Der TuS ist, sofern ich korrekt gezählt habe, die einzige Mannschaft aller Zweitligisten, in der fünf Spieler die 100-Tore-Grenze geknackt haben. Das Kollektiv bestand aus individuell starken Spielern und war hervorragend eingespielt - das war diese Saison unser Faustpfand. Nico Schnabl, unser neuer Spielmacher, wird in immense Fußstapfen treten müssen. In einer Milchmädchenrechnung muss er zunächst einmal die die 107 Tore und 73 Assists von Kevic kompensieren - aber noch mehr, denn der drittletzte Pass taucht in keiner Statistik auf.
Meine These ist, dass der Grund dafür, dass ausgerechnet der TuS das einzige Team mit fünf "Einhundertern" war, in Janko Kevics Spielsteuerung gelegen hat. Er hat seine Mitspieler so "stark gemacht" und diese Art zu Lenken auch Schritt für Schritt Fanger "vererbt". Die Bewegungen und die darin enthaltenen Gedanken sind oft unheimlich ähnlich, nahezu identisch. Für Fanger wird das in den nächsten Jahren eine unschätzbare Ressource sein, der Kerl ist ja noch blutjung. Solange wir ihn haben, bleibt auch Kevics Geist in Ferndorf.
Aber Kevic war das geniale Moment. Ich hatte vor einiger Zeit schon mal einen längeren Text dazu geschrieben; seine Fähigkeit des wortwörtlichen Inszenierens hat mMn in der 2. Liga ihresgleichen gesucht und war der goldene Schlüssel zum Klassenerhalt und dazu, dass alle seine drei etatmäßigen Nebenmänner in der Starting 7 (Mundus - Hideg/Fanger) jeweils ihre +100 Buden gemacht haben. Ich bin sehr gespannt auf den Spielertyp Schnabl, muss aber leider zum Ende dieser Saison konstatieren:
Janko Kevic war einmalig, so einen Spieler gibt es nicht nochmal. Er reiht sich ein in die Liste der großen Ferndorfer Spielmacher Alex Koke und Julius Lindskog-Andersson. Hoffen wir, dass der Abgang der "Den Laden lenkenden Führungsperson" nicht die gleichen Auswirkungen auf den TuS hat, wie Titos Tod damals auf Kevics (Ex-)Heimatland. Aber es gibt viele Gründe zum Optimismus und einige davon heißen Julius Fanger.