Beiträge von Statler69

    Ich kann mich Nostradamus nur anschließen - in der Vergangenheit wurden Fehler gemacht, aber das Tempo, mit dem der VfL im vergangenen Jahr an Qualität verloren hat ist erschreckend…


    Dazu passt die PK zur Akademie - definitiv ein neuer Tiefpunkt im Wirken des Christoph Schindler. Wenn der VfL nicht ohnehin durch Abfindungen gebeutelt wäre, hätte C. Schindler sich eigentlich direkt im Anschluss an die PK die Entlassungspapiere abholen können.


    Da ist zunächst das „Konzept“: Seine Professionalisierung besteht darin, den Posten von Maik Pallach nachzubesetzen, weniger Kinder im C- und B-Jugendbereich zu fördern, einen Lehrer zur Laufbahnberatung der Spieler einzubinden und den 68jährigen Klaus Westebbe als Talentscout einzusetzen. Auch wenn es löblich ist, wenn sich engagierte Menschen in ihrer Freizeit oder im Ruhestand für den VfL einsetzen, kann man kaum von einer Professionalisierung sprechen, wenn man zwei Ehrenämtler für die Akademie gewinnt.


    Im Gegensatz zu diesen kosmetischen Veränderung ist die Abschaffung der U23 ein massiver struktureller Einschnitt, der im Widerspruch zur Rahmenkonzeption des DHB steht. Die Anschlussförderung wurde vor einigen Jahren als Schlüsselproblem der Nachwuchsarbeit im DHB identifiziert. Deshalb sollen Spieler in U23 Mannschaften unter professionellen Bedingungen trainieren. Diese Möglichkeit gibt es in Zukunft außerhalb der Bundesligamannschaft nicht mehr.


    Woher nimmt C. Schindler, der eigentlich das Selbstvertrauen, die von den Bundestrainern entwickelte Rahmenkonzeption komplett zu ignorieren?


    Viel schlimmer ist aber der Umgang mit den ehemaligen Spielern der Akademie, die er rücksichtslos zur Rechtfertigung des eigenen Handelns ausnutzt. Ohne nennenswerte Erfahrung als Trainer im Jugendbereich spricht der diesen Spielern einfach öffentlich die Qualität ab.

    Das sollte allen Eltern zu denken geben, die ihre Kinder in die Akademie geben wollen - schließlich spricht er hier über deutsche Vizemeister in der B-Jugend und tragende Säulen der U23.


    Es sollte aber auch dem VfL zu denken geben - es handelt sich hier immerhin um Profis, denen er öffentlich ein Arbeitszeugnis ausstellt, dass das berufliche Fortkommen der genannten Spieler erschwert. Damit riskiert er fahrlässig, dass der VfL den Spielern Schadensersatz leisten muss.

    Das hat doch nichts mit Schindler zu tun. Das war beim VfL seit Jahrzehnten so. Und gute Talente hat es hier immer gegeben. Wirklich langfristig in der Bundesliga etablieren konnte sich nur Gunnar J. Alle anderen in den Jahrgängen davor und danach sind auf der Strecke geblieben oder habe nur kurzzeitig BuLi gespielt (bspw. Fanger und Heinzemann) Auch von der Truppe die Ende der 90er im Finale um die A-Jugend-DM stand, ist in GM keiner übrig geblieben. Von den starken 64/65/66/67er Jahrgängen ganz zu schweigen.

    Wo andere schon Konzepte zur Anschlussförderung planten, kannte man hier nicht mal die Begrifflichkeit, so scheint mir....

    ...die schlechte Tradition hat sicher nichts mit Schindler zu tun. Der aktuelle Exodus fällt aber schon in seine Verantwortung.

    Schöne Aussage von Christian Schwarzer zu dem Thema, trifft für mich den Nagel auf den Kopf


    http://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-105302.html


    ...dem kann ich nur zustimmen. Anstatt auf eine weitere Zentralisierung zu setzen, sollte man besser Modelle für lokale Zentren entwickeln, die den Spielern gute Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung geben.


