Beiträge von Pro Handball

    Alle Jahre wieder grüßt täglich das Murmeltier....

    Ich bin überrascht, dass der Auftritt der Damen bei der EM noch solche Diskussionen auslöst.

    Seit Jahren fängt die Damen-NM medial hochgejubelt bei internationalen Turnieren schwach an und lässt dann stark nach, das ist doch bekannt. Anschliessend reiben sich dann die Verbandsoberen verwundert die Augen, dass ihr tolles KInder- und Jugendkonzept bei den Erwachsenen irgendwie nicht den gewünschten Erfolg hat.

    Business as usual

    Ach ja, medial rangiert die Damen-EM bei sportschau.de mittlerweile noch hinter den Ergebnissen der US-Sport-Ligen.

    Alles schön und gut, aber zwei Dinge bleiben außen vor:

    1. Die besten Trainer gehören in die Jugend. und zwar schon bei den Kindern. Nach wie vor wird auf die Qualität der Trainer im Kinder- und Jugendbereich zuwenig Wert gelegt, meistens macht es jemand der gerade Zeit hat. Hauptsache, man bezahlt im Erwachsenenbereich einen überbewerteten Trainer, der irgendwann mal in einer ausländischen Nationalmannschaft das Ballnetz getragen hat.

    2. Schafft endlich dieses Prinzip ab, das es im Kinderhandball nur Sieger gibt. Wo soll die Motivation herkommen, besser zu werden, wenn alle als Preis das gleiche kriegen? Kinder begreifen sehr schnell, und wenn sie sich nicht anstrengen müssen, warum sollen sie das dann tun? Ich habe am vergangenen WE eine MJC aus Frankreich gepfiffen, das ist was ganz anderes als das pädagogische Rumgeeier in Deutschland, warum schaffen andere Länder das und wir nicht?

    Da haben die SR gepennt. Der FSR hat übersehen, dass alle Spielerinnen richtig standen und hat erst angepfiffen, als die Roten bereits über die Mittellinie gelaufen waren. Das hätte zur Korrektur führen müssen, aber nicht zum FW in die andere Richtung. Zwei kapitale Fehler in einer Entscheidung, das darf auf der Ebene nicht passieren.

    Kopftreffer ist Kopftreffer, ob jetzt voll auf die Maske oder nur das Ohr berührt oder die Frisur verändert wird.

    Ganz klare Ansage von Kay Holm.

    Entscheidend ist die torhütertypische Bewegung, also auch wenn der klassische Hampelmann gemacht wird, sind es bei Kopftreffer 2 Minuten.

    Diskussionen wird es geben, und zwar jede Menge.

    Unglückliche Ansetzung, ist auch für die SR immer unangenehm.

    Ich gehe aber davon aus, dass die SR in der 3.Liga genügend Professionalität mitbringen und sich von dieser Situation nicht beeindrucken lassen. Die Frage lautet daher, hätte ein Gespann aus 200 km Entfernung das Spiel anders geleitet bzw. war die örtliche Nähe in irgendeiner Form objektiv nachvollzehbar spielentscheidend?

    Ich glaubs nicht, deswegen ein Sturm im Wasserglas.

    Es ist unmöglich, jede mögliche spielsituation einer eindeutigen Regelung zu unterwerfen, abgesehen davon fordern Trainer ja immer nur eindeutige Regeln, wenn sie mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind, wenn es für sie vorteilhaft, wird das Fingerspitzengefühl gelobt, egal wie, einer mault immer.

    So ein Kokolores, da haben wieder einige nur halb zugehört und quer gelesen.

    Die SR auf DHB-Ebene haben für die Bundesligen als Richtschnur ausgegeben, keine gelbe Karte mehr in der 2.Halbzeit und auch keine Verwarnung mehr nach Torerfolg. Das ist aber nie als verbindliche Anweisung nach unten durchgereicht worden, darauf hat das Lehrteam in seinem Newsletter auch ausdrücklich drauf hingewiesen.

    Wenn jetzt untere Ligen das für sich als per ordre de mufti als verbindlich betrachten ist das falsch und nicht Sinn und Zweck der Sache.

    In den Bundesligen herrscht eine ganz andere Athletik, mehr Technik und da sind auch ganz andere tatktische Vorgaben zu berücksichtigen. Da hast Du eben zu 99% Spiele, da sind in der ersten Halbzeit schon auf jeder Seite 2 gelbe Karten und 2 Zeitstrafen weg, dann gibt man eben keine gelbe Karte mehr in der 2.Halbzeit. So kann man das auch in den unteren Ligen handeln.

    Nur gibt es eben in den unteren Ligen Spiele, da hast Du in der ersten Halbzeit auf jeder Seite 1 gelbe Karte, und da gibt es dann auch in der 2.Halbzeit auch noch gelb, was anderes wurde auch nie kommuniziert. Genauso mit der Verwarnung nach Torerfolg, in den Bundesligen wird das nicht erwartet, in den unteren Klassen ist das notwendig, gerade im Jugendbereich, das sind nämlich alles Hobbyhandballer, die Montags wieder zur Arbeit gehen und die nicht über die Athletik und Muskulatur verfügen wie Profis. Nur vor diesem Hintergrund ist das zu betrachten, das hat nichts mit Lehrmeinung kontra Regelwerk zu tun, das ist einfach den unterschiedlichen Dynamiken und Taktiken der Ligen geschuldet.

