Ich würde achronologisch mit dem 7m beginnen. Tor oder nicht? Auch anhand der Bilder, zumindest im TV, nicht klar erkennbar und da gab es schon viel schwierigere Fälle.
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In der hochemotionalen Schlussatmosphäre sollte an einem relativ kleinen Monitor entschieden werden, ob der Ball bei Beginn eines AKUSTISCHEN Signals mit vollem Umfang hinter der Torlinie war...das soll weniger fehleranfällig sein als die unmittelbare Wahrnehmung, so wie bspw. auch am Ende der ersten Halbzeit. Ich halte eine Torlinientechnik in beiden Fällen für wesentlich sinnvoller, weil unmittelbare Erkenntnis für alle Beteiligten und zwar bei allen Toren im Spiel.
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Für Sonntag hätte ich es wichtiger gefunden, die beiden sehr rüden und rotverdächtigen Fouls gegen Oma Inge und Gisli noch einmal anzuschauen, haben sie nicht, weil es ihnen nicht so schlimm vorkam. Und da schließt sich der Kreis oder die Katze beißt sich in den Schwanz. Wenn die Schiedsrichter etwas nicht sehen (wollen), nutzt auch die beste Technik nichts.
Amen.
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Zu 1: Eben, genau das hat mich ja so genervt: Es gab schon viel schwierigere Fälle und wird es auch weiterhin geben. Hier bin ich nach wie vor der Überzeugung, dass jeder, der sich schon öfter mit solchen Szenen auseinandergesetzt hat (und das sollte bei Schiedsrichtern auf dem Niveau der Fall sein) sehen muss, dass der Ball nicht mit vollem Durchmesser hinter der Linie war. Ein Ball ist in der Mitte deutlich breiter als unten! Das heißt, dass wenn er unten auf dem Boden wenige Zentimeter hinter der Linie ist, ist der breite Mittelteil sicher nicht auch vollständig hinter der Linie. Wenn man aus dem Spiel heraus auf Tor entscheidet - kein Problem. Mit Videobeweis find ich es nicht korrekt!
Zu 2: Es gab auch ein optisches Signal (rotes Licht). Sonst würde das auch wenig Sinn machen.
Torlinientechnik etc. ist m.E. aus Kostengründen nicht umsetzbar.
Dass man es sich anguckt, wenn man es hat, ist klar. Aber hier hätte man es m.E. nicht gebraucht.
Da hätte ich am Sonntag ohne eine Wiederholung sofort um viel Geld gewettet, dass der Ball vor dem Signal im Tor war (hab ich hier auch sofort geschrieben).
Zu 3: Ja, das ist ein ganz wesentlicher Punkt und der Unterschied zum Fußball. Beim Fußball können auch Sachen geprüft werden, die das Schiedsrichterteam auf dem Feld überhaupt nicht gesehen hat. Beim Handball können die Schiedsrichter natürlich nur zum Video gehen, wenn sie wissen, dass da überhaupt irgendwas war. Beispiel ist die Tätlichkeit von einem Spanier (weiß nicht mehr wer) gegen Wiencek bei der EM. Wenn die Schiedsrichter nichts sehen, kann man auch nichts prüfen. Die Regeln bzgl. der letzten 30 Sekunden haben dazu geführt, dass sich die Spieler beim Ballwegwerfen, Ballmitnehmen, Behindern etc. geschickter anstellen als vorher. Hoffentlich wird das bei Tätlichkeiten etc. nicht auch so sein.