Beiträge von BHC06-JST

    Nur zur Einordnung, wie viele Staatsexamina hast du denn abgelegt bzw wenigstens wie viele Semester Jura studiert, um das hier so felsenfest überzeugt als Fakt präsentieren zu können?

    Es ging darum, dass, wenn damals keiner vorher Klage angedroht hat, entweder weil sie es nicht wussten oder es ihnen egal war, man das schwerlich vergleichen kann, weil man nicht weiß, ob die Kommission dann anders entschieden hätte.

    Wie kann es eigentlich sein, dass ein Manager eines Vereins ( Konkurrent vom HSV ) im Präsidium sitzt und dementsprechend auch über den Fall Hamburg mitentscheidet ??

    Davon mal abgesehen, dass dieser besagte Herr aufgrund seiner Position jetzt den HSV in und auswendig kennt inkl aller Finanzen etc !

    Man stelle sich nur mal vor, dass u.a. Watzke über die Zukunft von Bayern entscheiden würde...

    Gegenfrage: Der (laut Hamburger Abendblatt) Vorsitzende Richter des Schiedsgerichts, Christof Wieschemann, folgt auf seinem Instagram-Account unter anderem einem Profil mit Hunderttausenden Followern, dessen einziger Inhalt es ist, schöne Bilder aus der Stadt Hamburg zu posten. Wann soll ich den Befangenheitsantrag stellen? ;)

    Ok, wenn ich dich richtig verstehe sagst du also, durch die Entscheidung der Lizenzkommission und der Abweisung der Beschwerde, ist dem HSV die Lizenz 24/25 verbandsintern endgültig verweigert worden und somit steigt Platz 17 nicht ab, weil der HSV nächste Saison nicht ab Spielbetrieb der 1.Liga teilnimmt. Wenn der HSV sich jetzt über den Rechtsweg des Schiedsgerichtes noch in die Liga klagt und eine Lizenz erhält, dann ist das so, hat aber keine Auswirkung auf die Entscheidung des Verbandes-HBL und führt dadurch zu einer 19er-Liga, richtig?

    Nicht direkt, nein. Unlogisch wäre diese Argumentation nicht, aber vermutlich nicht zu halten. Interessant wäre, was 2014 passiert wäre, wäre die Lizenz dem HSV nicht am 1.7., sondern 30.6. erteilt worden. Balingen plant fest mit 1. Liga, dann, hokuspokus, kommt das Schiedsgericht und sagt, am 30.6. bekommt Hamburg vielleicht doch noch eine Lizenz. Hätte man dann von ausreichender Planungssicherheit sprechen können, wenn man am 1.7. zwar weiß, wo man spielt, aber nur mit geschätzten zehn Stunden Vorlauf? Falls nein: Wieviel Vorlauf wäre dann angemessen? Die damalige Argumentation der Balinger war die mehrwöchige intensive Planung für die DKB Handball-Bundesliga. Wenn eine Stunde Fristüberschreitung nicht so schlimm ist, wird man wohl auch kaum argumentieren können, dass sich durch einen Tag früher oder später an dieser Argumentation viel ändert. Und genauso wird im Zweifelsfall auch der BHC argumentieren.

    1) Gäbe es jetzt kein Lizenz-Thema beim HSV, hätte der BHC ebenso keine Planungssicherheit, denn es ist eben nicht egal ob Platz 16 oder 17, denn es macht eine Ligazugehörigkeit aus und aktuell müsste der BHC auch ohne die HSV-Situation, so oder so für beide Ligen planen. Also entsteht hier aktuell kein Nachteil zu einer "normalen" Saison.

