Beiträge von HeinerBrandt

    Wieder stimme ich dir zu. Bisher haben unsere Politiker aber eine gute Figur bei den Entscheidungen abgegeben. Gleichzeitig verleitet diese durchaus komfortable Situation in Deutschland auch schnell zu Leichtsinnigkeit, was wieder auf deine Aussagen zurückführen würde. In Schweden ist man hohes Risiko gegangen und auch in Deutschland hätte man das Risiko deutlich höher ansetzen können, aber hier steht die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle, weswegen ich einfach auf die Regierung vertraue, was letztlich die einzige Alternative ist, denn ändern kann man es sowieso nicht.

    Diese Bedenken kann ich absolut nachvollziehen, allerdings vertraue ich den Politikern insofern, dass sie die Gesundheit vieler nicht für ein hohes Niveau an Wohlstand der Bevölkerung riskieren. Allerdings muss auch klar sein, dass der wirtschaftliche Schaden nicht zu groß sein darf, da sonst ein anderes Elend ausbricht. Zudem profitiert das Gesundheitssystem von einer starken Wirtschaft, denn ohne Geld lässt sich auch diese nicht auf einem hohem Niveau halten. Es ist keine Entscheidung Wirtschaft vs. Gesundheit, sondern die Aufgabe beides miteinander in Einklang zu bringen.

    Die Validierung von Studien wird bei der Entscheidungsfindung sicherlich mit einbezogen, da kannst du dir sicher sein oder wie sind deine Bedenken diesbezüglich? Wie gestern noch zu vernehmen war, gab es bereits eine Kontaktaufnahme vom RKI mit Prof. Streeck, sodass die Studie ausgeweitet wird und mehr Daten liefern kann.

    Die Freunde des Schwedischen Modells können sich da ja mal die Zahlen anschauen - drei mal so viel Tote wie Österreich bei ähnlicher Bevölkerungszahl aber geringerer Bevölkerungsdichte.
    Wir werden noch Monate nicht auf "normal" zurück kehren können.

    Zwei Dinge missfallen mir ein wenig an deinem Kommentar: 1. Wenn du Vergleiche heranziehst, dann aber auch bitte umfänglich. Der Unterschied zwischen der schwedischen und österreichischen Bevölkerung beträgt immer noch ungefähr 1,4 Millionen und einen prozentualen Unterschied in der Bevölkerung von über 14 Prozent. Dazu muss betrachtet werden, dass jedes Land auch anders zählt. Des Weiteren ist nicht unbedingt entscheidend, wie viele an Corona sterben. Die Anzahl der Sterbefälle ist in Schweden nicht in besonderem Maße gegenüber dem letzten Jahr gestiegen. Der entscheidende Indikator ist die Auslastung des Gesundheitssystems und hier ist noch kein Zusammenbruch erreicht. Der schwedische Weg hatte bereits kritische Punkte, aber aktuell ist wieder ein wenig Ruhe eingekehrt und die Akzeptanz steigt. Allerdings lässt sich auch keine Prognose abgeben, ob dies in der Zukunft so bleiben wird.
    2. Deine Absolutheit der Aussage, dass noch Monate nicht auf „normal“ zurückgekehrt werden kann. Ich denke da ähnlich wie du, allerdings deswegen weil Monate auch schon 3 oder 4 Monate sein können. Normal würde in dem Fall auch keine Restriktionen bedeuten und wann es wieder Großveranstaltungen der Größenordnung 30.000+ geben wird, ist für mich nicht absehbar. Allerdings könnte es auch sein, dass sich die Lage entspannt und am Ende werden bereits im Sommer wieder Festivals zugelassen - unwahrscheinlich, aber möglich. Damit will ich sagen, dass solche Aussagen durch den Konjunktiv und eine prohabilistische Form besser wirken.

