Beiträge von Andi.Waffen57

    Das neue Forum-Design bringt eine nette Spielerei mit sich, und zwar wird die Aufrufs-Anzahl der einzelnen Threads angezeigt.

    Und unter den "Saison 2021/22-Threads" der 2.Handball-Bundesliga ist unsere kleine TuS-Ferndorf-Ecke in der Handballecke tatsächlich der meistgelesenste Thread. Natürlich ist der Vergleich untauglich, da z.B. Gummersbach oder Dessau einen "Allgemeinen" Thread haben, der nicht nach Saisons unterschieden wird. Aber unter denen, die es handhaben wie wir, sind wir führend (17k), dicht gefolgt vom Absteiger Eulen (16k). Nicht, dass man mir jetzt ernsthaft unterstellt, ich wollte da eine peinliche Competition oderso draus machen.

    Wir haben es aber scheinbar wirklich geschafft, hier so etwas wie einen funktionierenden, (mal mehr mal minder) fachlichen Diskurs rund um das Geschehen um den TuS Ferndorf aufzuziehen - der offenbar sogar interessiert verfolgt wird. An dieser Stelle bedanke ich mich daher bei allen Mit-TuS-Fans hier im Forum für ihren kleinen aber feinen Beitrag zum Erhalt einer der grundlegenden Tugenden der Demokratie - der freien Debatte.

    Mit Strakeljahns Verletzung erfüllt sich vermutlich nun doch mein lang ersehnter Wunsch nach einem Neuzugang auf der Rückraum Mitte. Na toll. So war das natürlich nicht gemeint.

    Zitat WP: "Ob der TuS Ferndorf angesichts dieses längerfristigen Ausfalls eines weiteren Leistungsträgers nun doch reagiert, ließ Mirza Sijaric offen: „Wir sondieren bereits seit einigen Wochen den Spielermarkt und werden versuchen, unseren Kader zu verstärken.“

    Quelle: https://www.wp.de/sport/lokalspo…d234221811.html

    Gute Besserung und schnelle Genesung an Simon Strakeljahn. Den Jungen brauchen wir noch. Bin mir sicher, dass das für ihn kein Rückschlag ist, er wird stärker zurückkommen.

    Nun, die hier zu Genüge dargelegten Mängel im Spielaufbau
    waren über den Verlauf der ersten 15 Spiele zu gravierend, als dass ich in der
    Annahme mitgehen könnte, ein Sieg gegen Bietigheim verheißt, dass diese
    zukünftig alle gelöst sind. Ohne die zarte Euphorie schmälern zu wollen - Es
    werden auch wieder Niederlagenserien kommen. Es war ja eben bisher kein Problem
    der Tagesform, sondern ein Strukturelles: Ein Defizit in den Kategorien
    Angriffsstruktur und Spielleitung. Und wenn man hier korrigierend ergänzt, dann
    kann man dieser jungen Truppe genau das kleine Bisschen Stabilität geben, das
    sie noch braucht, um wirklich durchstarten zu können. Da schlummert noch so
    dermaßen viel Potential... Es ist unter diesem Gesichtspunkt wirklich ein
    Jammer, dass Faulenbach verletzt ist. Wo du natürlich Recht hast: Es kann
    vielleicht tatsächlich auch ohne funktionieren.

    Aber: Unterschätzt nicht, dass man nach wie vor genauso viele Punkte
    Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz hat, wie man bisher überhaupt
    geholt hat. Ja, diese Mannschaft ist prinzipiell stark und ja, man hat noch
    einen der besten Rechtsaußen der Liga im Lazarett. Aber es geht nach wie vor um
    die Rolle im Zentrum und die Erfahrung dort - platt gesagt, einen Koloper für
    den Angriff.

    Deshalb: Ein Königreich für jemanden vom Format Nikola Stojcevski. In
    dessen Saison 16/17 hat es zwar am Ende nicht gereicht, aber die Mannschaft
    damals war auch deutlich schwächer als die heutige. stählerne Wiese,
    vielleicht können wir uns auf folgenden Satz einigen, unabhängig davon, ob man
    es auch ohne schaffen kann: Würde man im Januar 22 einen solchen Spieler
    wie damals Stojcevski zur Mannschaft hinzufügen - die Mannschaft würde mit an
    Garantie grenzender Sicherheit die Klasse halten.

