Beiträge von Andi.Waffen57

    Höchst erfreulich, dass gegen (das zugegebenermaßen enorm schwache) KL-Dansenberg endlich nochmal zwei Eigengewächse ihre Torpremieren in der 1. Mannschaft feiern konnten.

    Vielleicht ist Klatt einfach eher der Trainertyp für das Heranführen junger Spieler als es Andersson war. Sollte dem so sein: Top, weitermachen!

    In einem Sport1-Artikel zum gleichen Thema bezeichnet Seifert das DHB-Pokalfinale als "eins der vier wichtigsten Handballspiele auf der Welt neben WM-, EM-, und CL-Finale.

    Ich finde es ein wenig vermessen, das Endspiel des deutschen Pokalwettbewerbs über die anderen Länder so emporzuheben. Für mich steht es zudem definitiv nicht in einer Riege mit dem CL-Finale und interessant ist übrigens auch, dass das EL-F4 (immerhin sogar mit einem ggfs. international anreisenden(!) Profil) für Seifert wohl nur ein B-Pokal ausspielt, wobei doch dort im Normalfall auch jedes Jahr vier deutsche Mannschaften stehen sollten.

    Meine 2 Cents zu diesem Finale:

    Am Ende ist den Dänen ihre vermeintlich eigene große Stärke auf die Füß' gefallen: Das 7vs6. Frankreich wird damit gerechnet haben, dass es in der Spätphase des Spiels vollends ausgepackt werden wird und war sehr gut darauf eingestellt. Das war aber mMn nur die halbe Miete:

    Das Turnier war lang, kräftezehrend und der dänische Handball lebt von hoher Dynamik, was anstrengend ist. Das 7vs6 der Dänen in der Schlussphase des Spiels mit Hansen auf RM war daher enorm statisch. Gidsels und Pytlicks Stärken kommen aber nur durch vor ihrer Ballaufnahme erzeugte Dynamik zur Geltung. Wenn Hansen aus seinem verzögerten Expresspass einen Halben in die Lücke/ Entscheidungsposition schicken wollte, musste der meist aus maximal 3-4 Schritten Anlauf kommen. Das war zu wenig. Die Franzosen haben es kolossal gut verteidigt, aber den Dänen hat auch die letzte Kraft, das ohnehin verlangsamende 7vs6 mit Intensität zu füllen, gefehlt.

    Daher geht für mich die dänische Niederlage auch ein bisschen auf des Coaches Kappe. Es hatte dann letztlich was von Selbstlimitierung. Hätten sie im 6vs6 weitergespielt, hätten sie bessere Chancen gehabt, da gehe ich jede Wette. Das 7vs6 hat es den Dänen reingerissen.

    Ich finde es sehr befremdlich wie hier über das Erreichen des HF geurteilt wird. Ich komme ursprünglich aus der Leichtathletik. Meisterschaften auf den Langstrecken werden gerne mal im Schluss-Spurt gewonnen, weil das Rennen vorher taktisch war. Dann gewinnen auch mal Läufer die von ihren Bestzeiten her deutlich schlechter sind als die absolute Weltspitze. Niemand würde hier auf die Idee kommen das als unverdient zu bezeichnen. Sie haben ihr Potenzial an der richtigen Stelle ausgespielt.

    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

    Zunächst mal ein subjektives Statement: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft verfügt jenseits von Wolff und Golla über keinen (gar gestandenen!) Weltklasse-Spieler. Jetzt ein objektives: Sie hat von einem aberwitzigen Turnier-Modus profitiert, der zum Ende von Gruppen- und Hautprundenphase reihenweise wertungslose Spiele produziert hat. Warum hat sie profitiert? Sie steht zum jetzigen Zeitpunkt mit einer Leistung von 4 Siegen, 1 Unentschieden und 2 Niederlagen im Halbfinale. In einem Modus wie im Fußball mit Achtel- und Viertel- vor dem Halbfinale wäre selbiges mit gezeigter Leistung nie und nimmer erreicht worden. Da lehne ich mich aus dem Fenster.

