Beiträge von Linksaussen

    mal wieder ein zitat von allesaussersport.de (die sind einfach besser informiert als ich):

    "Klöden, der Ahnungslose. Acht Jahre beim Team Telekom gefahren, von dem wir inzwischen von Zeugen hörten das manch munterer Doper mitfuhr, die Teamärzte an Dopingpraktiken beteiligt waren, der Teamchef Godefroot mutmaßlicher Mitwisser war und der Sportliche Leiter Pevenage eine Beteiligung an Doping nicht dementiert.

    Klöden, der Ahnungslose, der nun von der Masse der Dopingfälle beim Team Astana überrascht war, obwohl das Team seit Gründung von allen sehr scheel angeguckt wurde. Und Godefroot wurde als Berater wahrscheinlich nur angestellt, weil er gute Spaghettis kochen kann.

    Klödens Jagdfreunde und Kollegen wie Vinokourov, Kessler oder Ullrich sind wegen (mutmaßlichen) Dopings auf- und/oder rausgeflogen. Wieder: Klöden hat nichts gewusst, gibt den Überraschten. Die Kundenliste von Klödens Manager Rominger liest sich wie eine Liste von WADA-Stammkunden."


    ich ergänze dazu: bei astana wurde blutdoping betrieben. glaubt irgendjemand, daß man das heimlich unter der bettdecke machen kann?

    wow. rezensionen aus der jungen welt, wo ich sonst schon für artikel aus der taz gesteinigt wurde. wer bringt die jungle world? oder die bahamas?

    guter artikel, ja. auch wenn ich erstmal monade nachschlagen mußte. mit den junge-welt-duktus bin ich nicht so vertraut.

    kann man jemanden ernstnehmen, der "sommermärchen" magie zuschreibt, die fussball-wm als "jahrhundertereignis" beschreibt und dem beim "sommermärchen" mehrfach die kinnlade runterklappte? ich nicht. ist aber wurst. beides sind ja mehr oder weniger dokumentationen, und die leben nun mal vom betrachteten.

    da hat rabobank wohl die notbremse gezogen.

    nun trägt also contador das gelbe trikot. haha! das spitzen-leibchen bleibt uringelb.

    jetzt kann das publikum ja den nächsten auspfeifen. mir ist es fast lieber, wenn einer die tour gewinnt, bei dem man von doping ausgehen kann, als daß irgendjemand den sieg holt, bei dem gewisse medien erstmal wieder die heldenverehrung auspacken, weil er noch nicht überführt ist. ein dreckiger sieger passt gut zu dieser tour.

    meine tips:

    1. hunter
    2. kirchen
    3. rasmussen

    iglinsky ginge natürlich auch, aber wie sich gezeigt hat, dopt astana ja eigentlich eher mit größeren geschützen. testosteron ist sowas für den anfänger- oder einzeldoper.

    für top50 würde ich nicht die hand ins feuer legen. aber mindestens die top10 sind in meiner kleinen welt als gedopt anzusehen. warum? weil doping so effektiv ist. und weil ja inzwischen klar sein dürfte, daß mindestens ein paar dutzend der tour-de-france-fahrer gedopt sind. ergo hat man als nicht-gedopter eigentlich kaum chancen, da mitzuhalten. ich dachte mal, daß das einigen spitzentalenten vielleicht aufgrund ihrer begabung gelingen könnte und hatte dabei (damals) ullrich im verdacht. naja.

    das gilt nicht unbedingt für etappensieger, da halte ich es für möglich, daß man an einem singulären tag eine chance hat. linus gerdemann halte ich z.B. für ungedopt, ich hoffe halt immer noch, daß die nicht alle wie gedruckt lügen.

    aber gerdemann hat ja auch die quittung für seine paar guten tage bekommen, der ist danach mehrfach ziemlich eingebrochen. während leute wie rasmussen oder contador jeden tag aufs neue fahren, als hätten sie vorher drei wochen regeneriert.

    aber nochmal: das ist halt meine persönliche kleine meinung. ich würde das nicht vor gericht behaupten und auch nicht in der öffentlichkeit (dies hier ist ja eine sehr eingeschränkte öffentlichkeit) und es bleibt jedem belassen, auch weiterhin optimistisch zu bleiben, daß nicht die gesamte tour versaut ist. mein glaube daran ist weg.


