Beiträge von Pro Handball

    Und es geht los, letztes WE Spielleitung, eine Mannschaft aus einem Hotspot, seit Montag Risikogebiet.
    Ich muss in Selbstisolation, mein Arbeitgeber schreit Hurra. Ursache: Die Kirmes musste unbedingt stattfinden.
    Naja, Hauptsache es wird gefeiert, der Rest ist ja egal!

    So, gestern erste Spielleitung in der Corona-Saison.
    Vorbildliches Management, alle Beteiligten müssen sich vor Betreten der Halle eintragen und Hände desinfizieren. Zuschauer sind nicht zugelassen, also Geisterspiel. Alle halten sich an die AHA-Regeln, Desinfektionsmittel stehen am KG-Tisch. Kein Auflaufen, kein Sportgruß, freundliches Zuwinken aus sicherer Entfernung. Spiel läuft normal, wenn man auch als SR bemüht ist, Abstand zu wahren. Auch die Spieler halten in Unterbrechungen Abstand zum SR. KG mit Mundschutz,bei TTO rückt das KG nach hinten,man kann die Eintragungen im Protokoll unter Wahrung der Abstandsregeln überprüfen. Nach dem Spiel kein Abklatschen, jeder geht durch seinen Ausgang raus,kein Smalltalk. Es wirkt alles etwas unnatürlich, weil ungewohnt. Aber das wird in dieser Runde wohl die Normalität sein.

    Fazit: Auch unter Beachtung der Hygieneregeln kann Handball gespielt werden. Bleibt zu hoffen, dass nicht zu viele Spiele wegen Infektionen verlegt werden müssen. Man darf gespannt sein.

    So, jetzt ist offiziell,welche Regeländerungen getestet werden.
    1. Kopftreffer aus unbedrängter Wurfsituation, egal ob formeller Wurf (FW. 7m) oder von außen soll nur noch zwei Minuten geben.
    Halte ich gar nichts von. Wenn beim 7m oder FW der direkte Kopftreffer nur noch 2min gibt, dann besteht die Chance, einen guten TW oder Abwehrspieler gezielt außer Gefecht zu setzen, die 2min kann man dann schon mal in Kauf nehmen. Bei den Würfen von außen bürdet man den Außenspielern das Risiko der TW-Bewegung auf, zudem müssen dann die SR beurteilen, was eine unbedrängte Wurfsituation ist. Das wird wieder Diskussionen ohne Ende geben.

    2. 4 statt 6 Pässe beim Zeitspiel.
    Bin ich dafür. 6 Pässe, gerade in der Schlussphase können schon sehr lange dauern. Und die Neigung der SR,vor Ablauf der 6 Pässe Zeitspiel zu pfeifen, ist nach wie vor gering.

    3. Bildung eines Mittelkreises aus dem der Anwurf erfolgen kann, egal von welcher Position
    Muss nicht sein, schon jetzt sind 1,5m Toleranz nach rechts und links vom Mittelpunkt vorhanden,jeder/jede Handballspieler/in sollte in der Lage sein, seinen Fuß dahin zu setzen. Und die Trainer sollten in der Lage sein, dass ihren Leuten beizubringen. Ob der zweite Fuß dann vor, auf oder hinter der Mittellinie steht,kann dagegen egal sein. Man kann eventuell darüber nachdenken, eine Toleranzzone zum Mittelpunkt plus 1,5m nach recht und links in der eigenen Hälfte zu schaffen, aber 1,5m in die gegnerische Hälfte finde ich schon gewagt, das schafft schon einen Raumvorteil.

    Wo ist das Problem? Es gibt die Trikots in vier Farben, die Hose bleibt immer schwarz. Ich mag Schiedsrichtertrikots in leuchtenden Farben, da wird man nicht so schell umgerannt beim Gegenstoß. ;)

    Allerdings finde ich weiße Socken und Schuhe doch schon sehr gewöhnungsbedürftig.

    Musst Du mal WJB pfeifen, in einem Spiel 5 Kollisionen trotz neongelb. :lol:

    Also weiße Socken und Schuhe zur schwarzen Hose sieht einfach albern aus,egal welche Farbe das Hemd hat. Da soll man als SR durch sein Auftreten und Körpersprache überzeugen und läuft dann rum wie der Pausenclown beim Zirkus.

    Wenn man eine Sportart populärer machen will, muss man auch kleineren Verbänden die Gelegenheit geben, sich zu präsentieren. Vor ein paar Jahren waren Brasilien und Argentinien Kanonenfutter, das kann man jetzt nicht mehr sagen. Australien ist auch keine Handballübermacht, aber alle freuen sich, wenn sie dabei sind.

