Beiträge von Linksaussen

    aber auch die physische erschöpfung. kein wunder, wenn man bedenkt, was so eine konzentrationsleistung auch an kraft kostet. die standen ja allein in der final session fünf stunden am tisch, und das nach einer dreistündigen afternoon session und lediglich 1:30h pause - nicht zu vergessen, das zweiwöchige turnier zuvor.

    daß die spieler 10 oder 15 züge im voraus planen, möchte ich im übrigen eher bezweifeln. meinte thomas hein, der cokommentator, nicht mal was von vier, fünf kugeln, die die profis im voraus planen? mehr lohnt sich ja auch nicht, da ist ja dann fast immer ein ball bei, der sich etwas falsch stellt und dann muß man umdenken. naja, außer man ist ronnie o´sullivan und hat einen guten tag ;)

    ich bin ja eigentlich auch ein großer fan von safety-schlachten und z.B. graemes toller defensivstrategie. aber irgendwann ging es ja nicht mehr um gute safetys oder breakbuilding, da wurde punkt für punkt gesammelt. eine reine nervenschlacht und dadurch unglaublich spannend. bei manch anderen spielen . sullivan gegen hendry z.B. - entscheidet sich ein frame ja häufig an einer einzigen verschossenen kugel oder unsauberen safety, weil der andere dann den tisch abräumt. gestern nacht dagegen konnte man im grunde bei keiner einzigen kugel sicher sein, daß sie versenkt wird.

    ja wie? hat hier niemand wm geguckt? ich bin inzwischen völlig erschöpft, aber hab immerhin bis zum ende gegen 2h durchgehalten. eine unglaubliche nervenschlacht, ich hab schon befürchtet, der arme graeme schließt sich nach dem verlorenen 74-minuten-break in seiner kabine ein. um so schöner, daß mein lieblingsspieler am ende doch noch den sack zugemacht hat.

    aber man hat wieder mal gesehen, wieviel bei snooker von den nerven abhängt. auch, wenn das niveau im finale sicherlich nicht so hoch war, die spannung in der schlußsession war irgendwann unerträglich, als ebdon frame um frame aufholte.

    der ausfall von vieri ist für die italiener wohl so tragisch wie für uns die verkletzung von hanke.

    aber daß rooney fehlt, ist schon schade. hätte den gerne spielen gesehen, ein instinktfußballer wie poldi.

    wenn england dadurch früher rausfliegt, stört mich das natürlich kein stück ;)

    das könnte noch ganz schön prickelnd werden, wenn das spiel nach dem 34. spieltag stattfindet. nur mal angenommen, die kröstis hätten die ehf-quali schon sicher und wären auf die zwei punkte nicht mehr angewiesen (oder, anderer fall: auch die zwei punkte würden nicht mehr reichen). wenn sie dementsprechend spielen und düsseldorf punkt(e) holt und dadurch, sagen wir, wetzlar (ist ja egal, wern) noch auf den relegationsrang verdrängt... uiuiui. genau so der umgekehrte fall: düsseldorf ist schon abgestiegen, die kröstis brauchen aber noch zwei punkte für die ehf-quali...

    die globalisierung wird nicht irgendwann aufhören. und erst recht nicht platzen.

    und zur kommerzialisierung im sport: ich würde das ja auch so sagen, daß zuviel kommerz den sport umbringen wird. aber wenn man sich die amerikanischen profiligen anschaut oder (falls man das mit der amerikanischen mentalität erklären will) z.B. die österreichische liga: die funktionieren auch noch. bei red bull salzburg z.B. oder auch bei manchester united nach dem verkauf an glover) gab es zwar viele der traditionellen fans, die sich abgewandt haben. aber die stadien sind trotzdem voll. warum also sollte die besitzer das stören?
    vielleicht gibts auch irgendwann nur werkteams der großen konzerne, ähnlich wie bayer leverkusen oder wolfsburg oder die japanischen und südkoreanischen klubs. dann ist die fanloyalität halt nicht mehr auf regionaler identität begründet, sondern auf corporate identity.

    vielleicht findet der wandel aber auch so schleichend statt, daß die fans sich nach und nach dran gewöhnen. über trikotwerbung regt sich heute niemand auf, mehr noch: da denkt kaum jemand überhaupt mal drüber nach, ob das richtig ist. und ich möchte wetten, daß es 1973 auch etliche braunschweig-fans gab, die die jägermeisterwerbung als unverantwortliche kommerzialisierung brandmarkten und sich von ihrem verein abwendeten. oder in den 60ern, als das profitum eingeführt wurde.