    Wir leben!

    Diese Mannschaft ist nicht kaputt. Gerade deshalb hat sie es verdient, mit Neuzugängen ergänzt zu werden. @Sponsoren: Geld wann?

    Heute eine taktische Meisterleistung von Andersson. Ein Spiel, dass jegliche vorausgegangene Infragestellung des Trainers blamiert hat.

    Auch nach dem Debakel gegen Rimpar bleibe ich bei meiner Meinung, dass diese Mannschaft, sollte sie im Winter durch einen erfahrenen und spielstarken Spielmacher auf der Mittelposition ergänzt werden, die Klasse halten dürfte. Das ist das entscheidende Puzzlestück - mit ihm steht und fällt alles. Kommt es nicht: Abstieg. Kommt es, hat man nach wie vor die Variable, dass es immer noch nicht reichen kann. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass das genau der erlösende und enthemmende Faktor wäre, der den Knoten zum Platzen bringen, die Blockade und das Plateauing in der spielerischen Entwicklung der Mannschaft lösen würde. Zu viele Indizien deuten darauf. Mittlerweile ist zum rein Sportlichen leider auch die sagenumwobene "Kopfsache" dazugekommen. Spieler wie Diebel, Siegler und auch Voss-Fels brauchen, egal bei welchem Verein, so einen Spieler im Zentrum, um überhaupt aus ihrer Stagnation herauskommen zu können. Gegenwärtig ist das eine Abwärtsspirale.

    Ich verbitte mir nach wie vor jegliche Spekulation um den Trainer. Dass man das überhaupt schreiben muss, lässt die Vermutung zu, dass sich in der Peripherie rund um den TuS einige Menschen befinden müssen, die über wenig analytischen Sachverstand der Handballsportart verfügen. Natürlich sind die Ergebnisse schlecht - natürlich ist das Spiel grausam anzusehen. Aber in der Disziplin "Qualität der Ursachenanalyse" glänzen südwestfälische Lokalsport-Journalisten nur bedingt, wenn Sie in einen Artikel schreiben: "Ob es auch das „Finale“ des introvertierten Schweden war? Jedenfalls dürfte es nach diesem auch in spielerischer Hinsicht schweren Rückschlag Diskussionen um den Skandinavier geben." Wer soll es denn sonst machen? Will er einen Akt "Türkische Dramedy-Inszenierung"-like, in der man Cacki aus Eiser(nichtmehr)geld zurück holt? Und meint der Autor und jeder andere Verfechter solcher Trainer-Raus-Policy wirklich, ein anderer Trainer würde mit diesem Kader erfolgreicher sein? Also bitte...

    Die Zuschauerzahlen sind im Übrigen bitter. Ich denke, sie haben viele verschiedene Faktoren zur Ursache. Aber gerade deshalb, und besonders nach der langen Corona-Zeit, in der sich bei Einigen das Verhältnis zum TuS etwas gelockert hat, wäre eine der Professionalität der Liga und der Konkurrenz entsprechende Außendarstellung und Öffentlichkeits-Kommunikation so so wichtig. Warum hat man da eigentlich so immense Einbußen in der Qualität erlitten? In der Saison 2016/17 beispielsweise gab es das YouTube-Format "Ferndorf Aktuell", teilweise ist der TuS-Mitarbeiter mit den Spielern (hier: Paladin) an Locations wie die Breitenbachtalsperre gefahren für Interviews. Hier ein Link: watch?v=xALR0FGp8hU&t= Von solchem Engagement und solcher Medienarbeit ist man heute meilenweit entfernt. Man wird da von etlichen Drittligisten qualitativ überboten. Warum befindet sich auf der TuS-Homepage eigentlich ein Job-Portal - ansonsten glänzt die Seite aber durch himmelschreiende Inaktualität? Unter der Rubrik "Spielort/ Parken" bezeichnet man sich sogar selbst noch als Drittligist. C'mon, man hatte dafür jetzt 4 Jahre Zeit. Oder steht das dort schon in sehr aktueller Vorausschauung der nächsten Saison? :D