    Aber der Vergleich mit den Balltretern ist metaphysisches Jackewiehose. Was zählt ist die knallharte Realität: Es drohen mit nicht unrealistischen Spielverläufen gegen Dänemark und Schweden am Ende 4 Siege, 1 Unentschieden und 4 Niederlagen in der deutschen Bilanz zu stehen. Das würde dann fast 50% Niederlagen, Siege nur gegen kleine Teams, mehrere objektiv unansehnliche Spiele (Sogar von den Spielern selbst so bezeichnet) - aber das Erreichen des Turnierziels, des Halbfinals bedeuten.

    Jetzt etwas Polemik: Es droht, dass die (für langjährige Handballliebhaber und -intensivverfolger und -vielhallenbesucher nicht unerwartete aber dennoch erschreckende) Selbsterkenntnis über den realen Zustand des "deutschen" Handballs in einem wohl tatsächlich nationalistisch angehauchten Selbstangejubel über erreichte Turnierziele und die Bodenständigkeit der deutschen Handballer in einer Welt, in der nichts mehr bodenständig scheint, untergeht.

    Deshalb ist es, und das ist meine zentrale Antwort an dich, nicht befremdlich, wie hier über das Erreichen des HF geschrieben wird. Es ist, mit Karl Popper gesprochen, nur der Versuch einer weiteren Falsifikation um damit letztlich zum weiteren Fortschritt und Gutgelingen des Projekts beizutragen. Uns allen Kritikern hier liegt das Wohlergehen des deutschen Handballs am Herzen. Es ist ein ganz normaler Baustein demokratischer Debattenprozesse. Leider hat solcher Standpunkt es aber nicht nur mit kritisch-rationalen Gegenübern zu tun, sondern auch mit in republikfarben Gefärbten.

    Und zum Schluss, bevor ich mich hier jetzt erstmal bis auf weiteres rausziehe: Wenn die deutsche Mannschaft das Finale erreichen sollte oder gar das Turnier gewinnt, werden sich die Nachbarn über den Lärm ärgern. Ich freue mich schon das ganze Turnier lang über jeden einzelnen guten Angriff und jede allgemein gute Spielsequenz. Es ist nicht so, dass die seit Tagen hier vorgetragene Kritik eine destruktive Intention verfolgt oder gar wirklich "Miesmachen" will oder derartiges. Wer das nicht versteht, versteht vielleicht das grundsätzliche Konzept von Kritik nicht.

    Nach Schmidt ist auch Karaula weg! In der Meldung steht leider kein Wort zu den Gründen, außer, dass der Spieler selbst sofort den Vertrag auflösen wollte.

    Es sieht von außen ein bisschen abenteuerlich aus, wenn man vor der Saison drei Halblinke auf dem Papier stehen hat (Hideg, Karaula, Schmidt) und davon plötzlich mitten im Aufstiegsrennen nur noch einer da ist. Auch wenn Klatt viel mit Fanger und Kevic auf den rechtshändigen Rückraumpositionen gespielt hat, ist nur ein Halblinker zu wenig. Insbesondere für die Aufstiegsrunde. Es drängt sich auch ein bisschen die Frage nach Klatts "Manhandling" auf, sofern Karaula nicht aberwitzige Ansprüche an Spielzeit gestellt hat.

    Will man jetzt nochmal jemanden einkaufen, der sich hinter Fanger und Hideg als Nummer 3 einsortiert?! Dann hätte man auch gucken können, dass man sich mit Karaula irgendwie noch bis zum Saisonende zusammengerauft bekommt. Es sind genau heute nur noch 4 Monate bis zum letzten Spieltag.

    Ich erwarte, dass man in so einem Spiel bis zum Umfallen kämpft [...]

    Mit Verlaub, das erwarte ich von einer deutschen Handball-Nationalmannschaft in jedem Spiel bei einem Heimturnier. Für gewöhnlich zocken die Jungs vor 4-6, in der Spitze mal vor 10-12 Tausend Zuschauern. Dass es 20 Tausend sind, von denen dir 90% frenetisch zujubeln - das sollte ein himmelsgleicher Traum für jeden Handballprofi sein.

    Wenn man vor solchen Kulissen nicht bis zum Umfallen kämpft, dann kommen schnell Adjektive wie "undankbar", "abgehoben" und "verzogen" auf. Knorr selbst hat nach dem Spiel ja gesagt, dass man es "für zu selbstverständlich genommen habe", was in Köln los war.