    Das wäre definitiv besser. Das hat wie gesagt mit der Debatte in diesem Thread nur sehr indirekt zu tun. Das Verfahren bei Saisonabbruch ist eine Diskussion, die aktuell sehr relevant ist und zu einer hohen Wahrscheinlichkeit eintreten kann. Alles bezüglich der Saison 2020/2021 sind - und ich wiederhole mich - absolute Spekulationen. Ich habe in irgendeinem Thread schon mal weitere mögliche Szenarien beschrieben, wenn der Worst-Case eintritt, möchte mich damit aber nicht weiter beschäftigen, da es zu unwahrscheinlich ist. Die wirtschaftliche Fähigkeit von Handballvereinen als Unternehmen und der schnell gezogene Vergleich zum Fußball, fördern, dass die Diskussion immer weiter abdriftet, da man hierzu Bilanzen betrachten muss und dann wieder Variablen der Zukunft schätzen muss. Ganz kurz gefasst wäre dies doch unter dem Threadnamen „Das Ende des Profisports?“.

    Hier geht es nur um mögliche Verfahren, wenn der Ligaspielbetrieb 2019/2020 eingestellt werden sollte. Ich denke davon kann man ausgehen, weswegen dieser Beitrag an Zustimmung gewinnt, aber bitte diskutiert eure Szenarien für mögliche Corona-Auswirkungen im dazugehörigen Thema. Das ist hier nicht angebracht und sind absolute Spekulationen mit teilweise Worst-Case-Szenarien.

    Wenn ich das richtig verstehe, möchtest du, dass vorerst Diskussionen jeglicher Art ausgesetzt werden? Nur weil man in einem Punkt diskutiert, heißt das doch nicht, dass man nicht dankbar ist für das, was man hat. Nebenbei ein kleiner Tipp: Nicht jeder Satz muss mit einem Ausrufezeichen enden.

    Anastasis: Das ist hier allerdings ein Forum und für genau solche Diskussionen vorhanden. Wenn man immer nur Tatsachen betrachten würde, wäre die Diskussions-Kultur hinfällig. In dem Moment, in dem alles wieder losgeht, werden die meisten Menschen viel zu tun haben und dann ist keine Zeit mehr um mögliche Diskussionen anzustoßen. Du kannst sehr gerne darauf hinweisen, dass Spekulationen nicht helfen, aber belehrender Aussagen wie „Merkt euch das mal!“ bedarf es hier nicht. Zum Thema: Im Endeffekt ist eine Annullierung vielleicht in gerechter, wird aber durch die Satzung nicht zugelassen. Juristische Probleme hast du in jedem Fall und das größte Problem, was sich jetzt ergeben würde, ist der Bruch der Satzung. Da dort nur formuliert ist, dass nach sportlichen Gesichtspunkten entschieden wird, ist viel Spielraum gegeben. Kiel (8:6) Flensburg (10:6) Hannover (8:8) Magdeburg (5:9) Füchse (10:6) Löwen (7:11) - das wäre in dem Fall die Tabelle, ist also aus bereits genannten Gründen keine Möglichkeit.

    Natürlich wird der Lockdown schon vor 2021 nachhaltige Wirkungen haben, aber wenn er bis 2021 andauern würde, dann wäre Stand 2021 alles am Boden. Ausführungen dazu spare ich mir. Dass die Kliniken nun Verstärkung beantragen, ist doch klar - finanziert werden diese notfalls durch den Staat. Aktuell bin ich als Klinikleiter doch eher vorsichtig und habe im Nachhinein zu viele Kräfte (was anhand der generell knappen Besetzung sowieso nicht eintreten würde), als zu wenig. Der Plan die Risikogruppe 70+ zu isolieren wird häufig als schwierig umsetzbar beschrieben. Es wird einen Plan dafür geben und am Ende gilt wieder, dass das Virus, Erkrankungen, Tote nicht zu 100% auszuschließen sind. Es wird aber einen Weg geben, um den Großteil der Menschen zu isolieren oder zumindest fast zu isolieren. Möglichkeiten der Infektionen bestehen immer.

