Beiträge von Linksaussen

    Zitat

    Original von Wieland
    wenn man sich für eine sportart interessiert, wird man diese auch schauen wenn doping-verdacht besteht.

    nein. ich hab früher mit begeisterung tour de france geschaut (kann mich noch erinnern, wie ich im urlaub in nizza auf dem hotelzimmer geblieben bin, um das alles entscheidende einzelzeitfahren zwischen armstrong und ullrich zu gucken. das, bei dem ullrich bei strömendem regen gestürzt ist. 2003?).

    und ich habe auch immer gerne leichtathletik geschaut. carl lewis bei der wm 93, michael johnsons weltrekord 96... das waren damals, als ich noch jung und naiv war, highlights für mich. auch 2000 war der 100m-lauf bei olympia noch etwas, für das ich aufgestanden bin.

    und heute? kann ich bei leichtathletik nur noch lachen und radfahren kann ich mir gar nicht mehr angucken. wenn man nachträglich erfährt, daß selbst das große idol carl lewis gedopt war, dann bringt man die emotionale hingabe nicht mehr auf, einem sportler zuzujubeln - immer mit dem hintergedanken, daß der vermutlich auch gedopt ist. ich kann das nicht mehr, und das finde ich traurig.

    zugegeben: ich gucke die spiel- und mannschaftssportarten noch sehr gerne und mit großer begeisterung (handball, fußball). obwohl natürlich auch da gedopt wird (im fußball sowieso, im handball wäre es auch ein wunder, wenn nicht). allein deswegen, weil doping da anteilig weniger am erfolg ausmacht.

    Gottfried: bestreitet doch niemand, daß phelps ein wahnsinniges schwimmtalent hat, den idealen körperbau und disziplin und ehrgeiz dazu. phelps schwimmt (so sagen meine persönlichen schwimmexperten, auch ehemals ziemlich gute schwimmer und trainerlizenzen und pipapo) 80 km in der woche im training. deutsche schwimmer? maximal 50-60. das ist in der tat der vorteil von millionen werbeeinnahmen, während deutsche schwimmer nebenbei studieren oder arbeiten müssen (nur britta steffen nicht. aber die schwimmt ja auch weltrekorde. und hat schlechte haut. huch, das tut natürlich nix zur sache!).

    wir können da auch noch weitermachen: ian thorpe hatte folgenden tagesbeginn: 4.27h: aufstehen. warum? weil e sich minutengenau ausgerechent hat, wie lange er zum anziehen, frühstücken und zum training radeln braucht, das um 4.45h begann.

    niemand würde bezweifeln, daß phelps ein abartig guter schwimmer ist. bolt ist auch seit jahren als riesen-sprinttalent bezeichnet wurden. carl lewis war mit sicherheit auch ein riesensportler. und gedopt. nur: wenn auch all die mittelmäßigen und so einigermaßen guten dopen, müssen die spitzensportler mitziehen. sonst würden sie auch kein gold mehr holen. wie heredia im spiegel-interview sagte: das doping bringt die zehntel, die den unterschied zwischen fünftem und gold ausmachen. und genau das macht den unterschied zwischen unbekannt und weltstar aus.


    frag doch deinen ex-schwimmer mal, was in der schwimmszene so für namen kursieren, wer alles dopt. bzw: frag lieber mal, wer nicht dopt. sonst könntest du nämlich nur höhnisches lachen ernten, wie ich es von der couch immer höre, wenn irgendjemand aus simbabwe, den bahamas oder sonstwo eine schwimmmedaille holt: "trainiert in den usa." wahlweise auch: "trainiert in australien".

    pauschalverurteilungen sind jedem selbst überlassen. bei manchen sportlern und disziplinen würde ich mir auch wünschen, ich könnte mich darüber freuen. aber ich habe zuviel gelesen und gehört. und gewichtheben ist für mich komplett verseucht, zumindest in den oberen regionen.

    und diejenigen, die mich wegen der pauschalverurteilungen angreifen: habt ihr das heredia-interview gelesen?

    okay, ich korrigiere mich. immerhin ist steiner gebürtiger österreicher, das ist natürlich was anderes. wiener blut.... was war da noch mit blutbanken? ach, alles vergessen und unter den tisch gekehrt.

    aber sorry, wir reden hier über gewichtheben. hallo? die sportart ist keine spur weniger dopingverseucht als radfahren, leichtathletik oder skilanglauf. wer da noch glaubt, man könne ungedopt gewinnen, guckt sich vermutlich auch usain bolt bewundernd an und verleiht phelps die fairplay-ehrenmedaille für sauberen sport.

    nochmal und zum wiederholten male, aber das macht ja nichts: durch tests fliegen nur noch dumme und arme sportler auf. siehe balco und fuentes-affären (falls unbekannt, bitte selber recherchieren. wikipedia reicht schon für den anfang):
    das war staatsanwaltliche arbeit, die das ins rollen gebracht hat. keine tests. marion jones? montgomery? hundertfach getestet, nie was aufgeflogen. tour de france? jahrzehnte von negativen tests. ddr-sportler? zwei positiv getestet.

    trainer von steiner? ein ehemaliger ddr-gewichtheber und -trainer (frank mantek). der weiß vermutlich nicht mal, was dopingmittel sind, ne?

    noch mehr lektüre: das in der handballecke schon mehrfach erwähnte [URL=http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,571031,00.html]heredia-interviewl[/URL]. (pflichtlektüre für alle, die gerne von der unschuldsvermutung schwafeln und auf negative tests hinweisen).