    Spaß beiseite, die Lage ist ernst. Der TuS steht gewissermaßen erstmals seit langem wieder in einer bedrohlichen Situation. In meinen Augen, und wie hier schon ausgeführt, liegt es an der Sponsorenlandschaft, den TuS leben oder absteigen zu lassen. Ein Aufsichtsrat (mit sehr viel Unternehmensbezug!), der die Mannschaft mit einem solchen Etat in die Saison schickt, darf sich nicht wundern, wenn er auf die Forderung nach Nachbesserung stößt. Weder Trainer, noch Mannschaft, noch Vereinsführung können etwas ausrichten, solange es kein Geld gibt. Und ich bezweifle, dass es Geld geben wird. Man kann sich also langsam aber sicher auf die dritte Liga einstellen. Ein Jammer. Ich habe da so gar keinen Bock drauf. Die zweite Liga ist so attraktiv. Warum sehen die Unternehmen der Region nicht das to-the-moon Potential der Win-Win Symbiose aus erfolgreichem Sportverein und den entsprechenden Unternehmen?

    Andere Überlegung: vielleicht ist auch bereits schon vor der aktuellen Saison geplant gewesen, dass die Beziehung 2022 endet?


    Dieser Gedanke ist zwar nachvollziehbar, aber nein, das glaube ich nicht. Spieler wie Strakeljahn, Diebel oder Duvancic hätten nicht für 2 Saisons unterschrieben, wenn sie für ihre Entwicklung nicht auch eine mittelfristige Perspektive und Planungssicherheit gesehen hätten. Und das ist gleichbedeutend damit, dass auch Andersson länger bleibt.


    Man muss sich aber auch mal fragen, was der Gute selbst von der ganzen Situation hält. Ich hoffe nicht, dass man ihn vergrault. Am Ende besteht das Risiko vielleicht sogar auch, weil man eben nicht das Geld von den Sponsoren bekommen hat, das man braucht, um die Klasse zu halten. Wenn man die etwas abstrakte Rechnung "Der 2.Liga-Klassenerhalt kostet durchschnittlich in der aktuellen Zeit eine Gesamtsumme X" aufstellt, war die hiesige Sponsorenlandschaft vielleicht einfach nicht bereit, diese Summe aufzuwenden. Meint ihr, Andersson ginge mit in die dritte Liga? Mit Verlaub, ich an seiner Stelle würde es nicht tun. Er könnte problemlos auch ein Spitzenteam der 2. Liga coachen. Man verliert also vielleicht das enorme Potential, das man aktuell dank dem Erfolg der letzten Jahre hat, weil der Gesamtkomplex "TuS Ferndorf und seine "Partner"" nicht den Kapitalisierungsgrad aufweist, den er haben müsste, um die ganze Schießbude im Soll zu betreiben, sprich: Konkurrenzfähig zu sein. Da sind dann wohl andere Regionen des Landes mit ihren Sportvereinen und den drum herum anliegenden mittelständischen Unternehmen einfach deutlich voraus. Das Siegerland war wirtschaftlich gesehen noch nie ein dankbarer Standort für Profisport.


    PS: Ob wir in diesem Forum hier wohl wirklich eine Wirksamkeit haben? Jedenfalls hat Moeller in der WP tatsächlich kurz nach unserem Aufruf hier ein Zeitungs-Interview mit Hottgenroth geführt: 301 Moved Permanently

    Leider hält einen die "Aller
    Ehren wert"-Medallie am Ende aber nicht in der Liga. Und die gestrige
    Leistung war auch nicht aller Ehren wert, sondern schlecht. Besonders im
    Vergleich zu den Spielen der Vorwochen. Man hätte es auch ohne all die
    Verletzten und mit dem gestern verfügbaren Personal gewinnen können und
    müssen. Dresden war schwach. Das war ein grausiges Handballspiel. "Es
    plätschert so vor sich hin" - damit hatten die Kommentatoren absolut
    Recht. Andersson hat zurecht gezetert wie Rumpel S. Wir haben spielerische
    Fehler, technische Fehler sowie Fehler in der Entscheidungsfindung gesehen, die
    Spielern die Zweitligatauglichkeit zumindest anzweifeln. Und dann steht man
    auch zurecht auf dem Tabellenplatz.