    Stattdessen muss man sich schon jetzt an einigen Standorten schon mit 13 Jahren dazu entscheiden in eine Handballakademie zu gehen, um in Auswahlmannschaften weiter gefördert zu werden. In manchen Akademien lässt man dann C-Jugendliche 50 Spiele pro Saison machen, damit man möglichst viele Jugendmeisterschaften gewinnt. Ob diese Spieler mit 30 noch Leistungssport betreiben können?


    Wie man auch außerhalb von Jugendakademien erfolgreiche Jugendarbeit machen kann, zeigt das Beispiel von Stefan Bullacher beim SV Zweibrücken, das Christian Schwarzer wahrscheinlich im Kopf hatte. Dem Handball wäre wahrscheinlich deutlich besser gedient, wenn man solche Modelle parallel zu
    den Akademien fördern würden.

    Man kann vor allem auch nicht sagen, dass es an der Region liegt. Dormagen, Ferndorf und Essen spielen jetzt 2. Liga.
    Man könnte genug junge Spieler dort abstellen, um sie an den Profibereich zu bringen. Die wenigsten jungen Spieler schaffen den direkten Schritt in die 1. Liga.


    Da stimme ich zu 100% zu!

    In Dormagen hat sich der VfL ja über viele Jahre erfolgreich bedient (Pfahl, Schindler, Mahé, Ernst...)....doch zuletzt sind die Talente des TSV Bayer wohl eher auf dem Weg zum Bergischen HC. Bettin und bald Stutzke... Christoph Schindler hat ja zumindest beste Kontakte zu seinem Ex-Club....doch zuerst sollte man natürlich die VfL-Akademie stärken, ausbauen....

    ...aus meiner Sicht wurde in der Akademie vernünftige Arbeit geleistet - das Vertrauen in die eigenen Spieler fehlt nur.

    Die U23 spielt hat mit Spielern, aus dem 2ten Herrenjahr und jünger souverän die Klasse gehalten. Der Weg aus der A-Jugend über die 3. Liga in die HBL ist ein typischer Weg für spätere HBL-Profis.

    Untypisch und bemerkenswert an der derzeitigen Situation in GM ist, dass die jungen Spieler die 3. Liga ohne erfahrene Mitspieler schaffen. Damit liegen die Spieler mehr als im Soll. Das Problem ist nur, wie Gunnar Jäger beschrieben hat, der letzte Schritt. Den ermöglicht der VfL nicht, stattdessen werden immer wieder durchschnittliche Spieler von außerhalb geholt.


    Kölnische Rundschau - Gunnar Jäger bemängelt Anschlussförderung und fehlenden Mut

    Nun meldet sich mit Gunnar Jäger ein ehemaliger VFL-Spieler und Vater zweier Handballer, die aktuell den VFL verlassen zu Wort und bemängelt die Anschlussförderung beim VFL. Christoph Schindler wird zitiert, dass er auch aus diesem Grunde am Freitag seine Vorstellungen von den Veränderungen der Akademie vorstellen möchte, weil überhaupt nicht alles ideal gelaufen ist.

    Die Frage ist doch: Welchen Anteil hat den C. Schindler daran, dass nicht alles ideal gelaufen ist? Offenbar hat er sich einfach nicht um die
    Nachwuchsspieler gekümmert.

    Es ist bei ihm doch immer wieder dasselbe Muster: Ewiges Zaudern und Hinhalten, so dass der VfL am Ende in einer schwächeren Position ist.

    Das war beim Trainer so, der auch erst nach einer langen Hängepartie verpflichtet wurde: Wenn man zunächst das Signal aussendet, dass man
    lieber einen anderen Trainer möchte und dann mangels Alternativen doch verhandeln muss, kommt eben ein Vertrag über zwei Jahre heraus.