    Zitat

    Original von kuzorra
    Ein Generalverdacht, alle die besser als die Deutschen sind, sind gedopt, ist schwachsinnig.

    sagt ja keiner, daß die deutschen ungedopt seien.


    Zitat

    Bis zum Beweis des Gegenteils haben Phelps und Bolt als unschuldig zu gelten, das gebietet die Fairness.

    unschuldsvermutung ist eine sache des strafrechts, nicht des sportrechts.

    Zitat

    Original von Olaf
    Sorgen würde ich mir nur machen, wenn Bundes-Heiner mit Ambitionen nach ganz oben zur WM nach Kroatien fährt. Eine neue Generation braucht ein paar Jahre, um das Niveau der Mannschaft der Jahre 2002 - 2004 zu erreichen. Die WM muss die Vorbereitung auf die EM-Qualifikation sein und dann wird man sich kontinuierlich steigern müssen.

    auf spiegel online schreibt erik eggers:

    Zitat

    Gleichzeitig fühlt sich der Bundestrainer durch den Gewinn des WM-Titels für die WM 2009 in Kroatien verpflichtet. Dort müsse man mit der aktuell stärksten Mannschaft antreten, man könne nicht vorbehaltlos für die nächsten Olympischen Spiele 2012 in London ein junges Team aufbauen. "Das sind wir dem deutschen Handballsport schuldig."

    ich fürchte, heiner hat nicht den mut, ein turnier auch mal abzuschenken und zur mannschaftsentwicklung zu nutzen.

    Zitat

    Original von Schwaniwolli
    In Deutschland werden unsere Sportler regelmäßig und sehr häufig kontrolliert und alle Sportler jammern darüber.

    durch tests fliegen nur noch dumme und arme sportler auf. ich sag nur: marion jones. 194mal getestet. nicht ein einziger positiv. jan ullrich? nur ecstasy aufgeflogen.

    meines wissens sind nur zwei ddr-sportler aufgeflogen. und das in 40 jahren organisierten staatsdopings.

    Zitat

    Es ist doch seltsam ,dass in allen Sportarten, wo Doping Sinn macht
    ( Rudern , Gewichtheben, Leichtathletik , Schwimmen ) die Deutschen Sportler meilenweit hinter der Weltspitze hinterher hinken, in allen technischen Sportarten aber noch immer Weltspitze sind.

    technische sportarten? du meinst wie schießen, wo gerade ein medaillengewinner mit betablockern aufgefallen ist? oder meinst du hammerwerfen, diskuswerfen und ähnliche sachen, wo doping keinen sinn machen soll?
    oder kanu? oder reiten, wo auch deutsche pferde (von ludger beerbaum z.B.) schon positiv getestet wurden?

    Zitat

    Und ist es niemand aufgefallen, dass ein Großteil der ehemaligen Doping-Trainer aus der DDR plötzlich alle in China unter Vertrag stehen ?

    nun, nicht alle. einer trainiert z.B. britta steffen (und hat vorher van almsick trainiert). und auch genügend andere ehemalige ddr-trainer sind im deutschen sport weiter untergekommen.


    überall wird gedopt, in allen sportarten und in allen ländern. macht euch doch nix vor.

    steffen schwimmt die konkurrenz aber nicht in grund und boden und verbessert jeden tag einen wr um ein paar sekunden. also, phelps ist da schon in ganz anderen dimensionen. bei steffen würde ich jedenfalls nicht von vornherein davon ausgehen, daß sie gedopt ist.

    lasst mal die kirche im dorf. das handballspiel war ein vorrundenspiel gegen einen gegner, der wahrlich nicht weltklasse versprüht. während im schwimmen z.B. das 100m-freistil-rennen anstand, mit mehreren großen namen, der entscheidung um gold, möglicherweise einem weltrekord und der paradestrecke des schwimmens. das ist olympia, da zählt sowas nunmal mehr.

    da glaubt wirklich jemand, daß phelps nicht gedopt ist? herzlichen glückwunsch zu soviel naivität.

    man kann im schwimmen ohne doping keine medaille mehr gewinnen. ebenso wie bei radfahren, den meisten leichtathletik-disziplinen, gewichtheben, uswusf.... von olympischen winterspielen fangen wir gar nicht erst an.

    das dumme: doping ändert ja nichts daran, daß phelps ein wahnsinniger schwimmer ist. und daß jeder endlaufteilnehmer bei den schwimmern ein trainingsprogramm hat, das der durchschnittliche fuballmillionär keine woche durchhalten würde. die bringen trotzdem fantastische leistungen, aber diese fabelzeiten bringen mich nur noch zum kotzen.

    schwacher start ins turnier, das hat doch tradition. ebenso, daß heiners jungs mit einer offensiven unkonventionellen abwehr nicht so gut zurechtkommen. ich mach mir noch keine großen sorgen. allerdings: hinter der ersten 7 klaffen in der tat ein paar lücken.