Beiträge von Andi.Waffen57

    Ein weiterer Kroate findet seinen Weg in den Hexenkessel Stählerwiese, und es ist der 37jährige Janko Kevic. Aktueller Kapitän des kroatischen Topteams RK Nexe. 225 Tore in der EHF Europa League, dazu 20 weitere im EHF Challenge Cup. WM-Teilnehmer 2021. Das liest sich brilliant. Der sportliche Leiter Mirza Sijaric (seines Zeichens bosnischer Kroate) hat im letzten Jahrzehnt schon etliche saustarke Kroaten ins Siegerland gelotst. Entsprechend bin ich mir sicher, dass dieser Wechsel auch unter dieser Kategorie "Mirzas Netzwerk" verzeichnet werden kann.

    Skeptikern bezüglich Kevics Alters muss man entgegenhalten, dass er in den diesjährigen Viertelfinals der Europa League in den beiden Spielen gegen Bundesligist Frisch Auf Göppingen (!) mit 7 und 8 Toren (!!) jeweils bester Torschütze seines Teams (!!!) war. Was soll das Alter da für ein Argument sein? Wer noch vor einem knappen Monat zu solchen Leistungen fähig war, der wird dem TuS Ferndorf in der dritten Liga immens weiterhelfen. Dass er direkt für 2 Jahre unterschrieben hat, spricht auch gegen ein "Ich lass es hier gemütlich ausklingen" und für nach wie vor vorhandenen sportlichen Ehrgeiz.

    Mit ihm, Karaula und Eres werden dann wohl mindestens 3 Kroaten in der Start7 der kommenden Saison stehen. Wenn man noch für Rückraum Rechts einen kroatischen Mundus-Ersatz holen würde, hätte man sogar einen reinen Hrvatski-Rückraum ^^

    Ich habe mal etwas gekramt und die Mannschaftsfotos der Saison 2010/11 (In der Brauerei) und 2009/10 (Vor der Brauerei) in den Anhang hochgeladen (Keine Ahnung, ob es funktioniert hat!)

    Darauf ist erkennbar: Stelzenbach und Klatt waren 10/11 die beiden Kreisläufer des Teams. Maik Pallach hat den Verein damals vor dieser Saison verlassen und mit Klatt zusammen das Kreisläuferduo der Saison 2009/10 gebildet, in welcher wiederum Klatt Neuzugang war und sein erstes TuS-Jahr gespielt hat. Wir haben also beide Recht ;)

    Andi.Waffen57

    Dürfen die Verantwortlichen des Vereins den letzten Satz aus Deinem Posting #58 als Bewerbungsschreiben werten ?? Ich denke nicht, dass beim TuS Ferndorf jemand was gegen ehrenamtlich arbeitende Personen einzuwenden hat. Denn man sollte (gerade wenn wir uns nicht im Profisport bewegen) einige Dinge erst mal selber besser machen, bevor man den Finger in die Wunde legt. Denn das können im Jahre 2023 leider die allermeisten da draußen am besten = sagen wie es nicht geht !!

    Ich weiß ja nicht, wie lange du den TuS schon digital medial verfolgst. So in der Zeit 2016 - 2017 hatte der TuS eine deutlich stärkere Öffentlichkeitsarbeit als es heute der Fall ist, und - da bin ich mir sicher - damals hat man auch nicht mehr Geld für diese Sparte zur Verfügung gehabt als heute. Als Beispiel sei einfach nur das Videoformat "Ferndorf Aktuell" angeführt, in welchem es sogar "Specials" gab, bei denen der Vereinsmitarbeiter mit Spielern an unterschiedlichen Locations lockere Interviews gedreht hat. Für mich, der damals bei weitem noch nicht so vertraut und sicher im Umgang mit den digitalen Medien war, war das zu der Zeit beeindruckend und ein sehr hochwertiges Angebot. Ich habe damals beruflich in einem anderen Teil Deutschlands als dem Siegerland gewohnt und konnte der Mannschaft trotzdem hautnah verbunden bleiben , daher habe ich die Filme auch in so guter Erinnerung bewahrt. Die Clips sind noch auf dem TuS Ferndorf YouTube-Kanal zu finden, falls man sich selbst ein Bild machen möchte. Das aktuellste Video dort ist übrigens von vor über 2 1/2 Jahren... Das steht für mich ein bisschen sinnbildlich.