    Das Interview mit Gunnar Jäger zeichnet das gleiche Bild: Der VfL behandelt die Nachwuchsspieler von oben herab, so dass sie sich enttäuscht und
    frustriert abwenden. Wenn es dann zu spät ist, werden mehr oder weniger ernst gemeinte Angebote gemacht.

    Diese Kette von Anfängerfehlern von C. Schindler ist wirklich sehr ernüchternd. Der Verein wird hier sehr schnell umdenken müssen, wenn er überleben
    möchte!

    Die Transferaktivitäten zur kommenden Saison zeigen doch ein schonungsloses Bild der Attraktivität des VfLs auf dem Transfermarkt. Er ist
    im Moment einfach nicht in der Lage, auch nur einen einzigen Spieler zu verpflichten, der aktuell in der HBL seine Tore macht. Beim
    "Königstransfer" Vukovic stehen 14 Saisontore zu Buche. Die geringe Zahl ist zwar dem Umstand geschuldet, dass er vornehmlich in der Abwehr
    eingesetzt wird, aber trotzdem ist der Transfer im Hinblick auf die Angriffsleistung mit einem gehörigen Risiko verbunden.

    Die Situation spitzt sich mit dem Weggang von Preuß zur übernächsten Saison noch einmal deutlich zu, so dass aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen eine systematische Entwicklung von Nachwuchsspielern in Richtung Profikader unerlässlich ist.

    Die Verantwortlichen sollten realisieren, dass der "Coburger Weg", nämlich auf den verschiedenen Positionen jeweils ein Tandem aus einem gestandenen und einem
    Nachwuchsspieler zu bilden, für den VfL relevanter, als der nicht zu finanzierende Melsunger Weg ist.

    Darüber hinaus sind die Akademien in Gummersbach und Dormagen stark genug, um der Nachwuchsförderung eine regionale Identität zu geben.
    Selbst für den Übergang in den Profibereich wären mit der U23 des VfL und einem Zweitligisten in Dormagen als möglichem Kooperationspartner ideale Voraussetzungen gegeben.

    Man muss nur anfangen, sich mit diesem Weg zu identifizieren und damit aufhören, Nachwuchsspieler vor ihrem Durchbruch zu vergraulen. Regelmäßige
    Perspektivgespräche zwischen den Nachwuchsspielern und erfahrenen Jugendtrainern sollten das Bauchgefühl des Sportdirektors ersetzen. Erfahrene
    Jugendtrainer wissen auch, dass nur wenige 19jährige die Qualität und die Gelegenheit haben, sich direkt in der HBL durchzusetzen. Gerade deshalb
    ist es ja so wichtig, die Spieler bis zum typischen Einstiegsalter von 23-25 Jahren weiter zu begleiten und an den Verein zu binden - entweder
    durch Einsätze in der U23 oder durch Einsätze bei Kooperationspartnern in Liga 2.

    Ich würde mich freuen, wenn C. Schindler auf der PK am Freitag einmal gefragt würde, in wie weit seine Heilsversprechungen im Einklang mit
    seinem Handeln stehen.

    Bemerkenswertes Interview von C. Schindler in der Lokalpresse. Der VfL setzt also auf den Nachwuchs...Wie soll das nach seiner
    Vorstellung laufen? Setzt er nur auf Nachwuchstalente, die direkt nach der A-Jugend zünden? Das wird nicht klappen. Selbst ein
    Spieler wie Andy Schmid hat eine ganze Weile gebraucht, bis er sich in der HBL durchgesetzt hat.

    Max Jäger hat das Dilemma ja sehr gut zusammengefasst: "(...) doch in Coburg hat man sich sehr wertschätzend um mich bemüht
    und es wurde mir von Anfang an der Eindruck vermittelt, dass man hier einen Plan und entsprechende Ziele hat."


