Was momentan für die MT spricht ist das Fehlen interner Querelen. Auch vorher hatte man individuelle Qualität zuhauf, jetzt hat man endlich den Fokus darauf gelegt, sich auch als Einheit zu präsentieren. Sportlich ist das Resultat sofort zu sehen: Ein Spielsystem, bei dem keiner so recht ausschert und das Fehlen von Phasen, in der man vom Gegner förmlich überrannt wird. Es ist, als hätte das Team ein Rückgrat entwickelt. Scheinbar wurden auch die Kaderdiven der letzten Jahre aussortiert (dazu zählt ein Häfner aber sicher nicht!). Kompliment an Parrondo, der ein Team geformt hat, bei dem sich erster und zweiter Anzug (bis auf 1-2 Ausnahmen) komplementieren. Zum ersten Mal seit Jahren ist man nicht ausrechenbar.
Wichtig ist, dass man jetzt realistisch ist und auf dem Teppich bleibt. Bisher war der einzige richtige Gradmesser Kiel, was die Mannschaft mit Bravour gelöst hat. Viel wichtiger als den Tabellenplatz sehe ich als Saisonziel, dass wieder Aufbruchstimmung herrscht. Ein Platz fürs internationale Geschäft wäre dann Zugabe. Ich bin in Kassel und Umgebung aufgewachsen und kenne die Mentalität dort. Die Nordhessen sind durch und durch bodenständig und wollen solide Arbeit statt zwangsläufig nur die große Show mit den großen Namen. Talenten Spielpraxis gewähren und auf Teamplayer setzen, von Spiel zu Spiel denken, wieder Fannähe aufbauen - das ist die Losung der Zeit. Bisher macht man das tadellos 