    Aber lassen wir das Gerede über Verbesserungspotentiale, mit (konstruktiver) Kritik geht der gemeine Siegerländer Broddelkopp ja sowieso ned so gerne um.

    Viel wichiger: Ein neuer Cheftrainer ist auf der Vereinshomepage verkündet und es ist Ceven Klatt! Ich halte das für eine attraktive Lösung, gerade aufgrund seiner TuS-Vergangenheit. Die Zeit damals, als er mit Chr. Stelzenbach das Kreisläuferduo gebildet hat, war in etwa der Startschuss für die rasante und positive Gesamtentwicklung der 1. Mannschaft bis heute und ich bin gespannt, ob er nun in neuer Funktion dazu beitragen kann, dass es zurück ins deutsche Handball-Unterhaus geht.

    Rostyslav Polishchuck wird den Verein auch verlassen!

    Sollte dem so sein wäre es schade, ich hatte mich bei ihm insbesondere nach den letzten Wochen darauf gefreut, was da gehen könnte, wenn er eine komplette und reguläre Vorbereitung mit dem Team absolviert.

    Zumal er selbst im WP-Interview aus vergangenem Dezember noch sagte: "Mein Vertrag läuft bis 2024.". Quelle (hinter Paywall): https://www.wp.de/sport/lokalspo…d237240873.html

    PS: Gerade den Vorbericht zum letzten Heimspiel gelesen, da wird der Polyshchuk-Abgang in einem Nebensatz(!) tatsächlich bestätigt. Eine eigene Meldung war er der herausragend brilliant arbeitenden Öffentlichkeitsabteilung des Vereins wohl nicht wert.

    Angesichts der identischen Reihenfolge vermute ich, dass sich Dukies Spekulation auf einen Artikel aus der heutigen Westfalenpost bezieht:

    "Die neue West-Staffel könnte sich so zusammensetzen: TV Emsdetten, HSG Krefeld Niederrhein, TuS Ferndorf, VfL Gummersbach II (beide umgruppiert aus Süd-West), Longericher SC Köln, Bergische Panther, TuS Spenge, Ahlener SG, TuS 1882 Opladen, TV Aldekerk, SGSH Dragons, LIT 1912 II, TSG Altenhagen-Heepen (Meister Oberliga), interaktiv.Handball (Meister Regionalliga Nordrhein). Damit wären noch zwei Plätze frei. Einen könnte sich das Team HandbALL Lippe II sichern, falls die Ostwestfalen die zurzeit noch laufende Abstiegsrunde erfolgreich bestehen."

    Quelle (Hinter einer Paywall): https://www.wp.de/sport/lokalspo…d238481683.html

    Sollte das direkte Zitat gegen Urheberrecht verstoßen, bitte löschen.

    Die Regeln sind doch von Anfang an für alle bekannt und gleich !

    Bei einer " einfachen " Runde kann man halt Glück oder Pech haben .

    Emsdetten hat zu Hause ! Unentschieden vs Vinnhorst gespielt, sie hätten nur gewinnen brauchen.

    Stichwort Glück oder Pech: Das Ding ist, dass der "Heimvorteil" ein rein metaphysischer Vorteil ist während das Erzielenkönnen von Auswärtstoren bei gegenwärtigem Regelwerk einen ganz konkreten solchen darstellt. Vor diesem Hintergrund hätte wohl jedes Team liebend gern auf den Heimvorteil verzichtet, wenn man damit einer Situation, wie sie nun Emsdetten wiederfahren ist, entgehen kann. Da hätte man beim DHB diese Auswärtstorregel bei einer Einfachrunde außer Kraft setzen müssen, hat aber wohl gepennt. Als TVE würde ich mir deshalb den Weg vors Sportgericht offen halten.

    Laut diesem Artikel ist Vinnhorst ebenfalls fix aufgestiegen. Die Regelung empfinde ich vor dem Hintergrund einer Einfachrunde eher suboptimal.

    https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-63-151999.html

    "Im letzten entscheidenden Schritt zählen dann allerdings die Auswärtstore, durch die Einfachrunde hatte Emsdetten allerdings den Heimvorteil auf seiner Seite und konnte keine Auswärtstore erzielt - Vinnhorst hat dieses Kriterium mit 25:0 somit auf seiner Seite [...]"

