Beiträge von Andi.Waffen57

    Sehe ich komplett anders, zumal ja auch ein Teil (oder gar ein großer Teil) der Spieler selber vom Arbeitsplatzverlust betroffen sind, weil Verträge ggf. nicht in der 3. Liga gelten.

    Mag sein dass du das so siehst. Das Unternehmen steht jedenfalls als solches nicht in Frage, nur weil es absteigt. Und da würden wir dem Kriterium schon näherkommen. Wenn ein reguläres Wirtschaftsunternehmen aus dem DAX in den M-DAX "absteigt" oder abzusteigen droht, wäre das arbeitsrechtlich jedenfalls kein hinreichender Grund, Mitarbeiter verbindlich aus dem Urlaub zurückzuholen. Auch, wenn da sicherlich auch Arbeitsplätze wegfallen würden. Genaugenommen fallen auch durch einen möglichen Abstieg keine (sportlichen) Arbeitsplätze weg, der Kader bleibt gleich groß und wird neubesetzt. Es verlieren lediglich aktuelle Arbeitsverträge ihre Gültigkeit. Das reicht wirklich nicht als "dringende betriebliche Gründe".

    Es geht hier um ggf. den Abstieg für Dessau, bzw. den Verlust von Arbeitsplätzen, auch für Spieler…also einen noch dringenderen Grund kann ich mir nicht vorstellen. Wenn nicht der, welcher dann?

    Naja. Es steht weder der Fortbestand des Unternehmens auf dem Spiel wenn es eine Liga tiefer antreten muss, noch droht umgehend mit dem Abstieg ein Insolvenzverfahren oder ähnliches. Dass ein Unternehmen Mitarbeiter entlassen muss, wenn die Konjunktur nicht stimmt, ist das normalste der Welt. Ich sehe hier einfach nicht die Dringlichkeit gegeben, die mEn nötig wäre, um die Mitarbeiter rechtlich abgesichert aus dem Urlaub zu holen.

    Arbeitsrechtlich ist nichts zu beanstanden.

    Bist du ein Fachmann auf dem Gebiet des BUrlG - Gewerkschafter oderso? Ob man da glasklar sagen kann, dass "nichts zu beanstanden" ist, bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher. Meines Wissens nach ist eine nachträgliche Streichung durch den Arbeitgeber nur in explizit sehr eng gefassten Ausnahmefällen möglich. In § 7 BUrlG finden wir zwar die Formulierung "[...] wenn dringende betriebliche Gründe dies rechtfertigen". Aber ob der hier diskutierte Fall in eben diese Auslegung passt - da könnte ich nicht aus dem Stehgreif "nichts zu beanstanden" zu sagen, das müsste eben ein Prozess entscheiden. Zudem ergibt sich die Verbindlichkeit genehmigten Urlaubs aus der Rechtsprechung und dem allgemeinen Arbeitsvertragsrecht, nicht nur aus dem Gesetzestext des BUrlG allein.

    Schauen wir auf zwei beispielhafte Urteile:

    BAG, Urteil vom 20.6.2000 – 9 AZR 405/99:

    Zitat
    „Der Arbeitgeber kann eine einmal erteilte Urlaubsgenehmigung grundsätzlich nicht mehr einseitig widerrufen.“

    LAG Düsseldorf, Urteil vom 10.01.2012 – 17 Sa 447/11:

    Zitat
    „Ein Arbeitnehmer darf auf eine erteilte Urlaubsgenehmigung vertrauen und dementsprechend planen.“

    Von den "Bohmann-Verstehern" hier würde mich mal sehr eine Einschätzung zur arbeitsrechtlichen Legitimität des Moves interessieren, einem Arbeitnehmer seinen im Oktober/November bewilligten und schon mit mehreren Tausend Euro bezahlten Indonesien-Urlaub einfach wieder zu streichen. Argumente bitte?!

    Das würde mit Sicherheit arbeitsrechtliche Klagen der Arbeitnehmer nach sich ziehen und das hätte - da bin ich mir nahezu sicher - auch Erfolg.

    Der Mann ist allerspätestens seit dieser Aussage untragbar. Sollte ich ihm jemals mal in einer Halle begegnen (Was unwahrscheinlich ist, da er vermutlich die VIP-Lounges nicht verlässt), wird er sich ein paar Takte von mir als "regulärem Handballfan" dazu anhören dürfen. Wir sind ja am Ende alle noch Menschen, oder? Und von Mensch zu Mensch kann man jemandem ja schon mal sagen, wenn er ein überhebliches, arrogantes ********* ist.

    Sollte das Spiel wirklich stattfinden und nicht die 19er-Liga kommen: Eine Terminierung dieses Wochenende wird rein logistisch zu knapp sein. Eine Austragung unter der Woche halte ich angesichts der weiten Dessauer Anreise auch nicht für realistisch. Bleiben Samstag und Sonntag des übernächsten Wochenendes (28./29.6.). Das hieße aber auch: Es darf dann nichts mehr schiefgehen, das Spiel muss definitiv an dem Wochenende über die Bühne gehen, der Montag ist der 30.