    edit: mein tip für den gedopten: robert hunter. barloworld ist neu auf der tour, hat einen kleinen etat und fährt trotzdem vorne weg (zwei etappensiege).

    rasmussen ist angeblich in den letzten drei jahren nicht getestet worden (dieses jahr halt wegen abwesenheit). auch im "neuen system" bleibt es dabei: nur, wer sich zu blöd anstellt, fliegt beim dopen auf.

    achja:

    Zitat

    Eigenbluttransfusion ist nicht nachweisbar

    .

    doch. radfahrer dopen sich mit ihrem eigenen blut, welches ihnen in der trainingsphase entnommen wird. durch konservierende zusätze ist es gekühlt locker 4 wochen haltbar.
    ein hämatologe… (sollte in jedem dopinglabor ne planstelle haben) untersucht die roten blutkörperchen differenziert auf ihr alter.
    bei einem ungedopten menschen gibt es ein bestimmtes, ausgewogenes verhältnis roter blutkörperchen in verschiedenen alters-/reifegraden, weil sich die zellen ganz natürlich erneuern, im knochenmark neu gebildet werden.
    beim blutdoping ist eine erhöhte anzahl ‘alter’ zellen nachweisbar, unabhängig von allen verschleierungsversuchen.

    risiko des eigenblutdopings ist ua eine bakterielle verseuchung des gespendeten blutes durch unsaubere abnahmetechnik oä., was zu einer lebensgefährlichen komplikation oder auch nur zu einem unerklärlich schlechtem tag führen könnte. (28 minuten, anyone?)

    von allesaussersport.de.

    auch von dort:

    Zitat

    Aus der Dienstagsausgabe der L’Équipe. Ein Artikel mit Aussagen von Dr. Fréderic Grappe. Wissenschaftler an der Universität Besaçon, Biomechaniker und Berater für den französischen Radsportverband. Grappe hat sich u.a. mit der Messung von Leistungen im Radsport befasst.
    Er kommt nach den letzten Tagen zum Schluß, dass Rasmussen nicht sauber ist. Am Samstag ist Rasmussen bis zur Steigung bei Kilometer 35,5 2kmh langsamer als die fünf schnellsten Fahrer gefahren. Bei der Steigung konnte der Bergfahrer logischerweise mithalten, aber – und das ist außergewöhnlich – im zweiten flachen Teilstück ab Kilometer 38 fuhr Rasmussen genauso schnell wie die fünf Schnellsten. Sein Körper zeigte also keinerlei Ermüdungserscheinungen. Rasmussen habe seine ungewohnt gute Zeitfahrleistung mit der veränderten Position auf dem Rad erklärt. Grappe, dessen Doktorarbeit just über die ideale Sitzposition auf dem Rennrad handelte, hält dies für ausgemachten Unsinn. Rasmussen hatte keine feste Sitzposition und sein Körper bewegte sich in alle Richtungen. Alles andere als optimal.

    Auch Rasmussens Leistung am Tag danach, am Anstieg zum Plateau de Beille sei suspekt. Rasmussen und Contador haben beim Anstieg die 2004er-Zeit von Armstrong um 81 bzw. 82 Sekunden unterboten. Während aber Armstrong nur eine Beschleunigung benötigte um dann gleichmäßig raufzufahren, haben sich Rasmussen und Contador versucht mit Zwischensprints aus dem Rad zu fahren. Als ob es nach einer fünfstündigen Fahrt keine Müdigkeit gäbe.

    Für Grappe ist der 2005er-Anstieg zum Courchevel das Aha-Erlebnis, als Valverde, Armstrong, Rasmussen, Mancebo und Basso den alten Rekord pulverisierten. Vier dieser Fünf sind mehr oder weniger des Dopings überführt. Und Rasmussens Leistung am Sonntag in Beille ist in den Werten vergleichbar mit 2005. Nimmt Grappe seine Erfahrungswerte und schaut sich den Anstieg zum Plateau de Beille an, hält er die Fahrt von Rasmussen und Contador jenseits des Menschenmöglichen und die Fahrt von Klöden und Valverde für suspekt: “Im Gegensatz zu dem was man glauben könnte, hatten Klöden und Valverde keinen schlechten Tag. Vielmehr ist vorne die Fahrt einfach zu schnell gewesen. Sie haben 40 Sekunden auf nur zwei Kilometern bekommen. Das habe ich noch nie gesehen.”