    Wenn das stimmt, ist es eine komplette Farce ^^

    ist die Rolle des GF eines Vereins zwischen Liga 2 und 3 so attraktiv.?

    Gute Frage. Die Stellenausschreibung vor der Einstellung von Schöneseiffen war im Jobbörsen-Portal der Spoho Köln inseriert. Wenn man dort Sportmanagement studiert bzw. studiert hat, sowieso "aus dem Handball kommt" und seine ersten Gehversuche und Duftmarken in diesem Business setzen möchte, halte ich die Vollzeitstelle in einer semiprofessionellen Vereinsstruktur mit viel, viel Wachstumspotential für überaus attraktiv. Daher war Schöneseiffen rein auf dem Papier eigentlich die Idealbesetzung, zumal er aus der erweiterten Region kam. Umso bitterer, dass er wieder weg ist.

    PS: Man sollte in Bezug auf deine Frage im spezifischen Fall Ferndorf auch nicht den Faktor "Autobahnbrücke Lüdenscheid" unterschätzen. Da hat man einen realen Standortnachteil, wie viele andere Unternehmen der Region auch.

    Jens Westen: Ein Mann, dem die Verbitterung (über was auch immer) ins Gesicht betoniert ist. Pseudo-provokativ ist er seit eh und je, die negativen Zwischentöne wirken, als würden sie ihm seelische Befriedigung geben. Habe mich oft gefragt was das soll.

    Das war gerade aber der Gipfel. Als allererstes im Interview mit dem Toptorschützen implizit darauf hinzuweisen, dass er 10 Fehlwürfe hatte ist unter aller Kanone. Der Spieler hat völlig Recht. Soll er nach so einem Spiel und so einer kämpferischen Mannschaftsleistung mal positiv ins Interview starten und nicht sofort seine ewige innere Frustration in dieser typisch passiv aggressiven Manier rauslassen.

    Der Typ ist finished und einer der wenigen Gründe warum ich froh bin, dass Sky die Lizenzen bald nicht mehr hat.

    Andersson hat es nicht geschafft, die Mannschaft über den Saisonverlauf hinweg weiterzuentwickeln. Die Stagnation seit Oktober war angesichts des vorhandenen Talents unverständlich, zumal er der Mannschaft in der Rückrunde der Vorsaison einen immensen Fortschritt zufügen konnte. Mundus hat Rückschritte gemacht, Karaula ist nicht in die Fußstapfen getreten, die für ihn ausgeschildert waren. Fanger? Die Torhüterleistung ist im Laufe der Saison immer schlechter geworden. Mattis Michel war einer der konstantesten Kreisläufer der 2. Liga, zuletzt wirkte er über eine längere Zeit formschwach. Aber das Kapitel Andersson ist Vergangenheit, also bringt die Fehleranalyse seiner Ära nur noch bedingt etwas. Blick nach vorne.

    Liest man nochmal die Medienberichte zur Einstellung von Sebastian Schöneseiffen als "Hauptamtlicher Assistent der Geschäftsführung", so wird da zumindest für meine Begriffe ersichtlich, dass er mit der Zeit immer weiter in die Verantwortung hätte rücken sollen, um - wie es zuvor auch mit Maximilan Huxoll gedacht war - dann irgendwann die reguläre Vollzeitbesetzung dieser exorbitant wichtigen Position zu bilden. Nun heißt es, dass Schöneseiffen sich beruflich umorientieren und dem Sportbetrieb den Rücken kehren will. Diese Umentscheidung lässt nicht nur mich etwas ratlos zurück. Wenn er doch damals als Assistent einen Weg vorgezeichnet bekommen hat und klar abgesteckt war, wo dieser Weg hinführen soll, dann muss er ja motiviert gewesen sein, diesen Weg auch zu gehen und in die Rolle als Geschäftsführer hineinzuwachsen. Warum also nun die Umentscheidung? Was ist in dem (nicht-mal-)Jahr als Assistent geschehen, dass die nicht unattraktive Perspektive plötzlich unattraktiv geworden ist? Huxoll und Schöneseiffen haben beide nicht mal ein Jahr lang "gehalten". Auch wenn da kein Zusammenhang bestehen mag, wirft das doch mindestens ein fragliches Licht auf die Management-Ebene beim TuS. Wer weiß, wie schwierig die Suche nach einem Huxoll-Nachfolger damals war, wird sich fragen, welches Bild der neuerliche Schöneseiffen-Abgang nun für potentielle Nachfolger abgibt.