    Hottgenroth mit der 4. bärenstarken
    Leistung in Folge. Für ihn tuts mir leid. Wenn man die kommenden Spiele Siege
    holen will, muss er diese Leistungen wiederholen, die bisherigen waren
    tabellarisch für die Katz. Aber das hat er drauf. Der Impact, den er
    phasenweise auf das Spiel hat, ist beeindruckend. Das darf bei all dem Gerede
    über die Tabellenposition und die Kaderplanung nicht untergehen.
    Vielleicht sollten die Marketing-Abteilung und die Medien ihn ein wenig als
    Identifikationsfigur aufbauen, er ist ja auch immerhin ein waschechter
    Siegerländer und ein Spieler aus der eigenen Jugend. Und aktuell eben der
    Leistungsstärkste.

    Was die Überleitung zum restlichen Team bringt. Der beste Torschütze des TuS
    Ferndorf steht auf Rang 30 der Torjägerliste. Nach etwas über einem Drittel der
    Saison und wenn man sich mal die Statistik auf der HBL-Seite anschaut, kann man
    sagen: Bislang hat kein Spieler wirklich gezündet. Ich halte viel von
    Strakeljahn und Persson, sie werden kontinuierlich stärker. Weiter so! Es wird
    früher oder später für Punkte reichen. Aber sie hätten in einen von Grund auf
    anderen Kader eingebettet werden müssen, um sich ideal entwickeln zu können. Das
    werden sie auch wissen und deswegen sind sie vermutlich im Abstiegsfall weg. Niklas Diebel verstehe ich nicht. Siegler
    ist ein solider Spieler mit einem noch zu schwachen Körper, der zum jetzigen Zeitpunkt
    seiner Entwicklung einen Routinier neben sich bräuchte.

    Wenn schon kein Geld da ist und auch
    keine Sponsoren helfen wollen, kann man sich vielleicht im Winter von 1-2 Spielern
    trennen oder sie mit Übernahme des Gehalts verleihen, um einen solchen
    Routinier, einen Spielmacher, ein Powerhouse zu holen.

    Ohne: Keine Chance auf den
    Klassenerhalt! Zumindest, wenn man den bisherigen Saisonverlauf und das Dresden-Spiel
    als Bewertungsgrundlage nimmt. Aber wir lassen uns natürlich gerne, wie immer,
    eines Besseren belehren.

    Andi: Wie kommst du denn auf solche Zahlen? Welcher gute Zweitliga-Spier spielt denn für 3k brutto?

    Vielleicht denkst du das etwas unterkomplex. Es geht nicht nur ums Geld. Gerade für Spieler aus den ersten Ligen vom Balkan und aus Osteuropa sind die 2. HBL und ihre Vereine ein hochinteressanter Präsentierteller. Profi in Deutschland sein - in einer der wohl besten 6 Ligen der Welt - mit der Chance, eine Visitenkarte bei 38 solcher Clubs zu hinterlassen - das nehmen etliche Spieler sofort mit Handkuss. Besonders, wenn du so Mitte-Ende 20 bist und dir überlegst "Welchen Weg geht meine Karriere die restlichen Jahre". Sogar Dodo Oprea hat sich damals in deutlich höherem Alter noch von Februar bis Juni an der Schaufenstersymbiose in Ferndorf versucht. Mit Erfolg - man hat die Klasse gehalten. Es muss aber eben auch qualitativ sofort weiterhelfen. Ein bisschen passt in dieses Muster ja auch die "ursprüngliche" Personalie Basic, als er das erste Mal nach Deutschland und zum TuS kam. Wobei es mit ihm und Prskalo als Wintertransfers damals im Gegensatz zu Opreas Jahrgang nicht gereicht hat. Aber diese Zeit ist nicht vergleichbar mit heute. Ich bezweifel jedenfalls sogar, dass man in Bosnien, Slowenien oder Mazedonien 3k brutto für Handball bekommt, unterhalb der entsprechenden nationalen Topclubs. Da werden die allermeisten hauptberuflich oder zumindest Teilzeit Buckeln gehen. Heißt, sogar der finanzielle Anreiz wäre ggfs. erfüllt. Aber das sind auch alles Spekulationen, die ins nichts führen. Erstmal bräuchte es Geld, Scouting käme erst im zweiten Schritt. Und dafür sind wir hier auch gar nicht zuständig. Es geht mir nur darum, dir zu entgegnen, dass es definitiv möglich ist, mit solchen Beträgen Qualität zu kaufen.

