Beiträge von Rheiner

    Bei deinem dritten Punkt sehe ich nur einen losen Zusammenhang zum Videobeweis. Wäre es nicht auch ohne Videobeweis hilfreich, wenn die Kommentatoren und insbesondere die Experten die Regeln kennen würden?

    Ja, wäre auch schön. Aber beim Videobeweis ist es noch wichtiger, weil der Zuschauer innerhalb kurzer Zeit zigmal dieselbe Szene sieht und sich minutenlang alles darum dreht. Und dann sollte der Kommentator sie auch regeltechnisch einordnen können.

    Lieber Rheiner, das ist genau das, was ich nicht akzeptiere.

    Weil etwas Scheiße war, muss es also immer Scheiße bleiben?

    Das ist ja deprimierend.

    Für einen guten Videobeweis müsste für drei Dinge die Bereitschaft da sein:

    1. Gleicher Maßstab für alle Teams. Für Top-Teams muss das Gleiche gelten wie für Kellerteams. Gibt es in anderen Sportarten nicht und glaub ich auch beim Handball nicht dran, aber werden wir sehen.

    2. Transparenz. Bei Europameisterschaften z.B. war das in den letzten Jahren bzgl. des Videobeweises in strittigen Fällen nicht gegeben. Im Fußball sieht man auch genau, wann der Schiedsrichter welches Bild sieht. Ist beim Handball nicht der Fall.

    3. Die übertragenden und berichtenden Medien müssten endlich bereit sein, sich mit den Regeln zu beschäftigen. Ich erinnere ans Pokal-Halbfinale letztes Jahr, als mit Videobeweis eine regelgerechte rote Karte gegeben wurde, die von Kommentatoren, Moderatoren und Experten völlig zerpflückt wurde, weil keiner von denen wusste, was die entscheidenden Kriterien dabei sind.

    Vorschlag bei Spielen mit Videobeweis:

    Jedes Team erhält einmal pro Spiel die Möglichkeit, eine Szene überprüfen zu lassen. Nutzt es diese Möglichkeit entfällt dafür ein TTO, da das Spiel eh unterbrochen wird. Der Mannschaftsverantwortliche hat den Schiedsrichtern mitzuteilen, welches Vergehen exakt geprüft werden soll, hier also der mögliche Kreiseintritt von Borges. Ansonsten könnte man in jedem Angriff irgendwo ein Foul/Trikotziehen finden.

    Es wäre hier aufs Gleiche bei rausgekommen: Magdeburg hätte sicher die Zeit prüfen lassen.

    Ich hab vor Kurzem noch NHL-Playoffs gesehen, wo die ein ähnliches System haben wie du es vorschlägst. Das gab genauso Theater wie am Sonntag und wie immer wieder in der Fußball-Bundesliga.

    Solange kein einheitlicher Maßstab für alle Clubs bei den Video-Entscheidungen herrscht, wird es immer Theater geben - völlig unabhängig davon, von wem die Prüfung ausgeht.

    Zu 1: Eben, genau das hat mich ja so genervt: Es gab schon viel schwierigere Fälle und wird es auch weiterhin geben. Hier bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass jeder, der sich schon öfter mit solchen Szenen auseinandergesetzt hat (und das sollte bei Schiedsrichtern auf dem Niveau der Fall sein) sehen muss, dass der Ball nicht mit vollem Durchmesser hinter der Linie war. Ein Ball ist in der Mitte deutlich breiter als unten! Das heißt, dass wenn er unten auf dem Boden wenige Zentimeter hinter der Linie ist, ist der breite Mittelteil sicher nicht auch vollständig hinter der Linie. Wenn man aus dem Spiel heraus auf Tor entscheidet - kein Problem. Mit Videobeweis find ich es nicht korrekt!

    Zu 2: Es gab auch ein optisches Signal (rotes Licht). Sonst würde das auch wenig Sinn machen.

    Torlinientechnik etc. ist m.E. aus Kostengründen nicht umsetzbar.

    Dass man es sich anguckt, wenn man es hat, ist klar. Aber hier hätte man es m.E. nicht gebraucht.

    Da hätte ich am Sonntag ohne eine Wiederholung sofort um viel Geld gewettet, dass der Ball vor dem Signal im Tor war (hab ich hier auch sofort geschrieben).