    Zudem wurde damals geschrieben, dass Schöneseiffen unter anderem für die Kaderplanung zuständig sein soll. So etwas geschieht für gewöhnlich immer in enger Zusammenarbeit mit dem Cheftrainer um dessen Vision von Handball so gut wie möglich zuzuarbeiten und das richtige Personal bereitzustellen.

    Nun hat man (zumindest nach Außen hin) derzeit weder einen Kaderplaner noch einen Cheftrainer, und dass obwohl die Ligazugehörigkeit der nächsten Saison allerspätestens seit dem 29.04. feststeht. Bisher sind nur Abgänge verkündet, kein einziger Neuzugang. Das sieht von Außen leider nach Chaos, nach Kompetenzgerangel und dem Nichtvorhandensein eines klaren Plans aus.

    Quo vadis, TuS?

    Was ist denn in Ferndorf los?

    Trainer Andersson, Mihaljevic und Diebel gehen zum Saisonende. Ist anscheinend doch nicht Eitel Sonnenschein in Ferndorf... oder wie seht Ihr das "stählerne Wiese", "Andi.Waffen57"?

    Es ist kompliziert. Ein Neustart im Sommer ist unvermeidlich und könnte größer werden als bisher vermutet. Umso weniger ist es nachvollziehbar, dass man den Spielertrainer der 2. Mannschaft in der Oberliga zu einem anderen Drittligisten gehen lässt. Vermutlich werden noch mehr Spieler gehen. Welches Material der neue Trainer wohl vorfindet? Und wieviel Geld und Zeit um Neuzugänge zu holen?

    Man kann Andersson natürlich vorwerfen, dass er es nicht geschafft hat, der Mannschaft diese Saison eine merkliche Weiterentwicklung beigefügt zu haben. Es macht aber auch den Anschein, als wäre man letzte als auch diese Saison daran gescheitert, dass man einer zu jungen und unreifen Truppe vertraut und auf erfahrene Leaderfiguren verzichtet hat. Die Einsicht und die Korrektur letzten Winter kam zu spät. Danach hat Anderssons Ball auch gefruchtet. Aber danach hätte man Lehren ziehen können. Umso bitterer, dass es auch diese Saison wieder den Anschein macht, als wäre die Fehlerursache eine ähnliche.

    Vielleicht ist es aber auch besser so. Vielleicht hat man jetzt die Chance, ruhig und sachlich den Unterbau des Vereins wieder zu konsolidieren und nimmt dafür 2-3 Jahre dritte Liga in Kauf. Wir werden es sehen.

    Das Problem dabei ist halt, dass die meisten Spieler, das betrifft auch Sögard, fast immer nur dürfen, wenn es richtig kacke läuft und man im Grunde schon die Brechstange nutzen muss. Dafür ist Sögard eigentlich kein Spieler. Dafür ist eigentlich niemand so richtig ein Spieler.

    Diese Beobachtung halte ich für sehr zentral zur Bewertung von Machullas Wechselpolitik und - damit verknüpft - den Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Spieler unter ihm.

    Beispiel Einarsson: Die Zahlenangabe mag Bauchgefühl sein, aber er bekommt im Durchschnitt 8-10 Minuten Spielzeit pro Spiel auf RR. In den häufigsten Fällen, so auch gestern im Nordderby, kommt er - wie Paul Jonas schon schreibt - erst in der Phase, wo die bisherige Lösung nicht funktioniert hat. Da ist dann aber ganz anderer Druck als zu Spielbeginn. Natürlich ist es wichtig, dass Spieler lernen in solchen Phasen zu bestehen und Verantwortung zu übernehmen. Aber es ist genauso wichtig, dass man unterschiedliche "States of Mind", die während eines Spiels existieren, erlebt. Und unterschiedliche Spielentwicklungen auf der Platte mitbekommt. Wenn es ein monotoner Modus ist, zudem noch der des "Allerhöchste Eisenbahn, spiel mal die Feuerwehr", so blockiert das auf Dauer eher das Fortschreiten der Entwicklung.