    Letzte Woche schreiben stählerne Wiese und ich noch sinngemäß "Beinah hätte es gereicht" - Dieses Mal hat es gereicht - für 1 Punkt -, für einen Sieg aber auch wieder nicht. Identischer Spielverlauf wie in den letzten Partien. Starke erste Halbzeit, wieder in der zweiten Hälfte dann eine hohe Führung runtergespielt - diesmal aber, im Unterschied zu zuletzt, nicht verloren. Also rein statistisch ein weiterer kleiner Fortschritt. Bitter, dass der Ausgleich zum Endstand das erste Remis seit der 17. Minute ist.

    Starke Leistungssteigerung von Strakeljahn im Vergleich zu vorherigen Spielen. Hottgenroth bringt die zweite Top-Leistung hintereinander. Man sollte diese Mannschaft definitiv noch nicht abschreiben. Aber dennoch braucht es meiner Meinung nach Verstärkung. Sijaric sagte vor einigen Tagen in der SZ, dass man kein Geld für einen Neuen habe - wenn aber ein Sponsor denke, dass man den Verein unbedingt in der 2. Liga halten müsse, er gerne einspringen könnte.

    Vielleicht kann man das an dieser Stelle nochmal stark machen. Sagen wir, ein hypothetischer, weiterhelfender RM-Spieler als Neuzugang kostet 3k brutto im Monat Gehalt. Obendrauf nochmal 1k für Wohnung und Mietwagen, sind wir in dieser Milchschemelrechnung bei 4k im Monat. Holt man ihn ab Januar und bedenkt, dass die Saison bis Juni geht, wären das für 6 Monate 24 Tausend Euro. Wenn es mit Persson und Strakeljahn gut läuft, braucht man ihn im Sommer nicht mehr. Dann wäre es eine einmalige Investition in den Klassenerhalt in dieser so überaus attraktiven und professionellen Liga.

    Der TuS Ferndorf hat mehrere Global Player als Sponsoren. Sollen sie sich es aufteilen. Kann man doch auch schön publicity- und marketingrelevant inszenieren. Lets go?

    Wieder das gleiche Fazit: Wieder eine deutliche Weiterentwicklung sichtbar, wieder nicht für Punkte gereicht. Aber das Nordhorn-Spiel hat mir trotz des Ergebnisses Mut gemacht, dass man es noch hinbiegen kann. Das waren die bisher stärksten zusammenhängenden 45 Minuten. Gegen einige schwächere Mannschaften hätte das für einen Sieg gereicht.

    Hier wird immer getönt das man einen Weltklasse Trainer hat. Und genau das ist meiner Meinung das Problem, der macht in der ersten Halbzeit alles richtig, um dann in der zweiten Halbzeit komplett zu versagen,.
    Dieser Trainer hat in der 2.ten Halbzeit mehr Angst zu versagen als die Spieler selbst.


    Wo genau liegt denn das Versagen des Trainers, wenn dem Kader a) die Erfahrung und Routine, b) die Führungsqualität und c) die spielerische Kreativität fehlen, auf die Deckungsumstellung in der 44. Minute zu reagieren? Das Spiel ist ganz offensichtlich verloren gegangen, weil man damit nicht klargekommen ist. In der 43. macht Rüdiger den 6-Tore-Vorsprung klar, in der 44. dann kommen Nordhorner Auszeit und neue Deckung und dann trifft der TuS erst in der 51. Minute wieder - da sind es nur noch +2.
    Ernsthaft, wo soll der Trainer versagt haben? Soll er deiner Meinung nach wild durchrotieren, immer wenn eine Formation zwei Angriffe am Stück nicht funktioniert? Meinst du das ist stabilitätsfördernd? Oder hätte er anders aufstellen sollen? Gegen die offensive Deckung war das gewählte Personal mEn das angemessenste, was er hat. Und genau an diesem Punkt scheitert es, und nicht beim Trainer. Es ist eben nicht das Personal da, was man braucht, um solche Phasen durchzustehen. Da kann der Trainer einem eher Leid tun, als dass er irgendwie Verantwortung tragen würde.

