Beiträge von Fachfremder

    Also, wenn jemand mal zu den Belastungen in D im Unterschied z.B. zu Ungarn etwas aus berufenem Mund hören will, dem sei dieser Podcast mit Matthias Mester und Emily Bölk empfohlen:

    https://kurzknapp.podigee.io/12-boelkstoff

    Sie gibt da sehr interessante Einblicke, insbesondere zu den Reisezeiten eines Teams wie Buxtehude, den damit verbundenen Belastungen und Regenerationsmöglichkeiten und im Vergleich zur Situation in Ungarn. Diese ist nämlich schon aufgrund der Größe des Landes nicht nur hinsichtlich der Reisezeiten komfortabler. Nach 17:00 Uhr hat man da auch Feierabend, wenn kein Spieltag ist. Die "Wohlfühloasen" könnten woanders sein.

    Kristiansand hat sehr schnell gespielt und Vyakhireva konnte gleich Akzente setzen, haben aber auch wieder von einer starken Jerabkova und nicht zu vergessen einer glaube ich 100%-Quote von Knedlikova profitiert. Györ gegen Esbjerg hätte auch anders ausgehen können, Mörk sehr stark, wenn die Mannschaft sich besser auf sie eingestellt hat, aus meiner Sicht auch wieder Kandidat für das Final4. Bei Györ bleibt abzuwarten, ob die Qualität am Kreis ausreicht. Am WE hat es nicht zuletzt Gros mit einigen Aktionen in der Schlussphase gerichtet.

    Ich habe Oldenburg auch nicht gesehen, denke aber, dass selbst ein völlig desolater Auftritt einer verunsicherten Mannschaft zum Saisonbeginn kein Anlass ist, den Stab über Mannschaft und Spielerinnen zu brechen und ihnen die Fähigkeit, Handball zu spielen, abzusprechen. Es gehört doch zum Handball dazu, dass immer mal wieder eine Mannschaft völlig neben sich steht. Aus jüngerer Zeit sind mir da der THW Kiel beim Pokal-Final-Four 2020/21 gegen Lemgo mit der total desolaten 2. Halbzeit oder auch die norwegischen Damen im letzten Olympia-Halbfinale in Erinnerung. Die standen auch offensichtlich neben sich.

    Und wo der deutsche Damenhandball steht, wissen wohl die meisten und den Ursachen dafür mag man beim DHB auf den Grund gehen.

    Stimmt, es liegen wenige Informationen vor, es steht aber fest, dass der BVB am Dienstag gezielte Desinformation betrieben hat und an die Öffentlichkeit gegangen ist, statt auf die Spielerinnen zuzugehen, um die Angelegenheit zu klären. Erst danach gingen diese an die Öffentlichkeit.

    Und was das Thema "glaubt ihr wirklich" angeht, kann man auch nicht wirklich glauben, dass zwei Nationalspielerinnen, die bei der gleichen Agentur wie Bölk und Stolle unter Vertrag sind und sich von Athleten Deutschland e.V. vertreten lassen, einfach mal etwas in die Welt setzen, weil sie kurz vor Saisonbeginn plötzlich keinen Bock mehr haben, für den BVB zu spielen.

    InTheAirTonight: Deine Äußerungen sind sehr spekulativ. Da er allerdings auch DHB-Trainer ist, könnte es hier auch ein größeres Beben für den deutschen Frauenhandball geben. Die Frage ist doch auch, warum geht Heiermann am Dienstag in dieser Weise an die Öffentlichkeit, wenn er später zugeben muss, dass schon seit Montag die Kündigungen da liegen? Er zwingt die Spielerinnen auf diese Weise ja dazu, in die Öffentlichkeit zu gehen. Und dass hier jeder User Kontakt zu Spielerinnen hat, wird nirgends behauptet. Viele sind aber im Handball in ihrer Region aktiv oder unterwegs und hören da so manches, was man nirgendwo liest.

    Damit wird deutlich, was eigentlich schon klar war: National kann Bietigheim sich nur selber schlagen. Spannung wird es wohl hauptsächlich beim Abstieg geben. Für Bietigheim wird interessant, wie sie sich in der CL schlagen, insbesondere nachdem sie dort am WE quasi "kalt" einsteigen müssen.