    Ein sehr klares und sachliches Statement aus Dessau. Die Perspektive ist für mich vollumfänglich nachvollziehbar.

    Was mich aber stutzig gemacht hat war der letzte Absatz:

    "Das Urteilsergebnis war nicht am Verfahren beteiligten Personen und wohl zumindest einem Club bekannt, noch bevor es uns zugestellt wurde. Gleiches gilt für sich aus dem Urteil für die Liga etwaig ergebene Handlungsoptionen (19er Liga). Belege hierfür gibt es. Ein solcher Ablauf wirft in verschieden Hinsicht Fragen auf."

    Worauf spielen sie da konkret an? War das Verfahren "undicht"? Falls ja wäre das ein weiterer Skandal in diesem Potpourri der Skandale...

    Der TuS ist, sofern ich korrekt gezählt habe, die einzige Mannschaft aller Zweitligisten, in der fünf Spieler die 100-Tore-Grenze geknackt haben. Das Kollektiv bestand aus individuell starken Spielern und war hervorragend eingespielt - das war diese Saison unser Faustpfand. Nico Schnabl, unser neuer Spielmacher, wird in immense Fußstapfen treten müssen. In einer Milchmädchenrechnung muss er zunächst einmal die die 107 Tore und 73 Assists von Kevic kompensieren - aber noch mehr, denn der drittletzte Pass taucht in keiner Statistik auf.

    Meine These ist, dass der Grund dafür, dass ausgerechnet der TuS das einzige Team mit fünf "Einhundertern" war, in Janko Kevics Spielsteuerung gelegen hat. Er hat seine Mitspieler so "stark gemacht" und diese Art zu Lenken auch Schritt für Schritt Fanger "vererbt". Die Bewegungen und die darin enthaltenen Gedanken sind oft unheimlich ähnlich, nahezu identisch. Für Fanger wird das in den nächsten Jahren eine unschätzbare Ressource sein, der Kerl ist ja noch blutjung. Solange wir ihn haben, bleibt auch Kevics Geist in Ferndorf.

    Aber Kevic war das geniale Moment. Ich hatte vor einiger Zeit schon mal einen längeren Text dazu geschrieben; seine Fähigkeit des wortwörtlichen Inszenierens hat mMn in der 2. Liga ihresgleichen gesucht und war der goldene Schlüssel zum Klassenerhalt und dazu, dass alle seine drei etatmäßigen Nebenmänner in der Starting 7 (Mundus - Hideg/Fanger) jeweils ihre +100 Buden gemacht haben. Ich bin sehr gespannt auf den Spielertyp Schnabl, muss aber leider zum Ende dieser Saison konstatieren:

    Janko Kevic war einmalig, so einen Spieler gibt es nicht nochmal. Er reiht sich ein in die Liste der großen Ferndorfer Spielmacher Alex Koke und Julius Lindskog-Andersson. Hoffen wir, dass der Abgang der "Den Laden lenkenden Führungsperson" nicht die gleichen Auswirkungen auf den TuS hat, wie Titos Tod damals auf Kevics (Ex-)Heimatland. Aber es gibt viele Gründe zum Optimismus und einige davon heißen Julius Fanger.

    Dies ist immer eine Möglichkeit, egal bei welchem Wurf, egal aus welcher Position, auch beim 7 Meter.

    Die besten Torhüter in diese Saison in der 2. Liga sind Cantegrel und Grupe mit je 31% Quote! Heißt also 69% der Würfe gehen rein. Die Wahrscheinlichkeit ein Treffer zu erzielen ist also „überwiegend“, selbst wenn du noch ein paar Pfostentreffer abziehst.

    Es muss nur einmal ein Abwehrspieler Kontakt zum Passarm des Ballführenden kriegen und zur Seite schieben, dann sind die 3 Sekunden nicht mehr ausnutzbar. Dass das passiert, selbst in doppelter Unterzahl, ist also völlig unrealistisch für die Bewertung? Man geht davon aus, dass es garantiert innerhalb dieser Zeit vom Freiwurfpass zum Torabschluss kommt? Wenn die Abwehr gutes Stellungsspiel hat, muss mindestens ein weiterer Pass gespielt werden - also nicht direkt vom Freiwurf-Ausführer zum Abschließenden, sondern noch einmal durch eine Überzahl-Situation hindurch. Dann wird das zeitlich noch enger.

    Ich weiß nicht, wieviele doppelte Überzahlen ich in meinem Leben schon gesehen habe, die ohne Torerfolg zuende gegangen sind. Und dann sogar nur 3 Sekunden Zeit? Oh man...