    Ich möcht mal erleben, wie die Trainer in den Bundesligen abgehen würden, wenn dort der Massstab der unteren Ligen angelegt würde, umgekehrt würden in den unteren Ligen Montags die Arztpraxen überquellen, wenn dort wie in der BL gepfiffen würde. Also locker bleiben, da wird nichts so heiß gegessen,wie es gekocht wird.

    Schwer zu sagen ohne die Situation zu sehen, aber wenn ich das richtig lese, will die Angreiferin gegen die Wurfhand an der Abwehrspielerin vorbei und da wird es mit der klaren Torgelegenheit schon schwierig. Du hast auch nicht geschrieben, wo die nächste Abwehrspielerin gestanden hat, wenn die nämlich noch regelgerecht hätte eingreifen können,wäre das auch keine klare Torgelegenheit.

    Wie gesagt, ist schwer zu entscheiden ohne Video, insebsondere für die SR in der Situation.

    Das bis zum letzten Pass gespielt wird,kommt sehr selten vor, nach meinen Erfahrungen kommt es nach dem dritten oder vierten Pass zum Torwurf. Es hat sich eben herausgestellt, dass 6 Pässe sehr lang sein können und auch die Neigung der SR dahin ging, auch bis zum 6.Pass laufen zu lassen, obwohl auch schon vorher passives Spiel gegeben war. Damit wurde dann die abwehrende Mannschaft letztlich um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Durch die 4 Pässe wird sich für Abwehr und Angriff wenig ändern, nur die SR pfeifen jetzt früher.

    Die Anwurfzone wird unterhalb der Profiligen nicht kommen, a. der Basketballkreis hat keine 4 Meter, b. er ist, wenn vorhanden,nicht überall in der Mitte und c. gibt es auch Hallen ohne Basketballkreis. Für den Spielbetrieb einer Liga müssen aber alle Spiele unter den gleichen Bedingungen stattfinden können, deswegen Anwurfzone frühestens ab Liga 3, darunter bleibt alles wie bisher.

    Unterhalb der Bundesligen wird die Anwurfzone sowieso nicht relevant,weil sie in den Sporthallen nicht existiert und auch kaum ein Amateurverein die Möglichkeit haben wird, eine solche flexibel von Spiel zu Spiel aufzubringen. Daher wird es seitens der LV für ihre Ligen einheitlich keine Anwurfzone geben.

    Beim passiven Spiel wird nur auf 4 Pässe reduziert, der Rest bleibt gleich.

    Interessant wird das mit den Bällen in den Klassen, in denen die Harzbenutzung vom Hallenträger abhängig ist, unterschiedliche Bälle in einer Liga je nach Halle, ich glaub nicht, dass da die Vereine mitmachen. Da wird es auch für die LV einheitliche Regelungen geben.

    Auf jeden Fall wird der Unterschied zwischen Regeln für oben und Regeln für unten noch größer werden.

    Insgesamt keine wirkliche Regeländerung, die den Handball nach vorn bringt, eher wird das ganze noch komplizierter für alle Beteiligten.

    IHF, Setzen, Fünf Minus!

    Ich versuchs nochmal:

    13:3 beschreibt die Situation, dass infolge einer Regelwidrigkeit im Spiel auf Spielfortsetzung mit einem formellen Wurf entschieden worden ist,z.B. auf 7m. Kommt es jetzt vor Ausführung des formellen Wurfes zu einer Regelwidrigkeit, wechselt der Ballbesitz nicht, Klassiker ist der hinausgestellte Spieler, der den 7m werfen will, Wechselfehler, 2 Minuten, aber der 7m bleibt bei der fehlbaren Mannschaft oder Torerfolg, dann Bestrafung der abwehrenden Mannschaft, dann Anwurf.

    Beim TTO ist das Spiel aber nicht wegen einer Regelwidrigkeit unterbrochen. Wie bereits festgestellt, dürfen während des TTO ja alle Spieler aufs Feld, d.h. bis zum Wiederanpfiff liegt noch gar keine Regelwidrigkeit vor, wenn ein Spieler zuviel auf dem Feld ist. Die Regelwidrigkeit liegt erst nach Anpfiff des Spiels vor, dann nämlich ist ein Spieler zuviel auf dem Feld, jetzt wird unterbrochen und es gibt Wechselfehler und Ballbesitzwechsel.

    Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Regelwidrigkeit und die liegt in der Ausgangssituation eben nach dem Wiederanpfiff vor und nicht vorher.

    So geht moderner Handball in der Abwehr, was Kielce da durch die permanenten Umstellungen gezeigt hat, sollte als Lehrvideo in jede Trainerausbildung. Auch wenn man berücksichtigen muss, dass Kielce die Spieler für solche Dinger hat, mit permanentem Wechsel der Abwehrformation kann man jeden Gegner zur Verzweiflung treiben.