    Offenbar hatte er nicht den Eindruck, dass sein Talent beim VfL systematisch gefördert wird.


    Für einen Außenstehenden wie mich stellt sich das ähnlich dar: Wenn man auf Nachwuchsspieler setzt, dann muss man ihnen Zeit
    für die persönliche Entwicklung geben und sie systematisch an den Erstligakader heranführen. Stattdessen macht man Tabula rasa
    bei der U23, füllt den Kader mit Spielern von außerhalb und gibt dem eigenen Nachwuchs nicht die Gelegenheit, in einem Bundesligaspiel
    Fehler zu machen.


    Hier muss aus meiner Sicht ein Umdenken stattfinden, wenn der VfL trotz der finanziellen Altlasten weiterhin Erstligahandball bieten
    möchte.


    also wenn man bei kiel nicht sehen konnte, wie alfred nilsson zur schnecke gemacht hat, grad weil er sich die chance nahm
    die vorher in der auszeit anders abgesprochen war...oder ich hab n anderen fernseher...
    und gleichfalls- ja -kiel hat auch seine probleme- es war aber auch ganz deutlich ein aufwärtstrend zu sehen..

    Diese pädagogische Glanzleistung spricht natürlich für Alfred... :lol:

    Ich bin auch davon überzeugt, dass der THW in der kommenden Saison wieder erfolgreich sein wird. Sie haben tolle Spieler und mit Duvniak klappt das System von Gislason auch wieder. Aber immerhin lässt man ihm in Kiel die Freiheit, das Spielsystem weiterhin vom starken 1:1 des RM abhängig zu machen - mit Zarabec im Kader könnte man auch einen schnelleren und variableren Handball spielen lassen.

    Aber Gislason ist in einer Phase seiner Karriere in der ihm der nächste Titel mit Kiel ziemlich gleichgültig sein dürfte: Sein Ehrgeiz besteht darin, Spieler wie Bylik und Nilsson zu Weltklassehandballern zu machen und damit dem THW zukünftig die internationale Konkurrenzfähigkeit zu sichern. Deshalb darf Nilsson dann auch das Final Four vergeigen...

    Vielleicht solltest du dir noch einmal den Beitrag von Schönwetterspieler durchlesen. Oder hätte er nicht auf Simon Ernst in der Rückrunde bauen sollen?

    bist du denn allen ernstens der meinugn, dass er einen zweijahresvertrag haben musste weil er aufgrund der letzten saison von
    anderen vereinen umworben wird....?

    Das ist nicht die relevante Frage. Wie ich ja schon geschrieben habe: welchen signifikant besseren Trainer hätte der VfL in seiner jetzigen Situation bekommen? Der Zweijahresvertrag ist die Konsequenz des späten Handelns von Schindler. Zum Rückrundenstart hätte Bahtijarevic sicher keinen Vertrag bis zum Ende der kommenden Saison ablehnen können. Wenn man aber solange mit der Verlängerung wartet, schwächt man natürlich seine Verhandlungsposition.

    Zur Erinnerung: Dem ehemaligen A-Jugendtrainer aus Nettelstedt hat man einen Dreijahresvertrag gegeben.

    mir ist bis jetzt nicht unbedingt auch nur ein spieler eingefallen, der beim vfl unter seiner ägide deutliche fortschritte gemacht hat-
    mir fällt da höchstens der von fast jedem gedisste baumgartner ein- der ist teilweise on top-wird aber wohl auch teilweise allein
    gelassen, auch vom trainer...sprich entlastung,taktische änderungen etc.