    2) Letztlich weiß das keiner, das stimmt. 2014 wurde die Lizenzierung für alle Vereine erst am 15.05.2014 verkündet, 2024 war das schon am 17.04.24, also fast ein Monat früher. Komplett abgeschlossen, also mit allen Instanzen, (Nach-)Erfüllung aller Auflagen/Bedingungen und der Erteilung der Lizenz an den HSV, wurde das ganze damals am 01.07.2014. Rechnet man die Zeitdauer von damals auf heute um (47 Tage Dauer), dann wäre das gesamte Verfahren dieses mal bereits am 03.06.2024 abgeschlossen, also genau 1 Tag nach dem letzten Spieltag in dieser Saison.

    zu 1) Warum sollte es nicht egal sein? Hamburg hat keine Lizenz bekommen, ergo reicht Platz 17 für den Klassenerhalt und so muss man auch planen. Diesen Platz 17 wird man im Normalfall auch vor einer - vermeintlich - endgültigen Entscheidung sicher haben, das können wir gerne noch abwarten. Natürlich müsste man ohne die Situation (eine sehr euphemistische Bezeichnung) für Liga 2 planen, wenn es die HSV-Situation nicht gäbe. Aber wenn das Wörtchen wenn nicht wär…

    zu 2) Ich weiß nicht, ob ich bei einer Entscheidung am 03.06. von bereits sprechen würde. Aber was dann danach noch käme wäre juristische Kaffeesatzleserei. Lassen wir uns überraschen. Im Worst Case geht man eben in Liga 2. Dagegen sehe ich - auch wenn ich es ihnen nicht wünsche - in Hamburg ehrlich gesagt nicht so wirklich, wie das mittel- und langfristig funktionieren soll.

    Genau das ist vielleicht auch das Problem, dass der §8.7 schwammig formuliert ist und je nach Verständnis unterschiedlich ausgelegt werden kann. Nach wie vor glaube ich aktuell nicht an eine 19er -Liga. Wenn der HSV die Lizenz noch erhalten sollte, kann ich momentan keine Benachteiligung für den BHC erkennen, die eine Ligaaufstockung rechtfertigen würde:

    - Aktuell steht der BHC auf Platz 17 und ist abgestiegen und muss daher für die 2. Liga planen

    - Wir befinden uns noch in der laufenden Saison 23/24 und die Saison geht bis zum 30.06.24, alle Entscheidungen zur Lizenz sollen noch (deutlich) vor diesem Termin entschieden werden (somit fällt das damalige HBW-Szenario aus 2014 weg)

    - Es ist noch nicht mal sicher, ob der BHC nach dem letzten Spieltag auf Platz 17 steht, er kann theoretisch noch 18., oder auch noch 16. werden, der BHC hat aktuell also so oder so maximale Planungsunsicherheit

    Erklär mir mal bitte, warum es deiner Meinung nach trotzdem zu einer 19er-Liga kommen sollte, wie begründest du das?

    Ich sehe da ehrlich gesagt keine schwammige Formulierung und finde eher deine Interpretation ziemlich weit hergeholt. Die Planungsunsicherheit sehe ich ebenso nicht, Hamburg hat keine Lizenz bekommen, das ist das Ergebnis des Lizensierungsverfahrens. Dass sie dagegen klagen ist ihr gutes Recht, ändert aber nichts daran, dass das die grundsätzliche Entscheidung der Lizensierungskommission war. Daher ist völlig egal ob Platz 16 oder 17. Nach unten hin hat man 6 Punkte und 35 Tore Vorsprung und Balingen spielt noch u.a. in Magdeburg. Jeder Tabellen-16. würde bei einem solchen Vorsprung auf den Tabellen-17. für die 1. Liga planen. Keiner weiß, wie lange das Schiedsgerichtverfahren dauern wird. Wer sagt denn, dass das Schiedsgericht nicht wie damals die Lizenz unter irgendwelchen Bedingungen erteilt, die dann nochmal erfüllt werden müssen? Da stellt sich dann die Frage - insbesondere, sollte man zum Zeitpunkt der Entscheidung schon sicher 17. oder besser sein - wieviel Planungssicherheit genug ist. Wenn Verträge zum 30.06. auslaufen, wird es wohl kaum reichen, mit den Spielern da am 30.06. drüber zu reden. Jetzt kann man diskutieren: Wie viel Zeit braucht man? Eine Woche? Zwei? Drei? Vier?…

