[...] aber ich sehe diverse Dinge auch sehr kritisch, die du da nennst.
Fangen wir bei der „unantastbaren“ Stählerwiese an. Natürlich würde ich es begrüssen, wenn man in der Stählerwiese bleibt und ich persönlich sehe durchaus noch min. eine mögliche Ausbaustufe der Halle.
Du sagst, dass du Dinge kritisch siehst und dann kommt ein "Fangen wir an" aber danach kommt zum Hallenthema weder ein Einspruch, noch eine Kritik an dem, was ich schrieb sondern du wiederholst in etwa das Gleiche einfach nochmal.
Der TuS Charme ist sicherlich schön und nett, aber und da kommen wir zum nächsten Punkt Wachstum.
Doch Wachstum ist wichtig und notwendig! Wirtschaftlich muss es weiter vorangehen. Wenn wir uns alle erinnern, dann lag der Etat bei dem erstmaligen Aufstieg bei ca. € 500-600k.! Wo wird der Etat bei diese Saison liegen? Offenbar bei ü1Mio. €. Ist das Wachstum? Natürlich!
Gegen wen oder was argumentierst du hier? Ist das schon diskursives Schattenboxen? Ich habe nirgendwo die Aussage getätigt, dass die bisherige Entwicklung oder auch das Prinzip "Wachstum" als solches etwas negatives ist. Auch die Frage "Ist das Wachstum?" verstehe ich nicht. Was soll man denn dazu sonst sagen außer Wachstum? Ich habe doch nie derartiges behauptet. Komisch.
Du sprichst von gesundem Wachtum. Auch da gehe ich uneingeschränkt mit, aber Wachstum hört nicht irgendwo auf.
Doch, das tut es. Aus vielen unterschiedlichen Gründen. Zum Beispiel wenn ein Markt "gesättigt" und das jeweilige Unternehmen (zunächst) nicht in der Lage ist, seine Verkaufsstruktur zu diversifizieren. Dann hat man mit seinem bisherigen Portfolio zunächstmal das Optimum erreicht und stagniert auf diesem (temporären) Optimum, ohne weiterzuwachsen. Man versucht an dem Punkt dann idealerweise, neue Absatzmärkte zu generieren oder das Portfolio zu verbreitern.
Will man in 5 Jahren (nach hoffentlich 5 Jahren 2.Liga) sagen, so das war es jetzt. Wir sind zufrieden mit den 5 Jahren? Nein! Bestimmt nicht.
Wo habe ich das denn behauptet? Man sollte - ob in der Marktwirtschaft oder im Privatleben - immer versuchen, bis an sein Optimum heranzuwachsen. Und dann muss man zunächst, bevor man weiterwächst, die Bedingungen schaffen, damit man weiterwachsen kann und das folgende Wachstum genauso nachhaltig ist, wie das bisherige. Gleichzeitig sollte man immer demütig bleiben (Erik Wudtkes Wording seinerzeit bei uns!) und nicht vergessen, was die Wurzeln sind. Das zu tun ist was völlig anderes als zu sagen "Wir sind zufrieden mit 5 Jahren 2.HBL, reicht jetzt mit Vorwärtsbewegen".
Die Spieler werden auch nicht aus purem Wohlwollen hier für €2,50 spielen!
Oh man, ich verstehe wirklich nicht, warum du das schreibst. Es macht für mich keinerlei Sinn. Als wäre das nicht vollkommen klar.
Am Ende ist der TuS ein Wirtschaftsunternehmen und dieses Wirtschaftsunternehmen muss am Ende auch liefern. Zurück zu den hoffentlich 5 Jahren: Glaubst du ernsthaft, dass nach 5 Jahren keine gestiegenen Ansprüche aufgekommen sind? Sowohl bei den Fans und dem Umfeld! Das möchte ich fast drauf wetten. Ebenso darf man davon ausgehen, dass auch nach diesen potentiellen 5 Jahren unser Etat ein anderer/höherer wäre. Würde er nach 5 Jahren der gleiche sein, dann sind wir bei Stillstand und dieser ist bekanntlich Rückschritt! Der zitierte Charm verfliegt dann irgendwann auch.
Für die realistischen wirtschaftlichen Möglichkeiten des Siegerlands der 2020er Jahre für den Handballsport wäre der Zustand, sich im Mittelfeld der Liga2 über 7-8 Jahre etabliert zu haben und über eine Halle mit einem Zuschauerschnitt von 1700-1900 zu verfügen, aus meiner Sicht das derzeitige Optimum. Es gibt einen Shuttlebus von Siegen ZOB zur Halle und einen gut geführten Fanshop in der City-Galerie. Es gibt hauptamtliche Mitarbeiter in GmbH und Handballabteilung und die A-Jugend spielt ab und zu Bundesliga, während B und C in der höchstmöglichen Liga spielen und wieder eine Strahlkraft bis über 50km haben Die U23 spielt in der Oberliga-Spitzengruppe und im Stadtbild Kreuztals und Siegens ist der TuS wesentlich präsenter als jetzt mit Werbung und kreativer Präsentation. So kann man sich in etwa das aktuelle Optimum ausmalen. Großartiges Wachstum darüber wäre (gegen die aktuellen (Wachstums-)Ressourcen gelesen) unorganisch und müsste auch unorganisch herbeigeführt werden (z.B. durch einen Investor). Beschriebenes Optimum wäre vor dem Hintergrund, "wo wir herkommen" das langgezogene Finale des schon mehrfach besagten Sport-Märchens. Sollten wir diesen Zustand jemals erreichen, wäre das eine fantastische Errungenschaft. Jeder Mensch, der da nicht zufrieden wäre und ein "weiter immer weiter" fordert, ist entweder Erfolgsfan oder noch nicht lange dabei und weiß nicht, wer wir sind und wo wir herkommen. Demütig zu sein heißt nicht aufzuhören sich zu bewegen.