    zum vorfall: daß wino gedopt war, ist nun die kleinste überraschung. astana hat sich doch von anfang an nicht mal mühe gegeben, irgendwie sauber zu wirken.


    ich glaube übrigens nicht, daß alle fahrer bei der tour gedopt sind. nur ein großer teil. aber die ungedopten sind dann bestimmt nicht unter den top25 oder 50 zu finden.

    scharping und struve haben einfach beide diese onminöse studie gelesen mit den 16 positiven dopingproben beim handball und anscheinend keine ahnung von statistik. ganz zu schweigen davon, daß man die studie ja auch mal komplett lesen oder hinterfragen könnte.

    eine diskussion im handball über die massive verwendung von schmerzmitteln (im profibereich) wäre aber tatsächlich mal angebracht. als ich irgendwann mitbekam, daß die spieler (em 2004, glaube ich) nach jedem spiel infusionen bekommen haben, war ich schon etwas geschockt. das ist ja schon was anderes als eisbeutel aufs knie. gut, daß das inzwischen verboten ist.

    ich kann mich aber auch noch gut an das interview von christian zaschke in der sz mit markus baur erinnern, in dem der sagte, bei turnieren eigentlich grundsätzlich ne aspirin vor dem spiel plus anderes nach dem spiel. das ganze in dem tenor: "boah, unser sport ist echt total hart, ey. wir sind echte kerle." dabei müßte das eigentlich höchst kritisch betrachtet werden.

    aber natürlich müßte man dann auch erst mal wieder ihf und ehf angreifen, die die belastung für die spieler in unerträgliche höhen geschraubt haben. die komplett wahnsinnigen spielpläne bei wm und em dürfte ja jede/r hier kennen. plus cl-gruppenphase, jedes jahr ein turnier und nächstes jahr 2 uswusf. das thema hatten wir hier ja schon öfters.

    wer glaubt, im fußball würde nichts genommen, soll doch nochmal unter juventus turin nachschlagen. zidane hat im prozeß ausgesagt, er sei über den wechsel zu real froh gewesen, weil sein körper die ständigen dopingkuren nicht mehr vertragen hätte.
    auch arsene wenger sagte mal, manche neuverpflichteten spieler kämen mit seltsamen blutwerten zu arsenal.

    im fußball steht mit abstand am meisten geld auf dem spiel, während die dopingkontrollen eher lächerlich sind. wieso zur hölle sollte da nicht gedopt werden?

    kann sich noch jemand daran erinnern, daß kahn angeblich den urinbecher durch den raum geworfen hat? wie wären wohl die reaktionen im radsport gewesen? und kann sich jemand dran erinnern, daß beispielsweise lucio noch spät eine zahnspange getragen hat, wie auch etliche amerikanische sprinter (carl lewis, marion jones...)? könnte ein hinweis auf hormonpräparate sein, weil dann der kiefer wächst.
    ein ronaldinho beispielsweise war bei der wm 2002 auch noch ziemlich schwachbrüstig, während er jetzt aussieht wie ein bodybuilder. alles nur fleiß im kraftraum? oder was war da noch mit fuentes und real und barca?

    also, nicht naiv werden.

    zurück zum radsport: die entscheidung der öff. hat ein merkwürdiges timing. die positive a-probe von sinkewitz stammt aus der zeit vor der tour. als also gerade dutzende fahrer unter dopingverdacht standen (und immer noch stehen, siehe valverde). wenn schon, hätten ard/zdf vor der tour aussteigen müssen.
    aber immerhin: es dürfte vielleicht sogar wirkung haben. deutschland ist ein wichtiger sponsorenmarkt, wenn auch nicht der wichtigste. wenn da die breitenwirkung wegfällt (eurosport ist und bleibt ein nischensender. den gucken nur die fans), muß der radsport reagieren.

    zudem: telekom überlegt den ausstieg, milram geht raus, gerolsteiner überlegt auch. das sind schon einige milliönchen, die da wegfallen.

    (und achja: ich habe die letzten jahre tour geguckt, ja. auch hier kommentiert. und ich habe immer noch gehofft, aber dieses jahr ging es einfach nicht mehr)