Was soll denn die EHF tun, um in euren Augen in der aktuellen Lage als kompetent dazustehen?
Zunächst einmal: Demut und Flexibilität zeigen. Soll heißen, dass man von vorne herein klar kommuniziert "Hey, wir wissen es ist alles völlig auf der Kippe und wir können genauso wenig planen wie andere Branchen, deshalb verzichten wir zunächst mal darauf, große Ansagen zu machen und Turniere fest zu zurren und schauen im engen Austausch mit den Vereinen wie es sich entwickelt".
Als nächster Schritt die Entwicklung eines Turnierkonzeptes, dass flexibel durchgeführt und oder verschoben/pausiert werden kann. Beispielhaft wäre der "alte" Europapokal-Modus in Hand- und Fußball, als KO-Wettbewerb von Runde 1 an. Denn wenn im gegenwärtigen Modus (Mit Ligasystem als Gruppenphase) ein Land nicht spielen lässt, verschiebt sich das gesamte Ligasystem mit ungleichen Anzahlen an absolvierten Spielen, "Stau", Nachholspielen etc. was nebenbei taktisches Geschiebe und Kalkulation ermöglicht. Mit 4 Partien pro Gruppe pro Spieltag (wie vorgesehen) ergibt sich die Frage, ob man vollständig pausiert, sobald ein Team nicht spielen kann (Sofern man nicht wie die EHF bereits gezeigt hat einfach drauf scheißt und es Nicht-Sportlich entscheidet), oder ob das SPiel "nur" zum Nachholspiel wird, wodurch sich dann aber alles verschiebt, auch in Zusammenhang mit den nationalen Spielplänen. Vermutlich wird man einfach die anderen Spiele spielen lassen, und so wird das Ganze dann zum Chaos, wenn nacheinander immer mal wieder ein Land seine Mannschaft nicht spielen lassen kann. Wenn man von vorne herein KO-Modus spielt, muss man quasi immer nur 1 Spiel auf die Länder "warten". So wird man zwar auch kollidieren mit den nationalen Spielplänen, aber man hat weniger Spiele und kann einzelne Partien, die das Voranschreiten im Turnierbaum verhindern, flexibler "einbauen", als eine Verstrickung von mehreren Mannschaften, die in Zeitraum X gegeneinander im Ligasystem gespielt hätten.
Selbst wenn man 2 Spiele pro KO-Runde spielt: Jeder Trainer würde das als eine willkommene Entlastung sehen. Die hat der Spitzenhandball auch abgesehen von Corona dringend nötig. Dazu im Winter kein Nationalturnier (wäre der utopische Idealzustand). Das ist sowieso völliger Wahnwitz, aber es ist im Land von Moustaffa, also keine Chance, dass es nicht stattfindet. Jedenfalls zurück zum KO-Modell: Hier mal der Link zur Champions League 70/71, die Gummersbach gewonnen hat: https://en.wikipedia.org/wiki/1970%E2%8…n_Cup_(handball). Ich halte ein derartiges Modell aufgrund seiner flexiblen Durchführbarkeit und der Vielzahl an Entlastungen für die Mannschaften als Ausweichmodell für die Post- oder eher Während-Corona-Saison sinnvoll. 18 Mannschaften, nur die Meister in der CL und die Zweiten/Pokalsieger im EHF-Cup. Ist diese Saison dann einfach so. Wären dann bis zum Titel maximal 9 Spiele gegenüber allein 14 in der aktuellen Gruppenphase. Das ist einfach nicht realistisch und in diesen Zeiten ist Pragmatismus angesagter denn je. Und vielleicht könnte man, bei gutem Verlauf der Pandemie, wenn man unbedingt muss, dann im Januar doch sogar über die WM nachdenken.
Andererseits sind natürlich viele Vereine außerhalb Deutschlands auf die Einnahmen aus den vielen CL-Spielen angewiesen, daher müsste ein solches Konzept mit entsprechenden Subventionen einhergehen.