    Ich finde folgende Aussage aus dem offiziellen Papier total komisch:

    "In den letzten drei Sekunden des Spiels wäre seine Mannschaft bei doppelter Überzahl und einem Freiwurf schon in der Hälfte der Mannschaft des Beteiligten mit ganz überwiegender Wahrscheinlichkeit noch zu einem Torerfolg gekommen."

    Unabhängig dass 3 Sekunden aus einem stehenden Pass heraus bei einer einigermaßen cleveren Raumaufteilung der Abwehr wirklich nicht viel Zeit für einen Torabschluss sind, wird völlig die Möglichkeit herausgerechnet, dass der TW den Ball hält? Oder der Schütze an den Pfosten schießt?

    Eine "ganz überwiegende Wahrscheinlichkeit für einen Torerfolg" sieht für mich anders aus.

    Oder, noch besser: In vielen Handballligen gibt es dieses unsägliche Playoff-System nach der regulären Liga. Vielleicht könnten wir das bei uns in der 2. HBL auch einführen - aber die Playoffs sind ausschließlich am grünen Tisch.

    Austragungsort sind die lokalen Amtsgerichte, das Final4 findet mit allen Fans im großen Saal des Oberlandesgerichts Düsseldorf statt. Dann ermitteln wir einen sportlichen Meister und einen juristischen Meister.

    Ich fange direkt schon mal an, einen You-Tube-Scouting-Kanal zu eröffnen, um die besten Anwälte aus der 2. serbischen Liga in Facebookgruppen anzubieten!


    Drei gleiche Regelverstöße, die alle den Abstiegskampf (und jetzt konkret auch Dessau) betreffen - und nur eins wird wiederholt.

    Ist das ein fairer Wettbewerb? Chancengleichheit?

    Wäre ich Dessau, würd ich das auch prüfen.

    This!

    Hätte Dessau gewusst, dass es so kommen kann, wie es gekommen ist, hätten sie auch Protest nach dem Mindenspiel eingelegt. Da ist ihnen ein regulär gegebenes Tor wieder weggenommen worden, am Ende verlieren sie mit -1.

    Ab nächster Saison bitte die Auflage für den Lizenzerhalt, dass sich jedes Team 40.000€ zurücklegen muss für die nach der Saison anstehenden Rechtsstreitigkeiten...

    Ja, es wäre töricht gewesen, die Angelegenheit seinerzeit nicht weiter zu verfolgen. Die Situation war sportlich ungewiss.

    Jetzt ist sie aber gewiss und jetzt wäre es töricht, wenn sie die Angelegenheit nicht sofort aufkündigen würden.

    Ich meine das folgende mit mehr als gehobenem Nachdruck und bin mir relativ sicher, dass das auch niemand anders sieht: Ein Absteiger, der am letzten Spieltag sportlich nicht abgestiegen war, ist indiskutabel.

    Da ist er, der Tag der Entscheidung!

    Kinners was war das eine lange, nervenaufreibende und dramatische Saison. Einerseits daher natürlich schön, dass sie nun "endlich" endet - ich hätte mir aber auch noch 2-3 Wochen mehr "geben" können bei der Spannung. Ob wir wohl in kommenden Spielzeiten nochmal so einen Abstiegskampf erleben? Vielleicht sind nächstes Jahr die Aufsteiger ja wieder so chancenlos wie letztes Jahr; wer weiß das schon.

    Jedenfalls, was auch immer passiert: Ich habe die Saison hier im Forum sehr genossen und bedanke mich aufrichtig bei allen Mit-Schreiberlingen für diese so angenehme Begleitmusik zum Geschehen auf den Platten. Es war mir eine Ehre, kommt gut ins letzte Spiel und in die Pause!

    Doch ganz ehrlich was soll eine Playoffrunde zum Aufstieg in die 1 HBL, dies ist doch Blödsinn und ja unnötige weitere Spiele und vor allem wenn der 5 oder 6 gar nicht hoch will.

    Wenn dann 2 direkte Aufsteiger und der 3 spielt gegen den 3 letzten der 1 HBL eine Relegation.

    Die Relegation zwischen Drittem und Drittletztem - von mir aus. Hintergedanke hinter den Playoffs (Platz 3 vs 6, Platz 4 vs 5 in den Halbfinals und dann ein Aufstiegsfinale der Sieger) ist, wie in der englischen 2. Liga im Fußball, die Attraktivität des Kampfs um die Plätze 4-6 aufrechtzuerhalten. Da ist doch meistens, sofern das Mitspielen um die vordersten Plätze erledigt ist, schon 5-6 Spieltage vor Saisonende die Luft raus. Auf diese Weise gibt es einen Anreiz, sich auch bis zum letzten Spiel voll auf den Kampf um Platz 6 zu konzentrieren.

    Ich kann aber auch gut die Argumente verstehen, die das ablehnen. 3 Aufsteiger 3 Absteiger - wie bis vor einigen Jahren - finde ich auch per se nicht schlecht. Dann spart man sich Relegation und Playoffs komplett.