    Genauso ist es übrigens auch mit anderen "eindimensionalen Spielerfahrungen": Spieler, die z.B. immer nur dann reinkommen, wenn man eh schon hoch führt, bekommen dadurch auch ein kleines Handicap in ihrer Entwicklung.

    Die Kunst als Trainer (Und insbesondere als Trainer von Weltformat) liegt dann ja gerade darin, das Spiel so zu lesen und seine Spieler so zu präparieren, dass sie auch in Spielphasen, in denen sie intuitiv nicht spielen würden, spielen können und auch dürfen und beitragen können - eben um sich genau dadurch dann weiterzuentwickeln. Machulla spielt die gesamte Saison mit mehr oder minder 9-10 Spielern. Die machen dann natürlich auch Fortschritt.

    Aber moderne Handballkader haben 16-17 für einen Einsatz in Frage kommende Spieler und was passiert bei der machulla'schen Vorgehensweise mit Spieler 11-17? Der Fall Lindskog ist eine extreme Härte. Der Fall Einarsson ist für meine Begriffe aber mit am tragischsten, weil ich bei ihm noch ein großes unausgeschöpftes Potential sehe. Unter anderen Bedingungen traue ich ihm durchaus zu, sich mit der Zeit vor Röd und auch Smits als Nr. 1 auf RR durchzusetzen.

    PS: Als ein neuerlichstes Beispiel für

    dass sie auch in Spielphasen, in denen sie intuitiv nicht spielen würden, spielen können und auch dürfen und beitragen können - eben um sich genau dadurch dann weiterzuentwickeln

    stellt der Löwen-Torhüter David Späth dar. Fantastische Momente, denen man da im Pokal beiwohnen durfte.

    Im Übrigen soll noch honoriert sein, was Faruk Yusuf schon jetzt für ein überragender Handballer ist. Der hat gegen die SG gestern gespielt wie ein ungeschliffener Dika Mem. Mit 19 Jahren als Nicht-Europäer (Ohne die Ausbildung in hiesigen NLZs) 65 Tore in der bisherigen EL - das ist monströs gut.

    Ich hoffe, dass er irgendwann den Weg in die Bundesliga findet, Team egal.

    Dieses is alles nich so schlimm und Machulla soll mal nicht ablenken ist doch der Grund warum diese Arschlöcher seit Jahren dieses Benehmen haben und dabei auch nüchtern noch meinen sie wären "die Fans". Dabei sind sie nichtmal "Fans".

    Okay, den Punkt sehe ich. Aber auch hier, warum verfährt man nicht einfach wie beim Fußball? Nicht groß reden. Law and Order. Haben Verstöße gegen die Hausordnung vorgelegen? Dann Kamerabilder auswerten, bundesweites Hallenverbot, zack feddich. Muss man gar kein großes Brimborium drum machen und schon gar nicht an die Medien gehen. Wenn nichts handfestes vorliegt greift umso mehr mein Argument aus dem vorherigen Post.

    Dummheit und Gepöbel muss man aushalten können. Die Grenze (für mich) liegt, wie gesagt, da wo es in Diskriminierung kippt. Und dann wäre es entsprechend in vielen Hallen auch ein Verstoß gegen die Hausordnung. Dummes Zeug reden ist aber nicht verboten.

    Am Ende muss man das aber auch alles mal bitte einordnen: Machulla geht scheinbar wegen 3(!), ausgeschrieben: drei(!) Personen an die Medien, groß und breit wird diskutiert und am Ende soll es kein unkontrollierter Mob asozialer Chaoten gewesen sein sondern drei 50jährige?