    Karl: Mir gefällt die Diskussion mit dir - das wollte ich nur sagen, bevor ich weiter diskutiere. Ob sich die Herdenimmunität darstellen lässt, werden die Daten der Dunkelziffern mit sich bringen. Kann man leider jetzt noch nicht wirklich etwas drüber sagen. Auch die Frage, was wenn keine Immunität herrscht, ist berechtigt. Das wäre allerdings ein relativ vereinfachtes Szenario, weil dann erst mit einem Impfstoff die Lösung kommt. Da dieser nicht der Antikörper-Impfstoff als Reaktion der Infektion sein kann, wird die Herstellung wohl noch länger andauern und er erst Mitte 2021 verfügbar sein. Sollte der Lockdown bis dann andauern, liegt Deutschland in Trümmern. Dieses Szenario ist unwahrscheinlich und deprimierend, deshalb beschäftige ich mich damit nicht. Zu den Spätfolgen: Ebenfalls Zustimmung, aber das ist noch viel weniger untersucht, da es verständlicherweise kaum Daten gibt. Ich denke allerdings, dass sowohl Spät- als auch Langzeitfolgen (die natürlich noch gar nicht untersucht sind), wenig Einfluss auf die Entscheidung nehmen werden.

    Während die Virologen sich in vielen Bereichen unsicher sind, sind sie sich zumindest in der Immunität einig. Die meisten sprechen eben von 99%, aber selbst wenn es 90% sind, wird diese Wahrscheinlichkeit als Annahme ausreichen. Natürlich hat die Entscheidung eine Tragweite, aber bei manchen Aussagen kommt es so rüber, als müsste man handeln, sodass es nahezu gar keine Corona-Toten mehr geben wird. Das wird nicht möglich sein. Die wird es geben und das lässt sich kaum verhindern. Das Ziel muss es aber sein, das Gesundheitssystem nicht zu sehr zu überlasten.

    Also dass man nach überstandener Infektion immun ist, gilt doch zu 99% als wahr. Ich weiß, dass auch 1% dazu anlässt zu sagen, dass es unklar ist. Im Zweifel wird aber aufgrund dieser Annahme mit der vorausgesetzten Immunität gehandelt. Zu der Diskussion der Regierung: auch ich finde es schade, dass es keine Statistik gibt, wie viele der Patienten mit dem Virus als Hauptursache gestorben sind bzw. wie hoch im Schnitt die noch prognostizierte Lebenserwartung war. So eine Schätzung ist allerdings sehr schwer zu erstellen und birgt eventuell auch moralische Kritikpunkte, sodass ich verstehen kann, dass diese Statistik auch nie publiziert werden würde. Dennoch wird das bei der Entscheidungsfindung betrachtet. Dazu kommen Statistiken, die die Dunkelziffer prognostizieren, durch Stichproben wie jetzt in Heinsberg oder zukünftig im Querschnitt des Landes. Ebenso gibt es durch Länder wie Schweden die Möglichkeit andere Strategien zu verfolgen. Mithilfe diese Datenlage wird eine Entscheidung an Ostern getroffen werden können. Abgewogen werden muss immer zwischen Gefahr für die Gesundheit und Gefahr für das Alltagsleben in Deutschland. Die Entscheidung ist nicht Wirtschaft vs. Gesundheit. Kein Politiker opfert beispielsweise für die Firma VW 1000 Menschenleben. Geht die VW als Unternehmen aber insolvent, gibt es jede Menge Arbeitslose und eine allgemeine Unsicherheit in Deutschland, die psychische Schäden, Selbstmorde und vieles anderes zur Folge hat. Das Beispiel ist nur hypothetisch: VW wird nicht insolvent gehen - es verdeutlicht nur die Situation. Zu der Kritik an der Politik: auch das Hinterfragen kann ich verstehen und es ist immer gut, wenn man solche Entscheidungen kritisch hinterfragt. Es ist aber zu früh, um hier stichhaltige Theorien aufzustellen. Sowas ist leider meist nur im Nachhinein möglich und dann ist das Interesse vieler nicht mehr vorhanden, sodass sich an der Tatsache sowieso nichts ändert, als sie mitzumachen. Wenn die Regierung uns nur eine Pandemie zum Erreichen ihrer Ziele vorgespielt hat, wäre ich sogar froh - dann hätte die Problematik bald ihr Ende und nachtragend wäre ich auch nicht. Ich gehe nicht davon aus, aber Verurteilen möchte ich auch keinen. Dass im Bundestag nicht alles regelkonform abläuft, ist auf jeden Fall keine Erfindung. Da bitte ich einfach sich mal mit den Waffenexporten zu beschäftigen. Involviert damals: Heckler und Koch, KPMG, Abgeordnete aus dem Bundestag. Es gab nachweisliche Bestechung, eine Freisprechung der GF von Heckler und Koch, 15000 verschwundene Mails und eine hauptschuldige Sekretärin. Trotzdem ist nicht alles schlecht, was im Bundestag gemacht wird, zu großen Teilen machen sie eine gute Arbeit.

