RTL startet drei Pay-TV-Sender und verschlüsselt auch Hauptprogramme - Schäferkordt: "Mit Astra fast einig"
Der Fernsehsender RTL Television startet noch in diesem Jahr neue Pay-TV-Programme, um Zuschauer zum Umstieg in das digitale Fernsehen zu locken. "Wir werden neue Spartenkanäle anbieten", kündigte Senderchefin Anke Schäferkordt im Gespräch mit der Financial Times Deutschland (FTD) an. Es gehe wahrscheinlich um drei Kanäle. Zum Startzeitpunkt wollte Schäferkordt keine genauen Angaben machen. Allerdings dürfte der Sender laut FTD den Herbst im Blick haben, damit die neuen Kanäle noch vor dem Weihnachtsgeschäft auf Sendung gehen. Zwei von ihnen sollen laut Schäferkordt so genannte fiktionale Programme zeigen, also bekannte RTL-Serien-Folgen und vielleicht auch TV-Filme. Ein dritter Kanal dreht sich rund um Beratungsshows wie etwa die Renovierungssendung "Einsatz in vier Wänden".
Die Managerin reagierte heftig auf die Kritik an den Verschlüsselungsplänen im Satelliten, die etwa SPD-Chef Kurt Beck geäußert hatte. Er hatte steigende Kosten für die Zuschauer bemängelt. Schäferkordt nannte die Kritik "befremdlich". "Für uns wird künftig die Grundverschlüsselung die Voraussetzung sein, unter der wir überhaupt mit den Anbietern von Plattformen sprechen." Mit Astra sei man sich fast einig: "In den Grundsätzen stimmen wir weitgehend überein." Auch das digitale Fernsehen über Hausantenne, DVB-T, solle künftig nicht mehr frei ausgestrahlt werden. "Einen von drei Verbreitungswegen unverschlüsselt zu lassen, halte ich für wenig konsequent."
Außer im Spartenfernsehen will die RTL-Chefin laut FTD auch in größerem Stil Programme per Einzelabruf gegen Geld anbieten, im so genannten Video-on-Demand (VoD). "Auch beim Thema VoD sind wir recht weit, sodass auch hier ein kurzfristiger Start denkbar ist." Der Einzelabruf werde zuerst über die neuen Pakete der Anbieter von schnellen DSL-Internetverbindungen starten, später vielleicht auch über Kabel und Satellit