Ich kann mich Nostradamus nur anschließen - in der Vergangenheit wurden Fehler gemacht, aber das Tempo, mit dem der VfL im vergangenen Jahr an Qualität verloren hat ist erschreckend…
Dazu passt die PK zur Akademie - definitiv ein neuer Tiefpunkt im Wirken des Christoph Schindler. Wenn der VfL nicht ohnehin durch Abfindungen gebeutelt wäre, hätte C. Schindler sich eigentlich direkt im Anschluss an die PK die Entlassungspapiere abholen können.
Da ist zunächst das „Konzept“: Seine Professionalisierung besteht darin, den Posten von Maik Pallach nachzubesetzen, weniger Kinder im C- und B-Jugendbereich zu fördern, einen Lehrer zur Laufbahnberatung der Spieler einzubinden und den 68jährigen Klaus Westebbe als Talentscout einzusetzen. Auch wenn es löblich ist, wenn sich engagierte Menschen in ihrer Freizeit oder im Ruhestand für den VfL einsetzen, kann man kaum von einer Professionalisierung sprechen, wenn man zwei Ehrenämtler für die Akademie gewinnt.
Im Gegensatz zu diesen kosmetischen Veränderung ist die Abschaffung der U23 ein massiver struktureller Einschnitt, der im Widerspruch zur Rahmenkonzeption des DHB steht. Die Anschlussförderung wurde vor einigen Jahren als Schlüsselproblem der Nachwuchsarbeit im DHB identifiziert. Deshalb sollen Spieler in U23 Mannschaften unter professionellen Bedingungen trainieren. Diese Möglichkeit gibt es in Zukunft außerhalb der Bundesligamannschaft nicht mehr.
Woher nimmt C. Schindler, der eigentlich das Selbstvertrauen, die von den Bundestrainern entwickelte Rahmenkonzeption komplett zu ignorieren?
Viel schlimmer ist aber der Umgang mit den ehemaligen Spielern der Akademie, die er rücksichtslos zur Rechtfertigung des eigenen Handelns ausnutzt. Ohne nennenswerte Erfahrung als Trainer im Jugendbereich spricht der diesen Spielern einfach öffentlich die Qualität ab.
Das sollte allen Eltern zu denken geben, die ihre Kinder in die Akademie geben wollen - schließlich spricht er hier über deutsche Vizemeister in der B-Jugend und tragende Säulen der U23.
Es sollte aber auch dem VfL zu denken geben - es handelt sich hier immerhin um Profis, denen er öffentlich ein Arbeitszeugnis ausstellt, dass das berufliche Fortkommen der genannten Spieler erschwert. Damit riskiert er fahrlässig, dass der VfL den Spielern Schadensersatz leisten muss.