Quelle: mt-online.de
Ratka-Verpflichtung wird immer konkreter
Gestern mit Gieseking auf Wohnungssuche in Minden / Horst Bredemeier: "Kader steht - mehr Geld haben wir nicht"
Minden (much). Die Verpflichtung von Richard Ratka als Trainer des heimischen Handball-Bundesligisten GWD Minden-Hannover nimmt immer konkretere Formen an.
Von Michael Lorenz
Gestern weilte der frühere Coach von der HSG Düsseldorf und des VfL Gummersbach in Minden, um sich gemeinsam mit dem Mindener Teammanager Günter Gieseking Wohnungen anzusehen. Ratkas Vertrag mit dem VfL Gummersbach wurde kürzlich außergerichtlich aufgelöst.
Trainer und Exklubs treffen aufeinander
Ratka war in Gummersbach während der vergangenen Bundesligasaison von seinen Tätigkeiten entbunden und durch den Ungarn Lajos Mocsai ersetzt worden. Erfolgt nun die zu erwartende Unterschrift Ratkas in Minden, tritt der seltene Fall ein, dass Gummersbachs neuer Trainer Velimir Kljaic am ersten Spieltag der neuen Serie auf seinen alten Klub GWD trifft - mit dem Ex-Gummersbacher Richard Ratka am Ruder.
Die Trainerposition dürfte die vorerst letzte personalpolitische Entscheidung für die neue Serie bei GWD sein, wie Manager Horst Bredemeier gestern im Gespräch mit dieser Zeitung erklärte: "Mehr Geld ist zurzeit nicht da. Wir müssen noch einige Zeit abwarten, was in puncto Sponsoring und Dauerkartenverkauf passiert. Eventuell können wir uns dann noch einen zweiten Torhüter leisten."
Ansonsten wird Björn Buhrmester aus der zweiten Mannschaft der zweite Keeper hinter Malik Besirevic. Snorri Gudjonsson und Stephan Just bleiben also definitiv die einzigen neuen Feldspieler bei GWD.
"Wir müssen die Kostenbremse treten", macht Bredemeier die Vorgaben deutlich. "Wir haben rund 300 000 Euro weniger Geld zur Verfügung, da die Zuschauereinnahmen in der vergangenen Serie weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind," erläutert der Manager die finanziellen Rahmenbedingungen. Zwar wünscht sich Bredemeier mehr Rückhalt von den Fans für den Bundesliga-Handball in Minden, aber zum Teil bringt "Hotti" Verständnis für das Zuschauerverhalten auf: "Die Fans sind uns nach Hannover nicht gefolgt. Das kann ich sogar verstehen."
Moderatere Ziele als vor Jahresfrist
Jetzt formuliert Bredemeier moderatere Ziele, als das noch in der vergangenen Serie der Fall war (einstelliger Tabellenplatz): "Wir wollen mit unserer jungen Truppe begeisterungsfähigen Handball spielen und den Klassenerhalt schaffen."
In der jetzigen Situation sei in Minden finanziell nicht mehr möglich, betonte der DHB-Vizepräsident Leistungssport. "Trotz aller wirtschaftlichen Probleme, die das Land derzeit beuteln, haben wir immer noch einen Etat von 2,4 Millionen Euro", so Bredemeier.