    Wo, wenn nicht bei einer WM,soll denn das sonst passieren? Mit dem gleichen Argument könnte man auch die HBL auf 12 Mannschaften reduzieren, da spielen auch immer die gleichen den Meister aus.

    Mir wäre ein Saisonstart Anfang November lieber gewesen, weil zu dem Zeitpunkt alle Ferien zu Ende sind und zu diesem Zeitpunkt,an dem sich wieder mehr in geschlossenen Räumen aufgehalten wird, realistische Zahlen abbilden lassen als Anfang Oktober, da sind nämlich gerade mal die letzten Sommerferien in Bayern und BaWü knapp zwei Wochen vor bei und die nächsten Ferien stehen schon wieder vor der Tür. Alle Hygienekonzepte basieren auf den aktuellen Zahlen und dürfen bei steigenden Zahlen wieder hektisch angepasst werden. Mit etwas mehr Geduld ließen sich für alle Hallensportarten Konzepte entwickeln, die auch für eine mittelfristige Planung dienen können.

    Jedes Hygienekonzept ist nur so gut,wie es auch beachtet und umgesetzt wird. Und da sehe ich bei den Vereinen im unteren Bereich eben Probleme. Da werden Kinder mit auf den Tribünen sein und herumlaufen, wenn die in der Halbzeit aufs Feld laufen, bin ich gespannt, wer sie wieder runterschickt. Der Altersschnitt der Zuschauer ist ebenfalls recht hoch und die Whiskyecken werden sich kaum das Bier verbieten lassen und den Abstand einhalten.
    Und das liesse sich mit einem späteren Saisonstart mit auf stabilen Zahlen basierenden Hygienekonzepten besser in den Griff kriegen.

    Das hat nichts mit Pietätlosigkeit zu tun, sondern ist einfach eine Tatsache. Und angesichts solcher Fälle ist es nunmal zweifelhaft, ob das Risiko in Kauf genommen wird, nur um Handball zu spielen, solche Fälle werden ja bekannt. Das Risiko ist vorhanden, wie dieser Fall bestätigt, und soll wirklich auf Teufel komme raus die Saison durchgezogen werden, nur um seinem Hobby zu frönen? Hinterher ist das Geschrei groß, dann ist das Kind in den Brunnen gefallen und dann heißt es, wie konntet ihr nur. Muss es wirklich erst soweit kommen? Wer ist denn bereit, dafür die Verantwortung zu übernehmen?

    si tacuisses, philosphus manisses !
    Sorry, aber da stimmt etliches nicht, sowohl was den Untreuetatbestand des § 266 StGB betrifft als auch die Staatshaftung gem. § 839 BGB, Art. 34 GG.
    Für die Untreue bedarf es einer sog. Vermögensbetreuungspflicht, die bis heute gesetzlich nicht normiert ist und deren Feststellung in Strafverfahren nach wie vor die größten Probleme bereitet, siehe Mannesmann.
    Politische Mandatsträger haften grundsätzlich nicht persönlich, es haftet immer nur die Körperschaft, in deren Namen die Entscheidung getroffen wird. Da gibt es grundsätzlich auch keinen Regress, bei Kollegialorganen schon dreimal nicht.

    Straßen werden vom jeweiligen Träger der Straßenbaulast regelmäßig in einem Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung genehmigt und nicht einfach durchgewunken.
    Wenn überhaupt können Beamte im haftungsrechtlichen Sinne für rechtswidrige Entscheidungen in Regress genommen werden und das auch nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.
    Ich will nicht klugscheißen, aber so wie das geschrieben wurde, stimmt es einfach nicht.

    Gerade im Amateur- und Jugendbereich sehe ich derzeit keinen Saisonstart Anfang Oktober. Gerade wurden im Nachbarort 2 Klassen einer Grundschule in Quarantäne geschickt,weil 2 Kindern trotz positivem Test von den Eltern in die Schule geschickt wurden. Welche Eltern werden das Risko eingehen, angesichts solcher Verhaltensweisen ihre Kinder zum Handball zu schicken? Gleiches im Amateuerbereich, wer wird ggfls. seinen Job riskieren,um Handball zu spielen? Und letztlich, wer von den älteren SR,die zur Risikogruppe gehören, wird Spiele leiten wollen?
    Bei den derzeitigen Zahlen muss man damit rechnen, das Spiele nicht stattfinden können, einfach weil keine spielfähigen Mannschaften vorhanden sind.
    Wenn nicht in den nächsten 2 Wochen die Zahlen wieder zurück gehen, wird es keinen Saisonstart am 3.10. geben. Ob mit oder ohne Zuschauer ist dabei egal. Dem größten Corona-Leugner in der Nachbarschaft ist gerade die Frau an Corona verstorben, er selbst lag 14 Tage im Krankenhaus. Jetzt leugnet er nicht mehr.

