Der Angreifer, der den Torraum betritt, begeht eine Regelwidrigkeit, da sind wir uns wohl einig.
Er darf sich aber wieder spielfähig machen, dazu muss er den Torraum verlassen, auch das dürfte unstrittig sein.
Er darf sich aber durch das Verlassen des regelwidrig betretenen Torraumes keinen Vorteil verschaffen, denn dann erlangt er seine Spielfähigkeit aus einer von ihm verursachten Regelwidrigkeit heraus und aus einer regelwidrig begangenen Aktion kann niemals eine regelkonforme Folgeaktion erwachsen.
Verlässt er z.B. den Torraum auf direktem Weg und verhindert dadurch, das der regelkonfrom agierende Abwehrspieler den Ball aufnehmen kann, verschafft er sich aus seiner von ihm verursachten regelwidrigen Position einen Vorteil gegenüber dem regelgerecht agierenden Angreifer. Der durch den Kreis laufende Abwehrspieler verschafft sich ja auch einen Vorteil gegenüber dem Angreifer, selbst wenn er bei Beginn der Abwehraktion den Kreis bereits wieder verlassen hat.
Genauso ist es, wenn der Kreisläufer den Abwehrspieler durch den Kreis hinterläuft. Wird er anschliessend angespielt oder stellt einen Block, ist das abzupfeifen. Verlagert sich das Spiel auf die andere Seite oder gibt es keine direkte Aktion mit dem Kreisläufer bleibt das ungeahndet.
Letztes Beispiel: Außen spingt ein, verwirft, der Ball landet bei seinem Mitspieler auf der anderen Seite. Verlässt der Spieler jetzt den Torraum Richtung 7 m-Linie, wird dort direkt angespielt und erzielt ein Tor, hat er sich einen Vorteil verschafft, auch wenn der Weg kürzer ist. Beginnt dagegen ein neuer Spielaufbau, ist der Ort des Verlassens unerheblich.
Das setzt seitens der SR ein entsprechendes Spielverständnis voraus, das, zugegebenermaßen, nicht immer in ausreichendem Maße vorhanden ist.