    In dem Zusammenhang möchte ich gerne Moritz Preuß zu seinem ersten Länderspieleinsatz gratulieren!
    Zum Stichwort Entlastung...man hätte Baumgärtner natürlich durch die anderen vier Linkshänder im Kader des VfL ersetzen können. :lol:

    wir werden ja nächstes jahr sehen, wie die weitere arbeit zu bewerten ist...
    vlt. ändert sich dann ja auch das von dir bei anderen angeführte auszeitverhalten von denis b. - ich habs oft genug gesehen/gehört
    wie difus das war und dass offensichtlich die aufgeregtheit eines trainers nicht grad zur leistungssteigerung einer mannschaft
    beiträgt..oder sie die für mich zwingend notwendigen taktischen massnahmen genauso nicht !! gehört haben von ihm wie jeder
    andere zuhörer am bildschirm auch...

    Am Anfang des Posts war es noch positiv, dass Alfred Nilsson zur Schnecke gemacht hat - jetzt stört dich die angebliche Aufgeregtheit von Denis...konsistent?

    Du kannst dir auch gerne noch einmal die Auszeit in der Schlussphase in Hüttenberg unter maximalem Druck anhören - es wurden konkrete Maßnahmen im Angriff angesagt und an den kühlen Kopf der Spieler appelliert. Resultat: Das angesagte Konzept wurde gespielt, Torerfolg im
    nächsten Angriff und trotz Unterzahl in der 55min wurden keine einfachen Fehler gemacht.

    Das hat natürlich nichts mit dem Trainer zu tun...

    VfL Herz

    Ich kann dir nur zustimmen. Vukovic verstärkt den Kader, gerade auch mit seiner Erfahrung. Die Frage bei ihm ist nur, wie viele Spielminuten er gehen kann - immerhin wird er 35. Man kann dem VfL nur wünschen, dass er gesund bleibt.

    TCLIP

    Die Argumentation wundert mich doch stark - man darf beim THW zwei Dinge nicht vergessen: 1.) Der THW hat jede Position doppelt mit Nationalspielern besetzt und immer noch den teuersten Kader der Liga. 2.) Der Umbruch wurde vor ZWEI JAHREN eingeleitet und man hat den Anschluss an die Ligaspitze immer noch nicht geschafft. Die Melsunger, die auf niedrigerem Niveau in einer ähnlichen Situation sind, haben deshalb die Reißleine gezogen.

    Wenn ich den THW spielen sehe, fallen mir eigentlich immer taktische Kuriositäten auf, die häufig den Erfolg gekostet haben. Der THW hätte beispielsweise am Final Four teilgenommen, wenn Gislason nicht während der ganzen Saison stur daran festgehalten hätte, dass Nilsson bei Überzahl die Entscheidungen trifft.

    Im Gegensatz zu Bahtijarevic hätte er jede Menge Alternativen gehabt und damit sind wir beim Punkt. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn Bahtijarvic gegen die offensive Deckung von Hüttenberg mit zweikampfstärkeren Spielern agiert hätte. Aber leider erfüllen auf Bundesliganiveau nur Simon Ernst und Moritz Preuss höhere Ansprüche. Aufgrund der Verletzung von Simon Ernst blieb nur noch ein Spieler übrig - es war für mich daher eigentlich überraschend, dass Hüttenberg aus diesem Dilemma nicht mehr Kapital schlagen konnte.

    Damit hat der das direkte Duell gegen einen seiner Vorgänger gewonnen, über Beuchler zu sprechen ist müßig. Seine Spielanalysen und Ansprachen in den Auszeiten sind ja schon fast legendär.

    Ich denke, dass man beim VfL anfangen muss, die Situation realistisch einzuschätzen, insbesondere bezüglich der Möglichkeiten des VfL auf dem Transfermarkt. Wenn der Verein in der Lage wäre, Ortega oder Wandschneider zu verpflichten, hätten wir jetzt eine andere Diskussion. Die letzten Trainer hießen aber Kurtagic, (Hasanefenic/Bahtijarevic), Beuchler und Bahtijarevic. In dieser Riege ist für mich Bahtijarevic die klare Nummer 1.