    Mit Verlaub, die Fußball-Fankultur ist ein furchtbares Milieu. Aber in der Hinsicht kann der Handball (und Machulla) was vom Fußball lernen: Ein dickes Fell. Wenn man jeden Bundesligasamstag für alle 3 Knallköpfe, die irgendwelche bescheuerten Beleidigungen von sich geben oder Spieler auffordern, das Trikot auszuziehen, ein Medieninterview führen würde...

    Zu meinem Begriff von Professionalität im Sport gehört auch, dass man dummes Geläll (Wie man bei uns im Siegerland sagt) auf den Tribünen gekonnt ignoriert - außer es wird rassistisch oder antisemitisch - dann muss man einschreiten. Das war es wohl nicht - daher kann ich Machullas Reaktion vor dem Hintergrund der heutigen Augenzeugenschilderung hier nicht verstehen. Darf er einfach nicht drauf eingehen.

    Ursprünglich hatte ich angenommen, da wären 15-20 Leute völlig eskalativ verbal auf die Mannschaft losgegangen, wie man es eben teilweise vom Fußball kennt. Ein Bekannter von mir gehört bei Rot-Weiss Essen zum Staff, was die sich z.B. nach der letzten Niederlage gegen Mannheim alles so anhören durften... Nicht, dass ich das legitimieren oder verharmlosen will. Das ist natürlich nicht schön. Und asoziale Trottel bleiben asoziale Trottel.

    Aber muss man jedem asozialen Trottel eine Plattform geben? Und vor allem, wenn es wohl wirklich nur 3 Hanseln waren?

    Ich halte es nicht sonderlich mit Flensburg aber die Kids sind Fans, daher habe ich das Spiel gestern auch geschaut. Und - was soll ich lügen - auch ich habe mich als neutraler Zuschauer ein bisschen darüber gewundert, dass sich Flensburg hinten raus nicht nochmal aufgebäumt hat. Insbesondere in der Deckung. Knorr hat kein Wahnsinnsspiel gemacht wie der Sportboulevard titelt, er konnte bestimmt siebenmal ohne Kontakt 9m betreten. Ist doch klar, dass der die dann reinscheppert. Warum kam da nicht das energische "Dagegenhalten"? Vielleicht mal das etwas zu harte Foul um ein Zeichen zu setzen? Wo war die mitreißende Körpersprache der Leitwölfe? Das waren alles Fragen, die mich gestern während des Spiels beschäftigt haben, und ich bin wirklich weit weg davon, emotional davon betroffen zu sein, dass die SG ausgeschieden ist. Es sah rein objektiv einfach ein bisschen komisch aus. Und - noch bevor ich von Machullas Interview oder irgendwelchen Vorkommnissen wusste - ich muss gestehen, dass sich im Nachgang auch mir der Gedanke aufgedrängt hat "Sind sie vielleicht nicht gar ganz froh drum, morgen nen Lauen machen zu können wegen der Spiele, die da noch kommen".

    Nicht, dass ich das ernsthaft als Erklärung in Erwägung gezogen habe. Allein, der Gedanke hat sich aufgedrängt.

    In meinen Augen muss übrigens viel viel mehr über Machullas Wechselpolitik geredet werden, als es geschieht. Nicht nur auf gestern bezogen sondern allgemein. Das wirkt nicht selten so, als wäre es gar nicht wirklich spielbezogen, was er da tut.

    Das war aus Ferndorfer Sicht leider desaströs, man kann es nicht anders sagen. 29 Tore auswärts in Aue zu machen ist ja gar nicht mal schlecht, aber die Deckungs- und insbesondere Torhüterleistung war es umso mehr.

    Puhl und Hottgenroth haben zu keinem Zeitpunkt ins Spiel gefunden. So kann man nirgendwo bestehen. Und dann fehlt, wenn man in so einem Spiel einmal mit 5-6 Toren hinten ist, einfach der schon vielfach beschworene Leader, der da nochmal einen Impuls reinbringt um es rumzureißen. Aber selbst mit Faulenbach, Andersson und Koke zusammen auf der Platte gewinnt man so ein Spiel heute nicht ohne Torwartleistung.

    Und ohne die beiden hier besonders schelten zu wollen: Die Körpersprache, wenn man mal 3-4 Dinger teilweise unglücklich kassiert, darf einfach nicht die eines nassen Tafelschwamms sein. Nicht in der Aufstiegsrunde.