    Zu 3: Ja, das ist ein ganz wesentlicher Punkt und der Unterschied zum Fußball. Beim Fußball können auch Sachen geprüft werden, die das Schiedsrichterteam auf dem Feld überhaupt nicht gesehen hat. Beim Handball können die Schiedsrichter natürlich nur zum Video gehen, wenn sie wissen, dass da überhaupt irgendwas war. Beispiel ist die Tätlichkeit von einem Spanier (weiß nicht mehr wer) gegen Wiencek bei der EM. Wenn die Schiedsrichter nichts sehen, kann man auch nichts prüfen. Die Regeln bzgl. der letzten 30 Sekunden haben dazu geführt, dass sich die Spieler beim Ballwegwerfen, Ballmitnehmen, Behindern etc. geschickter anstellen als vorher. Hoffentlich wird das bei Tätlichkeiten etc. nicht auch so sein.

    Naja, auf jeden Fall gab es in den letzten Jahren bei EHF-Turnieren schon weitaus skandalösere Leistungen von Schiedsrichtern und Kampfgericht, wo bis heute keine Aufklärung erfolgt ist, was passiert ist und wie es dazu kommen konnte.

    Man sollte das Spiel jetzt nutzen, um am Videobeweis zu feilen, die Regeln klar zu kommunizieren und eine einheitliche Linie zu finden.

    Sky war sicher besser als DAZN, aber das kann es kaum sein.

    Doch, ich glaub, genau das ist es.

    Ich krieg das in den Hallen mit.

    Sky hat immer irgendwer in der Familie, im Freundeskreis o.ä..

    Und es wurde auch viel mehr drüber geredet. Wenn man in einer Runde in der Halle zusammenstand, hat immer irgendwer das letzte CL-Spiel bei Sky gesehen.

    Das hab ich in dieser Saison anders erlebt. Die Schnittmenge zwischen akiven Handballern und DAZN bzw. Servus TV ist viel zu gering.

    Ich weiß nicht. Es war viele Jahre kein Problem das auszuverkaufen, auch ohne deutsche Beteiligung.

    Ja eben, da war die Übertragungssiuation eine andere!

    Genau das will ich ja sagen.

    Nur an Corona kann's nicht liegen. Dafür hat der Zuschauerzuspruch auch in anderen Sportarten in den letzten Wochen zu sehr zugenommen (auch schon, als die Corona-Zahlen noch deutlich höher waren als jetzt).

    Ja, aber das ist halt ein Event. Gibt ja auch NBA-Spiele in Europa oder US-Tourneen von europäischen Fußballmannschaften. Das Handball sowas niemals machen könnte ist klar, aber deswegen ist es auch irrelevant für den Handball bzw. keine Konkurrenz. Halt was anderes.

    Konkurrenz nicht.

    Aber wenn auf der anderen Seite die besten und wichtigsten drei Spiele auf Vereinsebene der Welt drei Wochen vorher - zum ersten Mal seit sechs Jahren mit deutscher Beteiligung vor Zuschauern - immer noch nicht ausverkauft ist, ist das schon aussagekräftig.

    Aber ein Wettbewerb von beiden findet halt auch gefühlt unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt (die NFL ist es nicht ;)).

    Ich bleibe dabei, dass das ein wesentlicher Faktor ist!

    Die Schiedsrichter gehören für mich zur Top 10 der Welt und sind heiße Atmosphären gewohnt.

    Szeged - Flensburg z.B. haben sie super gepfiffen.

    Sie haben nicht viel falsch gemacht. Nur mit Videobeweis sieht es in der Gesamtheit blöd aus.

    Hat man ja auch im Fußball schon oft gesehen: Dass durch den VAR Diskussionen entstanden sind, die sonst nie in diesem Ausmaß entstanden wären.

    Der Abpfiff mittels akustischem Signal erfolgt doch in der Regel automatisch und nicht per Tastendruck des Zeitnehmers oder meinst du, dass er beim Wiederanpfiff zu langsam war?

    Ein Menschen braucht halt einen Moment um zu reagieren.

    Man kan sogar gar nicht ausschließen, dass auch die Signale in der Halle ganz leicht verzögert waren.

    In der Kölnarena z.B. war das jahrelang so, dass die Uhr umsprang und ne gefühlte Sekunde später das Signal kam.

    Ich denke, es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der Fußball-Bundesliga und der NFL auf der einen Seite und der HBL auf der anderen:

    Die Fußball-Buli und die NFL gucken auch viele Menschen, die ansonsten nichts mit den Sportarten zu tun haben (also nie gespielt haben, keine Kinder bei den Sportarten hatten; man geht nicht seit zig Jahren zum Dorfverein Spiele gucken etc.).

    Genau das sehe ich bei der HBL überhaupt nicht: Man guckt nicht die HBL, wenn man sonst nie was mit Handball zu tun hatte.

    Vereinshandball ist und bleibt in Deutschland nicht massentauglich.