    Schaut man jetzt in die Lizenzierungsordnung der HBL unter Fristen §8.7, dann steht da:

    „Die Entscheidung über die Einhaltung der Ausschlussfrist und die Vollständigkeit der Unterlagen trifft die Lizenzierungskommission“

    Soll heißen, die Kommision hätte hier wohl Handlungsspielraum gehabt, sowohl bei der Akzeptanz der Überweisung, als auch bei der Verstreichung der Frist….und genau da könnte sich ein „Schlupfloch“ für den HSV jetzt vor Gericht ergeben, um jetzt doch noch die Lizenz zu bekommen

    Trifft die Entscheidung über die Einhaltung der Ausschlussfrist

    -> heißt, dass sie schauen, ob alles um 12 Uhr da war. Und nicht, dass, sie schauen, ob die Frist überhaupt eingehalten werden muss. Dann könnte man sich die Frist ja sparen. Ich würde auch nicht ausschließen, dass man in Hamburg selber nicht so genau weiß, wogegen man mit welchen Argumenten jetzt genau klagen will und erstmal alles sammelt, was irgendwie in Frage kommen könnte. Nicht, dass ich sie vor dem Schiedsgericht für völlig chancenlos halten würde. Die HBL hat letztes Mal unter deutlich dramatischeren Umständen ihre eigenen Regeln schon nicht durchgesetzt bekommen, ich halte die 19er-Liga weiterhin nicht für so ausgeschlossen wie manch anderer. Soll wohl im NDR auch ein Interview gegeben haben, wo ein Jurist den Hamburgern Chancen eingeräumt hat, gleichzeitig aber unseren Abstieg angezweifelt hat und eine 19er-Liga und einen Hamburger Start mit bspw. -4 Punkten in den Raum geworfen hat. Wie gesagt, nur vom Hörensagen, Interview konnte ich bisher nicht finden.

    Umso ärgerlicher, dass jetzt alle Kommentare den Tenor „ach die eine Stunde“ (siehe hier: https://www.handball-world.news/artikel/in-ham…zu-ende-1022541) haben. Bei einem Absteiger / Verein auf einem Abstiegsplatz habe ich noch nicht gelesen, „ach lass die doch in der Liga, der eine Punkt“. Und sportlich und wirtschaftlich bedingt sich einander.

    Ich kann das ja auch genauso gut andersrum formulieren: Anstatt HSV BHC und anstatt „60 Minuten, die womöglich die Arbeit einer ganzen Saison, die Arbeit der vergangenen Jahre auf unbestimmte Zeit entwerten“ „Unprofessionelles Wirtschaften eines anderen Vereins, das womöglich die Arbeit einer ganzen Saison, die Arbeit der vergangenen Jahre auf unbestimmte Zeit entwertet.“

    Du hast von dem Ablauf inhaltlich recht, da habe ich was durcheinander gebracht. Aber im Entscheidenden Punkt irrst du dich. Der HSV musste noch Bedingungen erfüllen am 01.07.2014, er hatte am 30.06.2014 noch keine endgültige Lizenz und das war der entscheidende Punkt für den HBW und ist der gravierende Unterschied zu heute! Der HBW musste zum 30.06. Planungssicherheit haben und die hatte er nicht! Die Einstweilige gab es am 30.06.2014. Der BHC und der HSV werden spätestens zum 30.06. Planungssicherheit haben, das Lizenzierungsverfahren wurde genau deshalb um mehrere Wochen nach vorne gezogen.