    Das heutige Aue-Spiel bestätigt mich in der Einschätzung des letzten Posts. Wieder war zwar eine Weiterentwicklung zu sehen, wieder hat es am Ende aber nicht gereicht. Wieder schleicht sich der Zweifel ein, dass es ohne (sofort weiterhelfenden) Neuzuwachs für die Position des Spielgestalters sehr, sehr eng werden wird. Dass den Großteil der Partie neben Bornemann im Rückraum Persson (Jahrgang 2000, wie L. Michel!) und J. Schneider (Etatmäßiger Linksaußen) spielen, mit Siegler und Strakeljahn aber 2 Neuzugänge für diese Positionen auf der Bank sitzen bleiben, spricht Bände.


    Nachtrag: Sportjournalistische Qualität, für die man auch noch Geld bezahlen soll, impliziert für mich, die Namen der Spieler des lokalen Teams, über das man berichtet, zu können. Im unten verlinkten Westfalenpost-Artikel hat der TuS die geforderten Neuzugänge offenbar schon geliefert, man kann nun zusätzlich mit Lutger Ten Velde, Sven Persson und dem Engländer Borneman aufwarten.
    Quelle (Die korrigierens wahrscheinlich noch, spätestens wenn sies hier lesen): 301 Moved Permanently

    Um hier in der Ligapause wieder zur Sachlichkeit zurückzukehren: Im SZ-Artikel nach dem Hamm-Spiel war ein Andersson-Zitat, in dem er sinngemäß sagte, dass ein Entwicklungsprozess sichtbar ist und man Schritt für Schritt besser wird. Dem kann ich nur zustimmen. Die erste Halbzeit gegen Hamm war für mich die bisher Beste der Saison. Sie hat eine Weiterenwicklung gezeigt, die zwar nicht in großen Sprüngen stattfindet, aber dennoch beständig ist. Man sieht auf individueller Ebene, wie auch auf der Kollektiven, was die Pass-, Laufwege und die Chemie angeht, eindeutige Fortschritte. Wer das abstreitet, dessen Gemecker ist vielleicht intentional (Die Kids heute sagen "Hater") oder ihm fehlt ein wenig der Blick. Mich würde hier aber tatsächlich die Einschätzung des Verbal-Diarrhoe-Akrobaten "Nethper" interessieren.

    Jetzt kommt allerdings auch mein "Aber":
    Es hat bisher eben nur für einen geschlagenen Sieg aus 9 Spielen gereicht. Und will man nicht früh in der Saison den Anschluss verlieren, müssen jetzt Punkte her, da hilft alles nichts. Es ist undankbar und man fühlt sich, als würde man dem Team etwas in den Rücken damit fallen, einen guten, richtigen Entwicklungsprozess als "zu langsam" zu deklarieren. Aber die 2. Handball-Bundesliga erwartet eben ein gewisses Level, will man Spiele gewinnen. Und dieses Level hatte man, trotz des besagten Fortschritts, bisher häufig noch nicht länger als 15-20 Minuten am Stück. Und besonders selten eben in den Endphasen. Jede Mannschaft muss durch ihre Endphasen und jede Mannschaft, ob Kiel oder Ruckersfeld, hat dann mit den gleichen Symptomen zu kämpfen. Und die "spiel-lenkenden" Figuren, die Führungsqualität die dann eben gebraucht ist, hat der TuS bisher oftmals nicht.

    In der 47. Minute verkürzt Persson gegen Hamm auf -2. In den letzten 10 Minuten Netto-Spielzeit, der sogenannten "Crunch-Time" macht der TuS dann nur noch 3 Tore, 2x Ten Velde, 1x Rüdiger, keins aus dem Rückraum. Da sieht man genau, was fehlt.
    Vielleicht kann ja mal einer der Presse-Leute die Verantwortlichen im kommenden Nationalmannschafts-Loch fragen, ob es Neues vom Transfermarkt gibt.

    PS: und völlig offtopic: Ich finde den Gedanken von stählerne Wiese nicht falsch, ob man überhaupt auf Biegen und Brechen die Liga halten muss. Das hätte dann aber nichts mit Selbstmord zu tun, wie der Schlingel aus dem Johannland schreibt, sondern mit einem geordneten, vernünftigen Rückzug. Ob so etwas aber wirklich gut tun würde, wissen nur die Verantwortlichen. Und man muss ihnen da auch mal wirklich vertrauen, der TuS ist diesbezüglich das letzte Jahrzehnt in ausgezeichneten Händen gewesen.

