Schon lange nicht mehr so viel los gewesen hier. 
Zum Kader: Insgesamt sehe ich mehr Chancen als Risiken. Hinze ist zweifelsohne eine Vereinslegende und ein Trainerwechsel immer eine gewisse Gefahr, aber gewisse Dinge wie Überzahlspiel haben sich über die letzten Saisons eher verschlechtert, weil man sich etwas verrannt hat. RR ist M‘Bengue meines Erachtens nach keine Verschlechterung zu Schmidt. Man will es wohl mit 2 RR durchziehen, ich hätte auch lieber drei, aber es ist kein Wunschkonzert. Mrkva zu Johannesson ist vermutlich ein kleiner Qualitätsverlust, aber nichts Dramatisches. Der größte Verlust ist sicherlich Darj, aber ich glaube, dass man mit Ladefoged einen guten Nachfolger mit zumindest ähnlichem Potential gefunden haben könnte. Dass man dieses wenn vorhanden ausschöpfen kann hat man (zugegebenermaßen maßgeblich der Trainer, der jetzt geht) bei Darj gezeigt. Er war 2017 schon gut, aber auch noch nicht das, was er bei uns dann geworden ist. Zudem hat man mit Nikolaisen noch jemanden, der sich auch gut macht, wenn er auch im Innenblock logischerweise noch nicht auf Darj-Niveau ist. Bergner braucht noch einiges an Zeit. Auf Linksaußen kann es - bei allem Respekt vor Jeffrey Boomhouwer und Basti Damm, die menschlich hervorragend und einfach geile Typen sind und die ich auf emotionaler Ebene zusammen mit Maciej Majdzinski wohl am meisten vermissen werde - eigentlich nur besser werden. Die Leistungen stimmten einfach zu oft nicht.
Zur Hallen-Thematik: Wie das Kompromisse so an sich haben, wirklich zufrieden ist keiner. Weder Klingenhalle noch Uni-Halle sind Hallen, in die man als VIP gerne geht oder in die man als Sponsor gerne Geschäftspartner einlädt. Die Klingenhalle hat nichtmal einen VIP-Raum innen, und der VIP-Bereich in der Uni-Halle ist auch eher, naja, improvisiert (gezwungenermaßen). Dazu kommt, dass man unter der Woche normalerweise in Wuppertal nicht spielen kann, weil die Halle, wie der Name schon sagt, primär für die Uni gedacht ist. Das man von nicht gerade wenigen Sitzplätzen nur eine Spielhälfte sieht ist bezeichnenderweise wohl noch das geringste Problem. In der Klingenhalle hat man zusätzlich zu einer grundsätzlich katastrophalen Parkplatzsituation das Problem, dass der Parkplatz gerne mal von so Veranstaltungen wie Kirmes, Trödel, Pseudo-Oktoberfest belegt ist. Das ist heutzutage in der Summe auf Dauer keinem VIP, Sponsor etc. mehr zu vermitteln. Das Theater hat man von Vereinsseite jahrelang mitgemacht, jetzt hat man auf gut Deutsch gesagt verständlicherweise keinen Bock mehr und spielt bei belegtem Parkplatz einfach nicht mehr in Solingen. Als Ausgleich dient neben dem schon bekannten Dome eben die MEH in Düsseldorf mit 4-5 Tausend Plätzen (nicht 7-8), die man mit einigem Aufwand dafür hergerichtet hat. Professionalität, die es in SG und W so schlicht nicht gibt. In Wuppertal unterstützt man in der Politik im Zweifelsfall eben auch lieber den Runge-abhängigen und dauerhaft an der Grenze zur Insolvenz wandelnden WSV, weil der BHC faktisch eben doch mit der Lizenz der SG Solingen spielt; positive Ereignisse werden aber natürlich trotzdem gerne mitgenommen, aber das ist eine andere Geschichte.
Ob die Fans von Düsseldorf genervt sind? Ja. Aber genauso genervt sind die Aufbauhelfer, Sponsoren, VIPs etc. von den Verhältnissen in SG und W. Dass man die Hallen in Düsseldorf zu guten Konditionen bekommt und wirtschaftlich vermutlich selbst im halb leeren Dome mehr hängen bleibt ist kein Geheimnis, dazu kommt das Sponsoring. Manche denken, man hätte den Schritt Richtung Düsseldorf aufgrund von Größenwahn gemacht, Realität ist, man hat ihn - auch den zur vierten Halle - aus wirtschaftlicher und organisatorischer Notwendigkeit heraus gemacht. Medial ist das von der Lokalpresse auch eher mittelmäßig gut kommuniziert worden. Auch ein Grundsatzbeschluss, der ja nebenbei durchaus auch hätte abgelehnt werden können, ist keine stehende Halle. Föste ist vieles, aber sicher nicht doof. Dauerhaft in Düsseldorf macht keiner mit, aber die Alternativen fehlen. Ob in Solingen eine Halle gebaut wird? Keine Ahnung. Mir fehlt die Fantasie. Bürgerbegehren, das Totschlag-Argument Geld (diese Stadt hat ~1 Milliarde Schulden, wenn es danach geht kann man überhaupt keinen Cent mehr für irgendwas ausgeben) etc. Tatsache ist, ohne neue Halle wird es auf Dauer schwierig mit Erstligahandball. Die die stehen sind nix, für Düsseldorf alleine reicht die Akzeptanz auf keinen Fall und ein Kompromiss ist und bleibt ein Kompromiss, der meist nur für eine begrenzte Zeit funktioniert.
Zu den Frauen: Wohl beides. Aber Kölker mit Forst ist nach dem Ende seines Engagements beim HSV Gräfrath schon die treibende Kraft dahinter, siehe bspw. hier (https://rp-online.de/nrw/staedte/so…hc_aid-19743495; die im Artikel erwähnte Trainings-Halle steht ja mittlerweile tatsächlich). Was man logischerweise gerne annimmt.