    Der gleiche Realismus ist auch bei den Spielern angebracht. Der VfL kann sich nicht auf dem gleichen Markt bewegen wie die Spitzenvereine. Aber in Wetzlar zeigt seit Jahren man, was mit weniger Geld möglich ist, wenn es sinnvoll investiert. Dort wird nicht ein Löwenanteil des Etats für Abfindungen aufgewendet.

    Bei Schindler merkt man einfach, dass er nie als Trainer gearbeitet hat. Er hat offenbar große Probleme damit den Kontext zu bewerten, in dem die Leistungen eines Spielers erbracht werden und das Entwicklungspotenzial von Spielern richtig einzuschätzen. Das ist, in Kombination mit seinem Anspruch die Geschicke des Vereins zu bestimmen, sehr risikoreich für die Entwicklung des Vereins.

    Pouya Norouzi

    Liga: 32 Spiele - 104 Tore bei 167 Wurfversuchen (Wurfquote: 62%; Schnitt: 3,25 Tore pro Spiel)
    Pokal: 3Spiele - 18 Tore bei 27 Wurfversuchen (Wurfquote: 66%; Schnitt: 6 Tore pro Spiel)
    Champions League: 10 Spiele - 23 Tore bei 43 Wurfversuchen (Wurfquote: 53%; Schnitt: 2,3 Tore Pro Spiel)

    Insgesamt: 45 Spiele - 132 Tore bei 217 Wurfversuchen (Wurfquote: 60%; Schnitt: 2,9 Tore pro Spiel)

    Ja, das passt - je höher das Niveau, je größer die Probleme. Hinzu kommt, das ein wesentlicher Anteil der Tore aus Gegenstößen erzielt wurden. Im Positionsspiel sind seine Probleme größer.

    Aber so bekommt Schöneseiffen nach seiner Verletzung vielleicht seine Chance.


    Mit Ivan Martinovic kommt übrigens ein frisch gebackener Österreichischer Meister zum VFL. Im Finale war er mit 7 Toren der überragende und Spielentscheidende Mann.

    Das ist sicher die interessanteste Verpflichtung für die kommende Saison. Es wäre ein Riesenschritt nach vorne, wenn das Duo Baumgärtner und Martinovic auf RR funktionieren würde.

    Das ist allerdings für die kommende Saison noch eine unsichere Wette. Nicht jedem jungen hoch veranlagten Spieler gelingt auf Anhieb der Sprung in die erste Bundesliga - die Ligen in Österreich und der Schweiz einfach viel schwächer. Bei HLA Allstar Erwin Feuchtmann hat es jedenfalls nicht für den Durchbruch gereicht.

    Problematisch ist aber in erster Linie die Entwicklung bei den Rechtshändern im Rückraum. In der Saison 16/17, in der sich der VfL auch nur knapp gerettet hat, gab es dort noch 2 Nationalspieler. Von diesem Niveau ist man nun weit entfernt. De facto wird man von Vukovic 60min in Angriff und Abwehr verlangen müssen. Das unterscheidet sich doch recht stark von seiner derzeitigen Belastung in Berlin.

    Pujol hat sicher nicht in jedem Spiel geglänzt, aber mehrfach angedeutet, dass er für den VfL sehr wichtig sein kann. Ähnliche Formschwankungen sieht man auch beim wunderbaren Miha Zarabec in Kiel. Historisch Interessierte sollten sich vielleicht auch an den Einstieg von Andy Schmid bei den Löwen erinnern.

    Mir wäre in jedem Fall sehr viel wohler, wenn Pujol mindestens als Backup zur Verfügung stehen würde. Ihm vertraut der Trainer offenbar sehr viel mehr als E. Feuchtmann und wie sich der Backup auf RM von den Kadetten Schaffhausen schlagen wird muss man mal sehen. In den Videos der Kadetten sieht man einen unorthodoxen Spieler, der insbesondere gegen stärkere Mannschaften sehr fehleranfällig ist. Man sieht auch Mängel in der technischen Grundausbildung, die beispielsweise bei Akademiespielern eher selten zu finden sind. Diese Probleme abzustellen ist nicht einfach.

