Handballer gehen auf Distanz
MT Melsungen kritisiert Multihallen-Investor - Firma HBM hält an Projekt fest
Von Peter Ketteritzsch
kassel. Die neben den Kassel Huskies als zweiter Hauptmieter für die Multifunktionshalle vorgesehenen Erstliga-Handballer der MT Melsungen üben Kritik an dem potenziellen Investor, der Düsseldorfer HBM Stadien- und Sportstättenbau GmbH.
"Wir sind reichlich irritiert, dass uns Herr Eichholtz, der Geschäftsführer der HBM, immer noch als einen der Hauptmieter der Arena bezeichnet", so MT-Aufsichtsratsvorsitzender Claus Schiffner in einer gestern Abend verbreiteten Erklärung.
Tatsächlich fehle dafür seit April die Vertragsgrundlage. Schiffner verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedingungen des Vorvertrages, den die MT mit HBM geschlossen hat. Darin habe sich die Betreibergesellschaft des Handballteams bereit erklärt, ein Mietverhältnis für die Nordhessen-Arena mit HBM einzugehen, wenn das Düsseldorfer Unternehmen bis zum 31. März 2007 die Baugenehmigung für die Halle nachweisen könne. "Das allerdings hat die HBM nicht getan", so Schiffner. Die Firma habe den Termin "unkommentiert verstreichen lassen".
Am 2. April habe man HBM darauf hingewiesen, dass der Vertrag nicht erfüllt worden sei. Allerdings, das betont Schiffner, habe die MT Melsungen angeboten, die Verhandlungen wieder aufzunehmen - vorausgesetzt, der potenzielle Investor weise im Laufe des zweiten Quartals 2007 die Baugenehmigung nach. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) war gestern Abend nicht mehr für eine Stellungnahme zur Position der Melsunger zu erreichen.
Unterdessen hält HBM auch nach dem verpassten Aufstieg der Kassel Huskies in die DEL uneingeschränkt an den Plänen für die Arena fest.
"Das Projekt ist nicht gefährdet", sagte Geschäftsführer Axel Eichholtz im Gespräch mit unserer Zeitung. Zweifelsohne hätte der Wiedereinzug ins Eishockey-Oberhaus einen Schub für die Halle bedeutet, so Eichholtz: "Es wäre leichter gewesen."
Generell sei die Tatsache, dass die Kassel Huskies auch im kommenden Jahr in der zweiten Liga spielen werden, "schade, aber verschmerzbar".
Das Konzept für die Multifunktionshalle sei im Hinblick auf die beiden Hauptnutzer Kassel Huskies und MT Melsungen "nicht auf die erste Liga ausgelegt", sagte der Geschäftsführer.
Gegenwärtig, so Geschäftsführer Eichholtz, stecke man mitten in den Finanzierungsgesprächen. Für 60 bis 70 Prozent der VIP-Logen seien mit Interessenten inzwischen Optionsverträge geschlossen worden. Überdies werde zurzeit über die Vermarktung der Namensrechte verhandelt.
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