    Respekt Mallorca, hätte ich nicht gedacht, dass die so hart zuschlagen, aber das ist genau der richtige Weg, ansonsten werden die Beratungsresistenten das nie lernen.
    Luxemburg befürchtet nur geschlossene Grenzen, weil dann die Tanktouristen wegbleiben. Zu denen ich im Übrigen auch gehöre.

    Die staatlichen Krankenhäuser haben alle Deifizite gefahren, die mit den normalen KV-Beiträgen nicht mehr zu decken gewesen wären. Bei einer 100%igen staatlichen Krankenhausversorgung lägen die KV-Beiträge so bei 25 % plusminus 2%. Und in Deutschland werden ja Steigerungen der Kfz-Prämie anstandslos akzeptiert, aber wehe,für die KV wird 0,2% mehr erhoben. Gesundheit ist hierzulande ein Gut, dass nichts kosten darf und uneingeschränkt 24/7 zur Verfügung zu stehen hat. Das Geld fehlt sonst für die Sky- und Prime-Abos.

    Ich kann ja den Wunsch nach einem Zeitplan verstehen, aber wenn es doch etwas neues ist, was keiner kennt, was nicht erforscht ist und dessen Verhaltensweise so noch nicht aufgetreten ist, wie soll man dann einen Zeitplan aufstellen? Bei Radioaktivität ist das kein Problem, Plutonium 239 hat eine Halbwertzeit von 24000 Jahren, da kann man konkrete Zeiten angeben. Aber bei einem Virus? Bei HIV sind auch alle erstmal kopflos durch die gegend gerannt und wussten von nichts.
    Nehmen wir doch mal Luxemburg: kleines Land,ca. 500.000 Einwohner,im Grunde beherrschbar. Aber was ist mit den 80.000 Pendlern aus Deutschland , Frankreich und Belgien, die jeden Tag nach Luxemburg pendeln? Wenn sich davon nur 80 Personen infizieren und den Virus mit nach Hause nehmen, dann ist Essig.
    Mallorca: Lasst 5 Infizierte in 5 verschiedenen Flugzeugen mit je 150 Personen 2 Stunden der Klimaanlage ausgesetzt nach Deutschland fliegen. 750 Personen, die in 750 verschiedene Orte nach Hause fahren.
    Ich weiß nicht ob es angesichts dieser realen Möglichkeiten wirklich angebracht ist,noch mehr zu lockern.

    Mit dem Virus leben lernen heißt dann aber auch Abstandsregeln einhalten und Maske auf. Und die aktuellen Bilder zeigen, dass das nicht so funktioniert,wie es funktionieren sollte.Kalifornien macht wieder zu, Luxemburg vermeldet steigende Zahlen, da wo gar nichts gemacht wie in Brasilien oder Indien gehen die Zahlen brutal nach oben incl. der Todesfälle.

    Es muss doch nicht soweit kommen, dass Behandlungen nicht stattfinden können, weil die Kapazitäten fehlen. Ist es denn so schwer,sich mal für geraume Zeit an Regeln zu halten, auch wenn sie einem nicht gefallen? Es hat sich doch gezeigt, dass Abstand und Maske wirksam sind, dann sollte man das doch auch noch für eine Weile beibehalten.

    Mir ging es jetzt weniger um die "Grenzen", sondern das was in Polen jetzt passieren wird oder eben nicht.

    Aber wenn Dich andere Länder nicht interessieren und Du nur auf Deutschland fixiert bist, gut, auch schön, die Lösung hast Du ja schon erkannt, Grenzen dicht und alles wird gut:irony:


    Stimmt, jedes Land reklamiert für sich Souveränität im Umgang mit Corona, also haben wir von hier aus keinen Einfluss auf das, was in anderen Ländern passiert und können darauf nur reagieren. Welche Maßnahmen Polen oder irgendein anderes Land ergreift, hat für uns keine unmittelbaren Folgen. Von daher interessiert mich auch nur, was in Deutschland passiert, denn von den hier eintretenden Folgen bin ich auch betroffen. Und wenn andere Länder Corona nicht interessiert, dann ist das deren Entscheidung und dann werden die Grenzen wieder dicht gemacht, was anderes bleibt nämlich nicht übrig.