    Die müssen sich auch nicht rausklagen. Wenn der BVB meint, die Kündigungen seien nicht wirksam, müsste er beide auffordern, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen und, wenn sie dies nicht tun, selbst kündigen, womit die Spielerinnen das Ziel der Vertragsbeendigung auch erreicht hätten. Der BVB könnte danach allenfalls Schadensersatz von beiden verlangen, was bei Zschocke schwierig wird, nachdem Heiermann schon öffentlich erzählt hat, dass man sie gar nicht braucht. Ich tippe, dass der BVB irgendwann erklären wird, die Kündigungen akzeptiert zu haben, auch wenn aus seiner Sicht nichts dran sei. Die Äußerungen von Heiermann im ersten Beitrag von den Ruhrnachrichten klingt jetzt jedenfalls ein wenig nach Vorwegverteidigung.

    Seltsame Töne aus Dortmund: Normalerweise steht in den Verträgen, wann die Spielerinnen - auch bei Verletzungen - wo und wie oft erscheinen müssen, z.B. auch zum Mannschaftstraining, wo es ja auch um Taktik gehen kann. Würden die Spielerinnen also rechtlich etwas falsch machen, könnte man dies ahnden. Sollten Sie tatsächlich zu wenig Motivation für den BVB gehabt haben, wird diese öffentliche Demontage aber sicher nicht zu mehr davon führen. Und bei Zschocke stellt sich die Frage, was der BVB erwartet, wenn eine junge Spielerin quasi aus einer Verletzung heraus mit anderen Ansprüchen in der CL konfrontiert wird. Wenn ich mich recht erinnere ist auch Bölk in Budapest nicht sofort eingeschlagen, wie eine Granate ...

    Lösungsvorschlag? Wer möchte, kann in diesem Forum vom Capitano19 als ausgewiesenem Kenner der Handballszene und des Frauenhandballs die Aussage lesen, dass sich beim DHB niemand wirklich um den Frauenhandball schert. Und glaub es mir, im Nachwuchsbereich wird es nicht besser, da fehlt für die kommenden Jahre die Breite talentierter Spielerinnen, um etwas zu verbessern ....

    InTheAirTonight: Grijseels studiert meines Wissens in Dortmund auf Lehramt und wird dies wohl erst zu Ende bringen wollen. Da geht es also offensichtlich nicht um Wohlfühloase, sondern eine andere Motivation, zumal sie wissen wird, wie schnell eine Handballkarriere durch eine Verletzung beendet ist.

    Und auch zu Behnke: Bei einem CL-Teilnehmer mag man zwar etwas mehr verdienen, die Bäume wachsen da aber auch nicht in den Himmel und da zieht es manche wohl vor, lieber die Karriere in Deutschland ausklingen zu lassen und parallel schon mal den Berufseinstieg vorzubereiten. Wie bereits gesagt, bei dem Stellenwert den der Frauenhandball in Deutschland hat, kann man es ihnen auch nicht verdenken.

    InTheAirTonight: Das ist die Stellenwertdiskussion, die wir hier auch schon mehrfach hatten. Und das Mannschaftsargument zieht bei der Nationalmannschaft nicht, da ist man so schnell raus, wie man reingekommen ist. Und bei den Lehrgängen auf Landesebene heißt es ausdrücklich, dass die Spielerinnen individuell und nicht als Mannschaft entwickelt werden. Wenn man mal den damaligen Länderpokal gesehen hat, weiß man, was Sache ist: Da dürfen sich pro Mannschaft einige wenige präsentieren und der Rest ist Staffage. Möglicherweise liegt hier auch die Wurzel für das von Löwenherz angesprochene Defizit mit dem Plan B. Ich habe schon von Spielerinnen gehört, die eigens für die Sichtung beim HVW ihre Spielweise umstellen - auf weniger mannschaftsdienlich und mehr individuelle Durchsetzung.

    Was soll das heißen "optimal für den Verein ausbeutet"? Birkner und die anderen Trainer sind Angestellte der Vereine und nicht des DHB. Demnach sind die Trainer auch den Interessen des Vereins verpflichtet. Sollen die Vereine auf sportlichen Erfolg verzichten, damit sich eine Spielerin besser entwickelt, um dann ablösefrei dem Verein den Rücken zu kehren? Die Spielerinnen können doch den für sich selbst optimalen Weg suchen, in dem sie einfach nur kurzfristige Verträge unterschreiben und dann abhauen, wenn es ihnen nicht passt.

