Die Trainerdebatte kommt dann, wenn die Quali zur EM verpasst werden sollte
Ganz im Ernst: Wer soll und will das Amt denn gerade übernehmen, wenn doch eigentlich offensichtlich ist, dass es ein Strukturproblem gibt? Wo soll denn ein neuer Bundestrainer die Spielerinnen kurzfristig hernehmen? Auch der/die Neue bekommt dann wieder den wohlfeilen Auftrag, "zur Weltspitze aufzuschließen", ohne dass sich strukturell etwas ändert. Vielleicht braucht man ja ein System wie im Volleyball, wo man wenige, aber wirklich leistungsbereite Talente bei einem Verein konzentriert, um sich dann auch wirklich Nationalspielerinnen heranzuziehen. Derzeit fördert man in der Breite und hier im Südwesten dem Eindruck nach nicht zuletzt, um den vielen Drittligisten Nachwuchs zu bescheren, die sich keine eigene Jugendarbeit leisten.
Beiträge von Fachfremder
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juliscka: Ich verstehe schon was du meinst, jedoch ist es nicht so ein attraktives Ziel, Bundesligaspielerin zu werden, um dafür zu große Entbehrungen auf sich zu nehmen. Ich weiß auch nicht, wie es in Ungarn insgesamt mit der Vereinsstruktur etc. aussieht. In D haben wir halt eine breite Basis mit auch noch vielen Verbänden. Da ist es nicht so einfach, ein zentrales System überzustülpen, zumal Ungarn auch ein wenig kleiner ist. Wenn die Akademie Bayern mittwochs in Buxte spielen soll, ist das schon schwieriger. Du weißt, dass ich bei einigen Dingen sicher auch deiner Meinung bin und denke, dass sich in D viel verändern müsste. Man kann aber hier nicht ohne weiteres Modelle wie Ungarn oder die Niederlande kopieren.
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juliscka: Glaubst du ernsthaft, dass es mit der Anzahl der Zimmer zusammenhängt, wie gut später die Qualität ist? Fakt ist doch, dass die Mädels in Ungarn dies für das Ziel Profi vielleicht gerne in Kauf nehmen, weil nachher eine attraktivere Liga aufgrund des höheren Stellenwerts des (Frauen)Handballs wartet. In D ist das anders, da musst du auch andere Rahmenbedingungen schaffen. Seien wir doch lieber froh, dass Buxte so etwas macht und sich um den Nachwuchs kümmert, ich bin es jedenfalls. Und damit ist auch die Aussage vom capitano richtig, dass wir eben für die Bundesliga keine vergleichbaren Mittel haben.
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Drücken wir es doch mal anders aus. Mit den zur Verfügung stehenden Spielerinnen ist einfach nicht mehr möglich.
Dafür war das VF schon ein großer Erfolg.
Hast du einen anderen Turnierbaum, gehst du früher aus dem Turnier (siehe Niederlande).So ist es! Möglicherweise war es auch der aufgebaute Druck durch die (vermeintlich) guten Vor_ und Hauptrundenergebnisse, welche die Spielerinnen schließlich gelähmt haben. Man hätte vielleicht die Kirche besser im Dorf gelassen. Unter dem Strich bleiben (bis auf Ungarn) Pflichtsiege gegen schwächere Mannschaften, gegen Ungarn ein Zittersieg, begünstigt durch die noch höhere Fehlerquote von Ungarn, ein Debakel gegen Dänemark und eine vermeidbare Niederlage gegen das wahrlich nicht unschlagbare Spanien. Man sollte jetzt aber nicht auf die Spielerinnen einhauen, sondern sich fragen, woran es gelegen hat:

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juliscka: Was soll sie denn machen? Sagen, dass sie sich zu schlecht für die NM fühlt und die Nominierung? Es ist doch das Problem, dass sie berufen wird, obwohl sie bestimmte Dinge gar nicht leisten kann. Sie wird nominiert, weil es schlicht keine geeigneten deutschen Spielerinnen auf dieser Position in ausreichender Anzahl gibt. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern, wenn man sich anschaut, wie auf der Jugendebene gesichtet wird, denn da gelten starke Einzelaktionen mehr als gute Anspiele.