    TCLIP

    > eigentlich gehört die in ein konzept welches dann zügig umgesetztwerden sollte- i.a.r. geht man da von 10 bis 20 spielen aus, dass dort deutlich was zu erkennen sein müsste...<


    Davon hat man in Kiel sicher auch geträumt...wenn es so einfach wäre, würde dort am kommenden Wochenende die Meisterschaft gefeiert. Das ist nur das aktuelle Beispiel. In der Vergangenheit haben auch die Löwen oder der HSV Handball trotz ihrer Luxuskader viele Anläufe bis zur Meisterschaft gebraucht.

    Zwischen den Spielen unter der Leitung von Beuchler und von Bahtijarevic war ein deutlicher Unterschied zu sehen. Die regelmäßigen Einbrüche in der zweiten Halbzeit zeigen aber, dass dem Trainer die Alternativen fehlen. Wen soll er denn von der Bank bringen, wenn es nicht läuft?

    Aber warum Schindler Ihn direkt und ohne Not einen 2-Jahres Vertag gegeben?

    Schlicht und ergreifend, weil er handeln musste und Denis Bahtijarevic der für Schindler beste verfügbare Mann ist. Das hat zwei Gründe: 1.) Er ist ein ausgezeichneter Trainer, der ein Team mit einem schwachen Kader in der Bundesliga gehalten hat. 2.) Schindler ist in der Szene nicht so vernetzt, dass er einen Trainer mit der gleichen Qualifikation UND BL-Erfahrung nach Gummersbach holen kann.

    Zur Perspektive und U23 muss man sagen, dass dort kein Spieler ist der zukünftig in ersten spielen kann.
    Aber da hat er Recht, dass viel zu viele mittelmässige Spieler viel zu viel Geld verdienen.
    Schindler ist noch viel zu grün hinter den Ohren um eine Bundesliga Mannschaft zu managen.
    Das wäre wieder ein grosser Fehler.

    Das müsste man erst einmal versuchen. In der U23 spielen Nachwuchsspieler, die technisch hervorragend ausgebildet sind. Das unterscheidet sie beispielsweise von Schindlers Wunderwaffe von den Kadetten. Junge Spieler mit einer guten Grundausbildung kann man systematisch im taktischen und athletischen Bereich weiterentwickeln. Beim iranischen Neuzugang habe ich meine Zweifel.

    Damit wären wir wieder bei Schindler: Man kann ihm die prekäre finanzielle Situation sicher nicht vorwerfen. Er muss nur anfangen sie selbst zu verstehen. Pujol war für den Nichtabstieg ein wichtiger Faktor. Man hätte deshalb auf ihn bauen sollen.

    Stattdessen geht man ohne Not wieder extremes Risiko und handelt sich u.U. einen Gesprächspartner auf der Bank für Feuchtmann ein. Es sind genau diese Verpflichtungen, die dem VfL wehtun.

    Man sollte auf sportliche Krisensituationen nicht damit reagieren, in jedem Jahr alles umzubauen. Sinnvoller ist es zu versuchen, nur die größten Defizite zu beheben. Die vielen Zu- und Abgänge der vergangenen Jahre haben nicht nur die Qualität des Kaders kontinuierlich verschlechtert, sondern auch die spielerische Entwicklung der Mannschaft gehemmt.

    Ich würde mir wünschen, dass dem Trainer die Gelegenheit gegeben wird, eine Spielidee zu entwickeln. Ein Zeitraum von zwei Jahren ist dafür eher kurzfristig angelegt. Ziel muss es sein, dass man am Ende der zwei Jahre ein konkurrenzfähiges Team in der BL hat - entweder nach zwei Jahren im Oberhaus oder nach dem erfolgreichen Wiederaufstieg aus der 2.BL.