    „Das Landgericht Dortmund ist der Argumentation des HBW Balingen-Weilstetten vollständig gefolgt und hat der einstweiligen Verfügung stattgegeben. Damit sind die Gallier von der Alb vorläufig für den Spielbetrieb 2014/15 in der DKB Handball-Bundesliga zugelassen. Ob der HSV am Dienstagabend, 1. Juli die Auflagen für den Lizenzerhalt erfüllen kann, spielt für den HBW keine Rolle mehr. „Unser Dank gilt insbesondere unseren juristischen Partnern Helge Käding aus Minden, Alexander Wild aus Stuttgart und Hans-Jörg Schwab aus Balingen“, sagt ein erleichterter HBW-Geschäftsführer Bernd Karrer.„

    https://www.ran.de/sports/handbal…ndesliga-287065

    Nun, ob das Ganze am Ende dann wirklich so entscheidend ist wird man sehen. Ich halte im Übrigen auch bei einer Entscheidung bis zum 30.06. Planungssicherheit nicht wirklich für gegeben, die Gespräche muss man in der Regel schon vorher führen, insbesondere, wenn die Verträge nur für Liga 1 gelten und damit am 1.7. nichts mehr wert sind. Ich denke, dass Schiedsgericht wird sich - sagen wir mal neutral - von der Argumentation der Hamburger überzeugen lassen, und dann wird interessant zu sehen sein, wie viel Lust die HBL auf einen Rechtsstreit hat.

    2014 waren wir bereits Ende Juni, als der HSV die Klage fristgerecht eingereicht hat. Verhandelt und ein Urteil zu Gunsten des HSV gefällt wurde aber erst irgendwann im Juli 2014. Zu dem Zeitpunkt hatte die neue Saison aber bereits begonnen. Zum Stichtag 30.06.2014 (Ende alte Saison) hatte der HBW die Lizenz, der HSV nicht. Irgendwann im Juli 2014 (neue Saison) hatte der HSV dann auch die Lizenz und der HBW sollte absteigen. Daraufhin hat der HBW vor einem ordentlichen, zivilen Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, weil der HBW Planungssicherheit brauchte (Verträge Spieler und Sponsoren) und der HBW (weil HBW Lizenz/der HSV nicht) formal und faktisch mit seiner Lizenz am 01.07. in der ersten Liga war (weil der HSV zum 01.07. keine Lizenz hatte).

    Nein, das ist falsch. Der HSV hat am 25.06.2014 die Lizenz mit Bedingungen und Auflagen erhalten (https://www.liquimoly-hbl.de/de/n/a/2014/sc…edingungen----/). Die einstweilige Verfügung kam daraufhin noch im Juni 2014. Mit deiner Argumentation zum 1.7. wäre dem Antrag auf einstweilige Verfügung von Balingen und Saarlouis nicht stattgegeben worden. Das Ergebnis ist bekannt.

    Sollte der HSV über juristische Feinheiten durch das Schiedsgericht die Lizenz doch noch bekommen, sehe ich wenig Chancen für den BHC, sofern das Urteil spätestens am 30.06. feststeht

    Das sehe ich anders und die Geschäftsführung sieht es ganz offensichtlich auch anders

    (Zur Lizenzierungssituation des HSV möchte Jörg Föste nichts mehr ergänzen, doch der BHC-Geschäftsführer stellt klar: „Wir gehen nun fest davon aus, dass wir im nächsten Jahr bei Fixierung des 17. Platzes in der 1. Bundesliga spielen.“ Genau so läuft nun auch die Personalplanung.)

    Eigentlich müsste man das in Balingen auch wissen. ;)

    Also von offizieller Seite ist in deinen Ausführungen nichts enthalten?

    Dass man gegen die Entscheidung an sich nicht klagen kann, sondern nur gegen die Erteilung der Bedingung an sich, hat Hamburg doch sogar in der eigenen Pressemitteilung geschrieben… Darauf zielte auch meine Frage ab, wie sie da bitte argumentieren wollen, wenn sie ja selber eine Liquiditätslücke errechnet haben und dafür dringend siebenstellige Beträge brauchten.