    wenn die Mannschaft weiter liefert,


    Da hast du doch den Casus Knacktus. Abgesehen von temporärem (und immer gut vermarktbarem) Erfolg hat die Eintracht nach wie vor wenig zu bieten. Auch mit 1200 Zuschauern, die für Hagener Verhältnisse sehr gut wären, wäre eine hundsmiserable Stimmung in der Halle. Natürlich bringen sportlich starke Phasen immer ein paar mehr Zuschauer - grundsätzlich sehe ich aber einfach nicht, warum sich die Investoren gerade für den Standort Hagen entschieden haben, um einem Handballverein Geld reinzubuttern. Denn die Eintracht ist schon vergleichsweise (in jedem Fall im Ligavergleich) irrelevant und das ist auch denke ich das, worauf hsgfan99 abzielt.

    Am Ende befürchte (oder hoffe?) ich, dass das Projekt da in Hagen den gleichen Weg geht wie die Rhein Vikings. Mal kurz zum Spielball einiger gelangweilter Reicher geworden, nach Interesseverlust dann fallengelassen und in der Versenkung verschwunden. Wäre nichts neues. Und natürlich wäre es auch nichts neues, dass diejeigen, die es mit dem entsprechenden Verein halten, dann unbeirrbar und bis zum bitteren Ende in die Welt blöken, dass "es in ihrem Fall ja ganz anders laufen wird" als bei bisherigen Beispielen, dass "man es nicht vergleichen könne" und dass man es "bei uns ja richtig machen" würde. Wir werden sehen :)

    Aber wie gesagt, wenn man sich als Reicher schon so ein Projekt vornimmt, dann doch auch einen Verein, der ansatzweise interessant ist, ein starkes Umfeld oder eine traditionell frenetische Anhängerschaft hat. Hat die Eintracht aber alles nicht.

    Kaiser fragt sich in der heutigen SZ die auch hier schon angesprochene Frage nach der Spielmacherrolle. Das Fauli für den Rest der Saison ausfällt, ist umso bitterer, als dass sein Spiel gegen Dessau gezeigt hat, dass er unbestritten der dringend nötige Lenker und Denker im TuS-Spiel hätte sein können... Der Artikel geht dann die einzelnen Spieler durch und schreibt bei Strakeljahn, dass die "Variante" mit ihm am wahrscheinlichsten ist. Was vielleicht daran liegen könnte, dass er genau für diese Rolle geholt worden ist?

    Der Punkt ist aber doch gerade, dass er (wie alle anderen) nicht nur in die ihm zugeschriebene Rolle sowieso erst noch hineinwachsen muss, sondern dass nun auch noch "zusätzlich" der wichtigste Spieler als strategischer Kopf der Mannschaft möglichst ersetzt werden soll.

    Und das kann Strakeljahn nicht, das kann niemand. Bisher ist kaum ein Feldspieler mal länger als 60 Minuten konstant im Soll seines Möglichen gewesen. Dahin zu kommen und die jungen Spieler weiterzuentwickeln ist schon schwer genug. Wenn sie jetzt noch intern Fauli ersetzen sollen, ist das zu viel Verantwortung über die ganze Saison hinweg.

    Daher ist Kaisers letztgenannte Option die in meinen Augen einzig rationale: Es muss nachverpflichtet werden. Sijaric hat sich im Text dazu auch schon geäußert. Ich hoffe wirklich, dass etwas möglich ist.

    "Persönliche Gründe".
    Persönliche oder auch private Gründe können durchaus auch einmal der wahre Hintergrund sein.

    Insofern halte ich es für richtig, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen oder diese anzuheizen.


    Falls sich das darauf bezieht, dass ich die Formulierung in Anführungszeichen gesetzt hatte, so habe ich das natürlich ausschließlich aus Zitat-Gründen gemacht. Das man es anders lesen könnte, kam mir gerade erst in den Sinn. Vielleicht aber auch etwas überspitzt, aus Anführungszeichen Spekulations-Anheizung zu machen.

    Läuft hier irgendwo versteckte Kamera? Springt am Samstag der Geist von Kurt Felix plötzlich aus den Katakomben der Stählerwiese hervor und ruft im Mittelkreis "Verstehen sie Spaß?"
    Jedenfalls wird die Situation rund um den TuS nun skurril. Nach bereits 3 Monaten ist der erste hauptamtliche Geschäftsführer der Vereinsgeschichte wieder weg. "Persönliche Gründe" werden in der PM genannt.
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