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juliscka hat bei manchen zwar auch Recht, schießt aber leider zu häufig über das Ziel hinaus. So z.B. die Kritik an Thomaier wegen des Waiblingen-Spiels und ihrer Rolle jetzt. Meine Güte Thomaier ist 21, Grijseels hat glaube ich mit knapp 22 in der NM debütiert und ist auch erst langsam zu einer Spielerin von internationaler Klasse gereift. Die wenigsten sind Henny Reistad und mit Anfang 20 schon so weit und die gilt selbst in NOR als absolutes Ausnahmetalent. Thomaier ist insoweit selbst Opfer davon, dass es - zumal auf ihrer Position - nicht so viele deutsche Spielerinnen gibt, die internationale Klasse haben, weshalb sie eigentlich viel zu früh eine viel zu hohe Erwartungshaltung erfüllen muss. Hätte sie sagen sollen, dass sie nicht mitfährt, wenn sie auf der Tribüne sitzt? Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man das Ergebnis sehr wohl auch vor dem Hintergrund der Gruppeneinteilung betrachten muss und es einfach ein paar strukturelle Problem im deutschen Frauenhandball gibt, über die auch eine gute Platzierung nicht hinwegtäuschen könnte. Ich fürchte aber auch, genau dies würde beim DHB der Fall sein.
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@nsu´ler: Bin völlig bei dir, dass die bisherigen Spiele kaum gut getan haben können. Bei NOR hat man schon gegen SWE gemerkt, dass man noch nicht auf der Höhe war. Eine WM mit so schwachen Mannschaften ist also einfach großer Mist. Und dann kommt noch die Gruppeneinteilung hinzu. Auch wenn NED bei mir eigentlich keine Sympathiepunkte hat, kann es sportlich eigentlich nicht sein, dass sich eine solche Mannschaft vor dem Viertelfinale verabschieden muss bzw., dass von NOR, SWE und NED eine dran glauben musste.
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Maikel: Ob es an HG liegt, weiß ich wirklich nicht. Auch wenn ich dafür eigentlich ins Phrasenschwein einzahlen müsste: Handball ist nun einmal ein Mannschaftssport und an einem Tor müssen sich mehrere Spielerinnen beteiligen. Und da führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass wir zu wenige Spielerinnen haben, die auf hohem internationalen Niveau spielen können. Wenn sich alles auf Bölk und Grijseels konzentriert ist das einfach zu verteidigen und wie Dänemark verteidigen kann, konnte selbst Norwegen bei der EM 2020 lernen, denn die taten sich trotz des hochklassigen Personals nicht so leicht. Die deutsche NM ist international nichts ansatzweise Spitze und auch nicht nah dran, wie auch unlängst in der Quali zu sehen. Natürlich hatte man dann noch eine unterirdische Wurfquote, allerdings hat auch Dänemark noch einiges liegen gelassen. Irgendwie fehlt mir ein Konzept, wie sich unabhängig von der Personalie HG in Zukunft etwas verändern soll.
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Auch wenn die zweite Halbzeit dann souverän gespielt wurde, war es doch am Ende irgendwie auch die überlegene Physis und der Umstand, dass Südkorea bei den Abschlüssen in HZ. 2 das ein oder andere mal die Kraft fehlte. Da wird Dänemark ein anderes Kaliber und bei den Torhüterinnen muss man mit ein paar Fehlwürfen mehr rechnen. Jetzt ist es erstmal gut, dass man die günstige Auslosung genutzt hat, um so weit zu kommen. Befreit aufspielen könnten die Damen jetzt wenigstens.
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@NSU´ler: Nicht nur verrückt, sondern irgendwie absurd.
NED hätte tatsächlich auch anders ausgehen können. Allerdings hätten die es auch gar nicht mehr so spannend werden lassen müssen. Genau wie bei uns gegen HUN war die Quote einfacher Fehler zum Schluss auf beiden Seiten auffällig. Symptomatisch der letzte von Malestein an den Innenpfosten, ein Stück weiter links und er springt raus.
NOR fand ich einer WM unwürdig. Die Norwegerinnen wussten teilweise gar nicht, wohin sie spielen sollen, vor lauter Optionen. Die hätten gefühlt jedes mal alleine durchgehen können. Wenn die Gegnerinnen dann bei mehr als -30 auch noch lachend jedes Tor, jede Parade und sogar vergebene 7m bejubeln, wird das Ganze zur Farce, zumal NOR meinem Eindruck nach in derartigen Spielen nicht voll durchzieht und Gnade walten lässt.
Ich dachte bereits bei der WM 2017 in Bietigheim, was das soll, als ich Argentinien gesehen habe. Da muss ich jetzt fast Abbitte leisten. Mit der Nummer jetzt erweist die IHF dem Frauenhandball keinen Dienst.
