von konzerten aber auch nicht.
man könnte sich ja auch mal den spaß machen und die kontostände der künstler zusammenrechnen, die da alle "für einen guten zweck" aufgetreten sind und dann fragen, wieviel die wohl schon für afrika gespendet haben. alleine sir mccartney schlägt da ja mit einer satten milliarde vermögen zugute. aber nein, we don´t want your money, we want your vote (oder war es voice?). na, meine stimme können sie gerne haben, das tut ja nicht weh.
also, nochmal zusammengefasst: die konzerte sollten aufmerksamkeit für afrika erbringen sowie druck auf die g8-konferenz ausüben, um die schulden zu erlassen.
nun ist ja ein schuldenerlaß für 43 staaten bereits beschlossen. gut, das kann man ausbauen, denkt sich sir geldof wohl, außerdem konnte er die veranstaltung ja nicht einfach wieder absagen. aber glaubt denn wirklich jemand, daß die politiker beim g8-gipfel sich von sowas ernsthaft beeindrucken lassen? die wußten auch vorher schon, daß schuldenerlass für afrika gut ankommt. aber es geht hier um geld, da tritt der populismus zurück. im übrigen: wieviele der konzertbesucher und fernsehzuschauer werden wohl beim g8-gipfel gebannt vor den nachrichten sitzen?
aufmerksamkeit für afrika: ja herrlich. einen tag lang konnte man mal wieder so richtig schön hungernde afrikanische kinder zeigen. dann zeigen die zuschauer alle ihre betroffenheit und dann wollen wir aber auch wieder den nächsten star sehen, nicht wahr? das elend sehen wir schließlich schon in den nachrichten häufig genug.
bezeichnend, daß kaum afrikanische künstler vertreten waren (außer bei dieser weltmusikveranstaltung, die nachträglich auf den protest hin eingerichtet worden ist). dabei hätte man doch wirklich mal in großem rahmen afrikanische kultur präsentieren können, von der es nun wirklich reichlich gibt. achso, das hätte keine 2 millionen leute gezogen? hm, mist. also doch lieber weiße multimillionäre auf der bühne.
und man könnte sich auch mal gedanken darüber machen, wie der kontinent afrika (den man ja im übrigen noch schwerer unter einen hut bringen kann als z.B. europa) hier mal wieder dargestellt wird. seit mindestens 30 jahren wird über afrika unter folgenden gesichtspunkten berichtet: krieg, hunger und (seit einigen jahren) aids. unbestritten, daß dies alles riesige probleme sind, aber in den medien ist afrika eben immer noch der schwarze drittweltkontinent. worüber sich übrigens viele afrikaner selbst am meisten beklagen. asien wird ja auch nicht nur mit steinzeitkommunismus, überbevölkerung und atomwaffen in verbindung gebracht.
man kann ja nochmal fragen, was liveaid 85 denn gebracht hat. irgendwie hat sich ja scheinbar nicht viel getan in afrika, hm?