Quelle: gwd-minden.de
Gudmundur Gudmundsson entschied sich gegen GWD
Der „13.“, auch wenn es kein Freitag war, erwies sich für Handball-Bundesligist GWD Minden-Hannover nicht gerade als Tag, der von Glücksgöttin Fortuna begünstigt wurde. Nein, jener Mittwoch im Oktober stellte Manager Horst Bredemeier vor neuerliche Probleme, denn nach der Absage von Wunschtrainer Christian Fitzek am Dienstag sanken auch die Chancen auf eine Verpflichtung des zweiten Top-Kandidaten auf den Nullpunkt. Gudmundur Gudmundsson, der vor wenigen Tagen erst sein Amt als Coach der isländischen Nationalmannschaft niedergelegt hatte, winkte, wenn auch schweren Herzens, ab. „Es ehrt mich sehr, dass man an mich gedacht hat und ich bin Minden auch sehr dankbar für das Angebot, aber ich habe eigentlich schon vor geraumer Zeit die Entscheidung gefällt, mich beruflich zu verändern.“ Schon während der Zeit als Nationaltrainer habe er in seinem Beruf als Systemanalytiker im Team-Buildung und Leadership gearbeitet. „Und jetzt gibt es einen neuen Bereich, der mir über IBM angeboten wurde.“ Es sei sehr schwierig für ihn gewesen, sich zu entscheiden, da das Mindener Angebot nicht nur kurzfristig kam, sondern auch kurzfristiges Handeln erforderlich machte.
Vor einigen Tagen hatte er dem „Daily Morgunbladid“ in Reykjavik auf die Frage, warum er als Coach der Nationalmannschaft zurückgetreten sei, erklärt: „Mir war klar, dass ich meinen am 1. Mai 2005 endenden Vertrag nicht verlängern würde. Wir hatten uns für die Weltmeisterschaft qualifiziert und da war es die Meinung des Verbandes und von mir, dass somit der richtige Moment gekommen sei, dass der neue Trainer das Team schon übernimmt. Das alles geschah in bester Harmonie. Für mich stand damit fest, dass ich mich nun auf meinen Beruf konzentrieren werde.“ Diese Aussage wollte Gudmundsson am Dienstag allerdings noch nicht als gänzliche Absage gegenüber GWD gewertet wissen. Das Mindener Angebot habe dafür gesorgt, dass auf einmal zwei Herzen in seiner Brust schlugen und er natürlich ins Grübeln kam. „Ich kenne Minden sehr gut, auch Horst Bredemeier. Trotz des derzeitigen Tabellenstandes wäre es eine Riesenherausforderung für mich.“ Auch die Gespräche mit seinem Landsmann und GWD-Kapitän Patrekur Johannesson bestätigte Gudmundur Gudmundsson. Allerdings ließ er abschließend durchblicken, dass seine Entscheidung auch von privaten Dingen beeinflusst wurde. „Da ist eben auch noch die Familie …“
So ist GWD Minden-Hannover also weiter auf der Suche. Kein Thema ist ein alter Hase, der ins Gespräch gebracht wurde: Peter Rost. Der 53-jährige Handball-Lehrer hatte zuletzt Eisenach trainiert, musste seinen Stuhl in der zurückliegenden Spielzeit, als die Wartburgstädter auf Grund wirtschaftlicher Engpässe mächtig abspecken mussten und in den Tabellenkeller rutschten, bei den Thüringern räumen und an Zlatko Feric abtreten.