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Das ist in der Tat ein schlechter Scherz bei der Hauptrunde einer WM. Die Norwegerinnen haben sichtlich Mühe, Anspannung und Konzentration zu halten, da steigt dann sogar die Verletzungsgefahr. Immerhin hat man heute mit NED:ROM ein Spiel gehabt, das einer WM würdig war.
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Warum Bölk fast durchspielt hat sich mir auch nicht erschlossen. Auch Grijseels hätte ich mehr geschont.
Weil ohne die 2 gar nichts mehr läuft wahrscheinlich. Insgesamt alles sehr statisch, einfallslos und ohne Tempo. In der Tat keine Werbung für den Frauenhandball.
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Die Tour de France war auch insgesamt ein mediales Ereignis, medial dauerpräsent wurde sie aber durch das Team Telekom und natürlich auch mit den dadurch verbundenen Werbeschaltungen, die von der Telekom gezahlt wurden. Daneben bin ich auch ein wenig bei Bienzle: Das Produkt deutscher Frauenhandball ist jetzt auch nicht so herausragend, dass man es alleine mit ein paar Länderspielen im öR schaffen würde, Begeisterung zu wecken. Da ist in anderen Ländern ein viel höheres Grundinteresse zu verzeichnen. Ich kenne eine Geschichte, bei der eine D-Jugend eines Bundesligavereins aus Württemberg bei einem Turnier bei Karlsruhe war und die badischen Gegnerinnen nicht einmal wussten, dass der Verein Bundesliga spielt. Um Frauenhandball populärer zu machen, bedarf es schon mehr. Ich persönlich schaue, obwohl am Frauenhandball interessiert, auch lieber die CL oder die norwegische Nationalmannschaft. Ich weiß auch von einigen Jugendspielerinnen, dass die genau das tun und sich für die Bundesliga überhaupt nicht und die Nationalmannschaft nur wenig interessieren.
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Der Sieg ist eher deshalb verdient, weil die Ungarinnen noch mehr Fehler gemacht haben. Souverän ist anders. Andere Mannschaften hätten das Wackeln in der Schlussphase eiskalt ausgenutzt und es wäre wieder nichts geworden. Auch der Ausfall von Klujber hat den Deutschen in die Karten gespielt. Insgesamt beide Mannschaften mit einer viel zu hohen Fehlerquote für die internationale Spitze.
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Gaugisch: "Leider konnte ich ihr in unserem Kader nicht die Spielzeiten geben, die sie vielleicht gebraucht hätte."
Da ging es dann wohl eher um das Wollen und nicht das Können, wen man die bisherigen Ergebnisse betrachtet.
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Anstatt an solch einer Diskriminierung mitzumachen, sollte man zuhause bleiben. Ist ja schließlich eine WM und nicht eine WM der Geimpften.
Warum sollte man da zu Hause bleiben, wenn man geimpft oder genesen ist?
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Was ist denn bei Dortmund los? 20 Gegentore zur Halbzeit und vorne lassen die reihenweise Dinger liegen. So kann es was werden mit den ersten Minuspunkten.
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Also Leute, wenn man noch Kinder hat, kennt man auch Instagram. Und da kann man bei beiden in den öffentlichen Accounts schauen und da sieht man, dass die Person, mit der Bölk offensichtlich eine Beziehung hat, tatsächlich blond und nicht Alicia Stolle ist und bei Alicia Stolle sieht man, dass es keine Frau ist. Emily Bölk geht mit dem Ganzen übrigens sehr selbstverständlich und unverkrampft um. Ich glaube, Löwenherz liegt da schlichtweg falsch.
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Qualität ist keine Frage des Alters.
Wenn man darauf abstellt, wie viele jüngere Spielerinnen im 35er-Kader waren schon
Bei den Norwegern ist Reistad die Jüngste mit Jahrgang 1999, sonst ist weiter die Kerntruppe mit Oftedal, Mörk & Co. prägend, die ja schon U19 Europa und U20 Weltmeister waren (2009/2010). Bei den Niederländern Zoe Sprengers von Bayer mit Jahrgang 2000. Qualität ist aber in einem Sport häufig doch eine Frage des Alters, weil es nicht selten hilft, die richtigen Entscheidungen auf dem Feld zu treffen. Da ist Reistad für ihre jungen Jahre sicher eine absolute Ausnahmeerscheinung.