20 Zähler reichen zum Klassenerhalt
13.02.2008
Volker Michel, der 19-fache deutsche Nationalspieler, war zu Saisonbeginn von Göppingen nach Wetzlar gewechselt. Die HANDBALLWOCHE hat mit ihm vor dem Spiel (Anwurf: Sa., 15 Uhr, RITTAL Arena Wetzlar) gegen seinen Ex-Club über seine Emotionen, Erwartungen und Ziele gesprochen.
Volker, in vier Tagen ist es soweit, dann triffst Du in der RITTAL Arena auf Deine ehemaligen Mannschaftskameraden. Kribbelt es schon?
Natürlich. Das ist ganz klar ein besonderes Spiel für mich. Ich habeimmernoch guten Kontakt zu vielen Spielern von Frisch Auf. Wir tauschen uns aus und das macht schon richtig Spaß. Außerdem telefoniere ich auch immer mal wieder mit Leuten aus dem Umfeld des Clubs.
Wenn man so lange für einen Verein gespielt hat und jetzt gegen seine alten Kollegen antritt, dann kann einen das doch nicht kalt lassen. Ich freue mich auf Samstag!
Das Hinspiel ist ja alles andere als optimal gelaufen - auch für Dich persönlich! Das Team hat damals vor allem in der ersten Halbzeit kein Bein auf den Boden bekommen und gerade einmal fünf Tore erzielt. Habt Ihr aus den Fehlern gelernt und was gilt es am Samstag besser zu machen?
Ich denke schon, dass wir aus den Fehlern des ersten Saisonspiels gelernt haben. Das haben zumindest die nachfolgenden Saisonspiele gezeigt, ansonsten würden wir jetzt nicht da stehen wo wir stehen. Göppingen hat einen Top-Mannschaft. Sie sind sehr robust in der Deckung, mit einem starken Torhüter Martin Galia dahinter, der uns im Hinspiel fast im Alleingang besiegt hat. Deshalb wird es ein brutal schweres Spiel werden. Was wir brauchen ist sehr viel Disziplin und Ruhe.
Wir müssen unsere Angriffe konzentriert ausspielen und uns so klare Torchancen erarbeiten. Außerdem müssen wir wieder besser decken als in den vergangenen Spielen, wo es noch nicht so rund lief. Wenn uns das gelingt haben wir eine realistische Siegchance.
Du bist in der vergangenen Saison in Göppingen oftmals hart kritisiert worden. Seitdem Du in Wetzlar spielst geht es für Dich sportlich wieder steil bergauf. Du bist ein echter Leistungsträger und Führungsspieler. Woran liegt es, dass es bei Dir wieder besser läuft?
Ich fühle mich einfach wohl in Wetzlar. Sowohl im sportlichen Bereich als auch im Umfeld kann ich mich voll entfalten - und es ist nach so vielen Jahren auch einfach wieder schön in der Heimat Handball zu spielen. Für mein Spiel ist wichtig, dass ich das Vertrauen aller Beteiligten bekomme und das ist hier in Wetzlar der Fall.
Die HSG Wetzlar steht derzeit mit 15:27 Punkten auf Platz 12 der Tabelle und hat aktuell fünf Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Aber: Die Konkurrenz hat in den vergangenen Wochen kräftig aufgerüstet und auch schon gepunktet. Für die HSG setzte es unterdessen größtenteils Niederlagen gegen Spitzenteams. Wie wichtig ist es deshalb mit einem Erfolg gegen Göppingen wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren?
Ganz sicher ist die Partie gegen Frisch Auf Richtung weisend, aber sie ist kein Endspiel. Wir spielen zu Hause, haben unsere Zuschauer im Rücken und bei einer konzentrierten Leistung die Chance zwei weitere Punkte einzufahren mit denen wir weiter Boden gut machen können.
Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Mannschaft das Potential hat dieses und noch einige Spiele mehr zu gewinnen, so dass wir uns aus der direkten Gefahrenzone raushalten und den Klassenerhalt frühzeitig sicher stellen können. Aber es wird kein Selbstläufer und wir müssen hart dafür arbeiten!
Im Tabellenkeller geht es in dieser Saison so eng zu wie seit Jahren nicht mehr. Was denkst Du, wie viele Punkte ein Team braucht um sicher den Klassenerhalt zu schaffen?
Volker Michel: Das ist sehr schwierig zu beurteilen. In der vergangenen Saison haben Wetzlar 18 Punkte gereicht, um die Klasse direkt zu halten. Ich denke, dass das in dieser Spielzeit nicht reichen wird. Dafür sind die Mannschaften im unteren Tabellendrittel leistungs- und punktemäßig zu dicht beieinander. Da kann eigentlich jeder jeden schlagen und somit Punkte sammeln. Ich gehe aber trotzdem mal davon aus, dass 20 Zähler zum Klassenerhalt reichen müssten.
(http://WWW.handballwoche.de)