludwigsburg) belegt wird, was in der Buli nur bei den wenigen Spitzenspielen sinnvoll ist. Auch in der CL bleiben da im Übrigen noch immer viele Plätze frei. So ist es halt, wenn man auf Teufel komm raus international spielen muss, da kann man dann keinen Aufbau machen und eine Entwicklung gehen.

    Bietigheim auf den Spuren von Dortmund. Ich bin gespannt, ob deutsche Spielerinnen ihre Einsatzzeiten bekommen werden.

    Auf jeden Fall keine gute Entwicklung für den deutschen Frauenhandball. Zumal in der Saison davor die deutschen Spielerinnen in der CL kaum zum Einsatz kamen, man aber genauso wenig gerissen hat. Auch wenn ich bislang wenig Sympathie für FA Göppingen hatte, scheint mir das dortige Modell, mit jungen deutschen Spielerinnen aus der Region mal einen Mannschaftskern aufzubauen, spannender. Man munkelt, dass FA wohl auch an Patorra dran ist.