    Das ist für mich irgendwo ein Charaktertest und den hat die deutsche Mannschaft für mich nicht bestanden. Nennt diesen Standpunkt ruhig Nestbeschmutzerei, das kratzt mich nicht. Wenn 20 Tausend Leute nicht zu knapp Geld ausgeben, um dich als Spieler beim größten Turnier deines Lebens anzufeuern - sorry aber dann gibt es nur Tod oder Gladiolen.

    Und die deutsche Mannschaft hat in dieser Dichotomie gestern "Tod" gewählt. Und das war 1. dem deutschen Handball, 2. dem Mythos Kölnarena, 3. den (viel!) zahlenden Zuschauern und 4. dem Heimturnier absolut unwürdig.

    Harte Worte, ja. Aber charakterlich war das gestern ein Offenbarungseid. Und die angeführten Punkte sollten allesamt dieses Pseudoargument "Man war schon durch und daher nicht mehr konzentriert" trumpfen. Denn wenn nicht, dann ist es eine Truppe verwöhnter Bengel und dann ist "undankbar" wirklich das richtige Adjektiv.

    Eine Geste des Anstands und der Selbstreflexion war immerhin, dass sich Knorr nach dem Spiel am Hallenmikrofon entschuldigt hat.

    Wenn ich es richtig auf dem Schirm habe, wäre das DHB-Team schon direkt fürs Halbfinale qualifiziert, wenn Österreich und Ungarn ihre beiden früheren Spiele am Mittwoch verlieren. Man stelle sich vor, es käme dazu - der Halbfinaleinzug würde sich irgendwie falsch anfühlen. Und dann könnte man sogar noch gegen Kroatien verlieren und wäre trotzdem weiter...

    Auch so muss man letztlich resümieren, dass in diesem Turnier leider eine vierte Mannschaft auf oberstem Spitzenniveau fehlt. Ich würde SWE zwar nicht auf ein Level mit DEN und FRA stellen wollen, aber schon über dem Rest vom Fest. Und wenn das Halbfinale aus den drei genannten und Deutschland bestünde, dann fällt Deutschland da vom gespielten Turnierverlauf bisher doch schon deutlich ab.

    [...] Ich will gar nicht wie der Hater oder Pessimist klingen, aber wenn man mal ganz ehrlich ist, hat es die deutsche Gesamt-Turnierleistung eigentlich bisher (Wer weiß, was gegen Kroatien für ein Spektakel ansteht ;)) nicht verdient, ins Halbfinale einzuziehen. Dass das dennoch geschieht, liegt für meine Begriffe eher an der enormen Turnierschwäche von ISL und NOR und weniger daran, dass DE hinter DEN, FRA und SWE das eindeutig sichtbar viertbeste Turnierteam ist.

    Es ist übrigens gewissermaßen eine Bloßstellung für den Handball-Sachverstand hier (den ich eigentlich zu schätzen weiß!), dass ich auf diese (für meine Begriffe) relativ präzise Prognose zahlreiche hochgelikete Kommentare wie den, auf den ich zuletzt reagiert habe bekam: Ein "Miesmacherei!" reihte sich an ein "Übertriebene Skepsis".


    Leute Leute Leute, habt ihr alle die schwarz-rot-geile Partybrille auf oder wie kommt es zu so verzerrten Wahrnehmungen?

    Immer dieses Mieseschreiben [...].

    Nun gut, dann nennen wir das jetzt so. Dann gucken wir uns einfach entspannt das 37:28 gegen Dänemark an und klopfen uns danach mit einem "Na das war doch ein gutes Turnier, gegen Dänemark kann man mal verlieren" auf die Schulter. Und dann gucken wir uns ein 33:25 gegen Schweden im Spiel um Platz 3 an und beten kurz bevor wir den Fernseher ausmachen ein leises "Aber immerhin haben wir das Halbfinale erreicht" in Richtung Bild.de App auf dem Handheld-Endgerät.

    Unpopuläre Meinung: Ich glaube wir qualifizieren uns übermorgen schon vor Anwurf für das Halbfinale, weil Island gegen Österreich und Frankreich gegen Ungarn gewinnt

    Vom französischen Sieg kann man ausgehen. Die Bergdeutschen haben demnach in der Hand, ob die Lanxess-Arena einen Tod-oder-Gladiolen-Showdown gegen Kroatien erlebt, oder ob es nur ein gut besuchtes Freundschaftsspiel wird.

