Wie fast immer in unserem System ... zuerst über lange Zeit wegschauen und alles ignorieren und nachdem es einen Vorfall gab in Panik und Hysterie verfallen. Ob es mal unseren schlecht bezahlten Politikern in Zukunft in den Sinn kommt, die Ursachen für solche Amokläufe zu bekämpfen und nicht nur immer temporär medienwirksam die Auswirkungen unserer Gesellschaft. Die Vergangenheit hat doch gezeigt, dass es solche Taten immer gab, wenn nicht damit gerechnet wurde und dass diese nicht verhinderbar sind. Es sei denn, man rüstet die Schulen flächendeckend mit Kameras und Metalldetektoren aus. Mal sehen wie lange es noch dauert, bis dieser Vorschlag ernsthaft gemacht wird. Der Lehrerverband hat nach dem Emsdetten-Amoklauf eine passende und zutreffende Stellungnahme abgegeben.
ZitatAlles anzeigenLehrerverband gegen generelle Überwachung von Schulen
Verbandspräsident Kraus fordert mehr Interesse am Mitmenschen und beklagt Werteverfall – Union fordert mehr Schulpsychologen
Frankfurt/Main – Nach dem Amoklauf von Emsdetten hat der Deutsche Lehrerverband eine generelle Überwachung von Schulen abgelehnt. „Pädagogik, Unterricht und Bildung können nicht in einer Atmosphäre eines Hochsicherheitstraktes geschehen“, sagte Verbandspräsident Josef Kraus am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Amerikanische Verhältnisse mit Metalldetektoren und Kameras seien nicht das richtige. Ausnahmen könnten höchstens einzelne Problemschulen sein.
Kraus räumte ein, dass in der Realschule von Emsdetten, wo am Vortag ein 18-jähriger ehemaliger Schüler wild um sich geschossen hatte, manche Alarmsignale bei dem Täter nicht registriert worden seien. Er forderte daher eine stärkere Kultur des Hinsehens und Hinhörens in Schulen. Allerdings sei es eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, mehr Interesse am Mitmenschen zu praktizieren. Man müsse natürlich aufpassen, dass daraus nicht eine Unkultur des Denunziation werde, fügte Kraus hinzu.
Der Lehrerverbandschef beklagte auch einen Werteverfall in der Gesellschaft. „Drogen, Konsum, Spaß sind die einzigen Werte, die Pop- und TV-Stars noch vermitteln“, sagte Kraus der „Bild“-Zeitung. Eltern und Lehrer müssten Kindern durch eigenes Handeln ein positives Zukunftsbild vermitteln. Arbeit, Leistung, Treue, Verlässlichkeit seien trotz aller Probleme und Widerstände feste Werte, für die es sich zu leben lohne. Eine Gesellschaft, die diese Werte verliere, laufe irgendwann selber Amok.
Die Union forderte unterdessen mehr Schulpsychologen. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach, kritisierte im Bayerischen Rundfunk, dass Deutschland beim Verhältnis Schulpsychologen zu Schülern in einer OECD-Studie nur auf dem vorletzten Platz gelandet sei: „Da liegt Deutschland kurz vor Malta“, sagte der CDU-Politiker.