Obernburg ist in Münster eine Klasse besser
Der Höhenflug der TSG Münster in der II. Handball-Bundesliga Süd ist erst einmal gestoppt worden. Gestern Abend verlor der Aufsteiger gegen die TuSpo Obernburg mit 25:33 (13:19). Dabei musste die Mannschaft dem Pensum der vergangenen Woche Tribut zollen. Drei Spiele in sechs Tagen sind zu viel für sie, nur ein Ruhetag nach der imponierenden Leistung bei der TSG Friesenheim war zu wenig.
«Wir waren sehr müde», erkannte Trainer Hans-Josef Embs, «wir haben direkt aus dem Rückraum – egal, wer da gespielt hat – nur vier Tore gemacht. Und wir wollten die schnellen Gegenstöße der Obernburger verhindern und haben alleine acht oder neun Tore in der ersten Hälfte aus den Kontern gefangen». Sein Gegenüber Dr. Frantisek Fabian hatte vor dem Spiel gesagt: «Wenn es uns gelingt, die erweiterten Tempogegenstöße zu verhindern und wenn wir sie dann im Angriff nicht kombinieren lassen, dann haben wir eine Chance.» Das Konzept des Slowaken ging auf. Mit seiner 3:2:1-Deckung sorgte er mit zunehmender Dauer für Verunsicherung im Spiel der Münsterer, die am Anfang sehr schön über den Kreis spielten und durch Kai Zapototschny fünf Mal erfolgreich waren. Doch im Aufbau klemmte es: Das in Friesenheim so optimal funktionierende Kombinationsspiel klappte nicht, der Spielfluss wurde durch Einzelaktionen unterbrochen, ein flüssiges Durchspielen war kaum zu sehen. Steffen Weber und Eryk Kaluzinski trafen im ersten Durchgang überhaupt nicht. Bis zum 8:7 – der letzten Münsterer Führung – lief es noch, dann wurden die Abschlüsse immer unkontrollierter. 30 Fehlversuche und zwölf Ballverluste waren zu viel, um diese hervorragend eingestellten und vor allem frischeren Obernburger schlagen zu können, die am gestrigen Abend konzentrierter und konsequenter agierten. Dies verstärkte sich noch mit der Obernburger Manndeckung gegen Weber in den letzten neun Minuten, die weitere unkontrollierte Abschlüsse provozierte. Obernburg setzte sich so bis zur Pause auf 19:13 ab, hatte zudem mit Milos Hacko den Torhüter, der sich zunehmend steigerte und einige freie Bälle der Gastgeber abwehrte. Sein Gegenüber Konrad Bansa kam in der ersten Hälfte nicht ins Spiel.
Das änderte sich im zweiten Durchgang, als Bansa gute Aktionen hatte und seine Mannschaft bis auf 18:21 herankam. Dann war es Weber, der bei einem Tempogegenstoß mit einem Heber an Hacko scheiterte (38.) und die große Chance vergab, wieder ganz zurückzukommen. Münster hielt den Abstand bis zum 21:24 (42.), dann nutzten die Obernburger die folgende Schwächephase der Gastgeber konsequent mit sechs Treffern in Folge zum 30:21. 15 Minuten vor dem Ende klatschten sich Dr. Fabian und sein Co-Trainer Alexander Weit ab, ihre Taktik war aufgegangen. Die Münsterer hatten einfach nicht die Sicherheit in ihrem Spiel, um diesen Gegner schlagen zu können. Doch sollte sie diese Niederlage nicht umwerfen. «Wir haben schlecht gespielt, das passiert», kommentierte Jens Häusler seine erste Niederlage mit Münster.
Münster: Bansa; Weber (1), Bengs (6), Kaluzinski (3), Zapototschny (5), Thomas Mauch (2), Matthias Mauch (2), Rejab (3/ 2), Roßmeier (3), Krekel, Häusler.
Obernburg: Hacko (1. bis 40.), Ritschel (41. bis 60.); Bepler (4), Alonso (1), Toth (5), Marcel Klein (2), Karrer (4/1), Milde (4), Sven Schulz (6/3), Oliver Schulz (2), Schüßler (2), Lützelberger (3), Beck (1).
Schiedsrichter: Kaiser/Schmitz (Karlsruhe). Zuschauer: 600