Quelle: nw-news.de
Bewährtes Duo hält die GWD-Fahne hoch
Richard Ratka unterzeichnete Zwei-Jahres-Vertrag
VON JÜRGEN KNICKER
Minden. Die trainerlose Zeit beim Handball-Bundesligisten GWD Minden-Hannover ist vorbei. Wunschkandidat Richard Ratka unterschrieb gestern in der GWD-Geschäftsstelle in der Mindener Kaiservilla einen Zwei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2007.
"Ich freue mich auf diese sehr interessante Aufgabe. Ich bin es aus meinen 14 Jahren als Spieler und Trainer in Düsseldorf gewohnt, am Limit zu arbeiten. Hier habe ich eine ganz andere Ausgangsbasis als zuletzt beim VfL Gummersbach. Denn es liegt mir viel mehr, mit einer jungen und hungrigen Mannschaft zu arbeiten", erklärte der 71-malige Nationalspieler bei seinem Amtsantritt.
Richard Ratka wird in der kommenden Woche vom jetzigen Wohnsitz Gummersbach in den Mühlenkreis umziehen und seine Frau Petra und seinen Labrador "Fetti" mitbringen. "Es ist wichtig für mich, gleich vom Trainingsbeginn bei der Mannschaft zu sein", berichtete der gelernte Kaufmann.
Seinen bis Juni 2006 geltenden Vertrag beim VfL Gummersbach hatte der 42-jährige Ratka vor wenigen Tagen aufgelöst. "Wir haben uns außergerichtlich geeinigt. Es ist für beide Seiten positiv ausgegangen", erklärte Richard Ratka gestern.
GWD Mindens Manager Horst Bredemeier war mit seinem einstigen Lieblingsschüler seit Wochen handelseinig, der Vertrag konnte wegen der noch offenen Vertragsauflösung in Gummersbach jedoch erst jetzt unterzeichnet werden.
Die Frage nach den ausschlaggebenden Argumenten, das schwierige Amt in Minden zu übernehmen, beantworte Ratka mit zwei Aspekten. "Die Aufgabe ist deshalb reizvoll für mich, weil die Mindener Spieler noch keinen Erfolg gehabt, jedoch genug Willen und Potential haben, etwas zu erreichen. Außerdem ist da der enge Kontakt zu Horst Bredemeier. Mit ihm zusammen habe ich viel erlebt. Wir wissen, was wir voneinander haben und brauchen über die meisten Dinge gar nicht viel zu reden", so Ratka.
Das sportliche Ziel des neuen Trainers und des Vereins ist es, "die Mannschaft nach vorne zu bringen und den Klassenerhalt so früh wie möglich sicher zu stellen".
Dass dies bei einem abgespeckten Etat und einem schmalen Kader von aktuell 13 Spielern nicht leicht werden wird, das ist dem einstigen Weltklasse-Linkshänder klar. "Natürlich liegt viel Arbeit vor uns. Aber ich halte das Potential für ausreichend. Ich bin sicher, dass die Mannschaft ihr Ziel erreichen kann. Das Wichtigste wird es sein, dass die Spieler erkennen, dass sie von Anfang an um den Klassenerhalt spielen und nichts zu verschenken haben."
Die Nagelprobe für Richard Ratka und GWD Minden hat es dann in sich. Im ersten Punktspiel der Saison 2005/2006 am 4. September trifft der neue GWD-Trainer in der Tui-Arena auf seinen Ex-Verein VfL Gummersbach.
Auf der Gegenseite steht dann mit Velko Kljaic Ratkas Vorgänger bei Minden. "Ich glaube, solch eine Konstellation kommt nicht besonders oft vor", sagt Ratka und freut sich schon auf die Stunde der Wahrheit. Doch auch im Vorfeld werden sich die Wege beider Traditionsklubs kreuzen. Beim Turnier in Holzwickede (12. - 14- August) ist neben Bayer Dormagen und GWD Minden-Hannover auch der VfL Gummersbach gemeldet.