    Ein Tag ist schon eine Entwicklung, aber natürlich nicht überzubewerten. Bezüglich des Bluthochdrucks wurde aber noch kein direkter Zusammenhang zwischen den Erkrankungen hergestellt. Es ist nur auffällig, dass circa 75% der verstorbenen Erkrankten aus einer Stichprobe von 300-400 Personen in Italien, an Bluthochdruck litten. Allerdings leiden in Deutschland fast 50% aller Erwachsenen an Bluthochdruck. Das würde ich nicht überbewerten. Ohne die genauen Werte zu kennen, litten somit auch 50% aller Verkehrstoten an Bluthochdruck, was definitiv keinen Zusammenhang hat.

    Ich sage mal bei den Erstligahandballern, die nicht gegen den Abstieg spielen, werden Gehaltseinbußen von bis zu 50% immer noch reichen, um ein Gehalt über dem Durchschnitt zu haben. Zweitligaprofis, die ausschließlich mit dem Handball ihr Leben finanzieren, sind hingegen erstmal nicht mehr die Regel. Aber man kriegt auch genug Möglichkeiten als Profi an anderen Ausgaben einzusparen, demnach über Sachbezüge/geldwerte Vorteile.

    Es wird kein Investor der von der Krise betroffen ist, und das sind leider fast alle Unternehmen, auf die Idee kommen, jetzt sein Engagement im Handball auszuweiten. Außer Bayer Leverkusen startet eine Offensive ;) Ich denke, dass in Paris die Gelder sehr zurückgefahren, wenn nicht ganz herausgezogen werden. Barcelona hat schon weitreichende Konsequenzen angekündigt, somit wird auch die Handballsparte zumindest betroffen sein. Da Veszprem von staatlichen Strukturen profitiert, bin ich gespannt, inwiefern man deren Erhaltung bei gleichzeitiger Verschuldung darstellen kann. Kein Verein kommt gut durch die Krise. Generell sind natürlich Mannschaften mit hohem Zuschauerschnitt eher betroffen als andere, weil man nicht weiß, wann der Handball als Massenevent wieder aufgenommen wird. Es kommt auf die Bereiche der Sponsoren an, inwiefern Handballvereine finanziell davon betroffen sind, aber in aktuellen Zeiten würde ich als Spieler nicht unüberlegt handeln und vorschnell andere Vereine anvisieren nur aufgrund der finanziell besseren Perspektive. Bei sportlichem Erfolg werden sich Handballvereine parallel zur Wirtschaft erholen und die Prognose lautet aktuell, dass der DAX in 2 Jahren wieder auf einem ähnlichen Stand ist wie aktuell. Nehmen wir mal 3 Jahren bis zur Konsolidierung an, so ist dies doch gerade mal eine Vertragslaufzeit.

    „ „Kurzarbeitergeld kann uns in der Geschäftsstelle helfen. Aber das ist kein Instrument für Spitzengehälter. Es sind nicht die Zeiten, in denen man mit Steuergeldern das Einkommen von Spitzenverdienern absichert.“


    Tut mir leid - das ganze Zitat ist wichtig, um die Aussage zu verstehen.