    Das Problem dürfte doch sein, dass das einzige Konzept zu sein scheint, die jungen Spielerinnen möglichst schnell möglichst hoch bei den Aktiven einzusetzen. Ob es allerdings für eine RM förderlich ist, zunächst auf LA in der Buli oder sonst irgendwo zu spielen, wage ich zu bezweifeln. Besser wäre es wohl, auf der angedachten Position so hoch einzusteigen, wie es möglich ist. Insgesamt fehlt doch ein Plan, wie man den Übergang von einer Jugendnationalspielerin zur etablierten Bundesligaspielerin und dann ggfls. noch darüber hinaus schafft. Mit 17 3. Liga in der Zweiten einer Bundesligamannschaft spielen, scheint jedenfalls nicht flächendeckend aufzugehen, am ehesten wohl bei Buxte, Blomberg und Leverkusen, wo dann aber auch ein Anschluss zum Buli-Team hergestellt wird, dann aber auch in Kauf genommen wird, dass die Mannschaft auch mal ein paar schlechte Spiele macht.

    Aufgabe der Vereine ist es ja zunächst, den eigenen Bedarf an Spielerinnen zu decken. Wenn es also den üblichen Verdächtigen gelingt, mit zumeist noch jungen deutschen Spielerinnen eine Bundesligamannschaft zu stellen, machen die prinzipiell einen guten Job. Das Niveau der Liga insgesamt oder gar jenes der Nationalmannschaft zu steigern, ist aus meiner Sicht nicht deren Aufgabe. Dazu bedürfte es vielleicht auch eines größeren Einsatzes der Spielerinnen, den einige - verständlicherweise - unter diesen Rahmenbedingungen nicht bringen wollen. Eine Niederländerin, die in der Buli spielt, möchte mit Mitte 20 weiter ins besser bezahlte Ausland gewechselt sein. Viele deutsche Spielerinnen wollen da ihr Studium abgeschlossen haben.

    Womit man dann bei den Bietigheimer Damen bei den EUR 1,7 Mio. möglicherweise den Schluss auf den Anteil von Herrn Bezner an der Finanzierung ziehen könnte. Aussagekräftig sind die Bilanzen ohnehin nicht, dazu bedürfte es der Gewinn- und Verlustrechnungen, denen entnommen werden kann, was im entsprechenden Geschäftsjahr ausgegeben wurde. Die müssen aber aufgrund der Größe der Gesellschaften nicht veröffentlicht werden.

    Hier mal einige Zahlen und Quellen:

    Peter Prior meint, Bietigheim habe einen Etat von 2,5 Mio.:

    https://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/buxtehude/c-sp…se-geld_a181746

    Der HSV soll nach dem Aufstieg 4 Mio. gehabt und diesen verdoppelt haben:

    https://www.abendblatt.de/sport/article2…rein-appel.html

    Insoweit sind die Zahlen von Fridulin wohl nah an der Realität. Ich denke auch nicht, dass in Bietigheim eine Quersubventionierung stattfindet, da muss jeder seine eigenen Sponsoren einwerben.

    Leute, ihr habt alle recht.

    aber löst das wirklich das Problem der Übersteuerung?

    Entweder bekennt man sich zum Leistungshandball, oder man lässt es einfach

    Aber wird nicht gerade in diesem Forum so häufig bemängelt, dass sich immer weniger junge Spielerinnen zum Leistungshandball bekennen? Ich finde das Geheule von Heiermann allerdings auch überzogen. Hier im Süden ist in der Woche häufig auch Skifahren angesagt, gepaart mit denen, die am 2. Weihnachtsfeiertag Familienbesuche machen, scheint mir also auch kein Tag für Zuschauerrekorde. Nur eines wird es sicher nicht: Die Meisterschaft entscheiden.

    Hallo ihr Propheten: Und schon ist Annika Meyer in Bietigheim

    Externer Inhalt www.instagram.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    siebenberger

    Die machen statt dessen gerade einen Lehrgang:

    https://www.handballbw.de/home/aktuell/d…ionalmannschaft

    Mögliche Erklärung wäre, dass der DHB gar nicht die personellen Kapazitäten und das Budget hat, die da hinzuschicken, nachdem die beiden WM U20/U18 in kurzer Folge stattfinden und die U18 neben der U20 WM gerade auch noch bei den Tagen des Handballs aktiv war. Die WM-Vorbereitung der U 18 dürfte dem DHB dann wohl wichtiger gewesen sein.