    Wenn ich es richtig auf dem Schirm habe, wäre das DHB-Team schon direkt fürs Halbfinale qualifiziert, wenn Österreich und Ungarn ihre beiden früheren Spiele am Mittwoch verlieren. Man stelle sich vor, es käme dazu - der Halbfinaleinzug würde sich irgendwie falsch anfühlen. Und dann könnte man sogar noch gegen Kroatien verlieren und wäre trotzdem weiter...

    Auch so muss man letztlich resümieren, dass in diesem Turnier leider eine vierte Mannschaft auf oberstem Spitzenniveau fehlt. Ich würde SWE zwar nicht auf ein Level mit DEN und FRA stellen wollen, aber schon über dem Rest vom Fest. Und wenn das Halbfinale aus den drei genannten und Deutschland bestünde, dann fällt Deutschland da vom gespielten Turnierverlauf bisher doch schon deutlich ab.

    Das heute war das erste Spiel im Turnier, das nicht phasenweise anstrengend bis belastend zu gucken war. Ich will gar nicht wie der Hater oder Pessimist klingen, aber wenn man mal ganz ehrlich ist, hat es die deutsche Gesamt-Turnierleistung eigentlich bisher (Wer weiß, was gegen Kroatien für ein Spektakel ansteht ;)) nicht verdient, ins Halbfinale einzuziehen. Dass das dennoch geschieht, liegt für meine Begriffe eher an der enormen Turnierschwäche von ISL und NOR und weniger daran, dass DE hinter DEN, FRA und SWE das eindeutig sichtbar viertbeste Turnierteam ist.

    Heute Abend zum ersten Alles-oder-Nichts-Spiel der deutschen Mannschaft würde ich mich freuen, in der Halbzeitpause so etwas wie eine Analyse zu bekommen.

    Es müssen ja nicht direkt Pfeile und Dreiecke auf virtuelle Spielfelder gemalt werden - aber IRGENDETWAS, das auf die relevanten Aspekte der ersten Hälfte eingeht und einzelne Szenen exemplarisch einordnet, wäre schon gut.

    Das wörtliche Vorlesen von völlig belanglosen Social-Media-Posts als tatsächlich ernstgemeinte Praxis in einer Halbzeitpause ist die Offenbarung eines neuen Levels an Niveaulosigkeit, das ich nicht für möglich gehalten hätte und eher auf Kanälen wie RTL 2 erwarten würde. Macht man das in den USA beim Sport so? Dann präferiere ich den englischen Stil des Sportjournalismus a la Sky.

    Was wäre eine kurze Expertenrunde mit einer niveauvollen Version von Erik Meijer in der Pause für eine wertvoller Content.

    Wenn das mit den Internet-Posts heute Abend wieder kommt, werde ich ab dem Zeitpunkt das Spiel in den Öffentlichen zu Ende gucken. Dann bin ich wohl einfach nicht die richtige Zielgruppe und möchte das auch zum Ausdruck bringen.

    Hab' ich doch weiter oben geschrieben.

    Entschuldige. Diese Handball-EM macht es für mich beinah unmöglich, überall alles in der eigentlich angemessenen Ausführlichkeit mitzulesen. Ich liebe es, aktuell jeden Tag 1,5 bis 2 gute Handballspiele sehen zu können und danach hier zu lesen, was die Handball-Community Deutschlands dazu schreibt. Aber da geht einem dann doch öfter mal etwas durch die Lappen/ die Augen.

    Knorr hat einfach Glück gehabt , denn natürlich war es eine Schauspieleinlage.

    Manche sagen clever , andere wiederum verabscheuen sowas.

    Ich persönlich würde dafür Rot + blaue Karte geben , da es bewusstes Täuschen ist.

    In der Forderung nach Maximalbestrafung für derartiges unsportliches Verhalten gehe ich mit, auch wenn ich nicht weiß, ob es Rot und Blau in dem Fall rein regeltechnisch überhaupt geben kann.

    Genau das sind die Situationen, wegen denen Knorr für mich kein ganz Großer werden wird.