Quelle:[URL=http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun…14_REF1,00.html]Tagesschau[/URL]
Nach 14 Wochen Geiselhaft im Irak
Leipziger Ingenieure wieder frei
Die beiden im Irak entführten Deutschen Thomas Nitzschke und René Bräunlich sind nach mehr als drei Monaten Geiselhaft frei. Dies teilte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier während einer Südamerika-Reise in Santiago de Chile mit. Den beiden Leipziger Technikern gehe es den Umständen entsprechend gut. Er habe vor wenigen Minuten mit ihnen gesprochen, sagte Steinmeier.
Entführung am 24. Januar
Nach ersten Informationen sind beide Männer unversehrt und befinden sich in einem vergleichsweisen stabilen Zustand. Sie würden gegenwärtig im Irak betreut. "Wir haben die Angehörigen der beiden Männer über den glücklichen Ausgang der Geiselnahme unterrichtet. Nach Bangen und quälenden Wochen des Wartens, der Ungewissheit und der Angst hat die Entführung der beiden Leipziger nun das von uns allen so sehnsüchtig erhoffte Ende gefunden." Steinmeier bedankte sich bei allen Stellen, die zur Freilassung der beiden Leipziger beigetragen hätten.
Zitat: Ich freue mich sehr, Ihnen mitzuteilen, dass die beiden entführten Leipziger Thomas Nitzschke und René Bräunlich seit heute wieder in Freiheit sind. ... Bei aller Erleichterung ... sind wir in diesen Stunden mit unseren Gedanken aber auch bei jenen, die im Irak noch immer in Geiselhaft sind. Wir fordern die Entführer auf, sie schnellstmöglich und unversehrt freizulassen.
Quelle: Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister
Bräunlich und Nitzschke befinden sich seit 17.22 Uhr in der Deutschen Botschaft in Bagdad. Kurz nach ihrem Eintreffen telefonierten sie mehrere Minuten lang mit Bundesaußenminister Steinmeier und bedankten sich für die Bemühungen um ihre Freilassung.
Kontakt immer nur über Mittelsmänner
Nach Informationen des ARD-Büros in Kairo deutet vieles darauf hin, dass für die Freilassung Lösegeld gezahlt wurde. Es handele sich vermutlich um eine straff geführte kriminelle Gruppe, die sehr früh Kontakt mit dem Auswärtigen Amt hatte. Direkte Verhandlungen mit den Entführern hat es nach Informationen der ARD nie gegeben, die Verbindung erfolgte immer nur über Mittelsmänner. Einige von diesen erwiesen sich unzuverlässige Trittbrettfahrer.
Rückkehr nach Deutschland am Mittwochnachmittag
Der Leiter des Krisenstabes in Berlin, Reinhard Silberberg, bestätigte am Abend die Freilassung, wollte aber weder über die Arbeit des Krisenstabes noch über die genauen Umstände der Freilassung etwas sagen. Bräunlich und Nitzschke waren am 24. Januar auf dem Weg zu einer Fabrik in der Stadt Baidschi nördlich von Bagdad entführt worden.
Die beiden Deutschen werden am Mittwoch in ihre Heimat zurückkehren. Sie werden voraussichtlich am frühen Nachmittag in Deutschland eintreffen.
Merkel erleichtert
Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte mit Freude und Erleichterung auf die Nachricht. Nun würde alles dafür getan, dass die beiden rasch nach Hause zurückkehren könnten. Einen ausdrücklichen Dank richtete Merkel auch an die Leipziger, die die Geiseln "nie vergessen" hätten.