Ich habe die beiden Threads hier im Forum jetzt mit großem Interesse verfolgt und auch wenn ich zu verstehen glaube was das Problem der sich hier äußernden Fans ist, frage ich mich bis zu einem gewissen Maße schon, ob man sich damit nicht Luxusprobleme schafft bzw. schlicht eines hat.
Wenn ich das sportlich betrachte, hat Magdeburg 2015 die erfolgreichste Ligasaison seit Jahren gespielt. 2016 haben sie den Pokal gewonnen, den ersten Titel nach 9 Jahren und den ersten nationalen Titel nach 14 Jahren. Dieses Jahr haben sie eine realistische Aussicht auf den Titel im EHF-Pokal und können in der Liga den fünften Platz machen. Letzteres wäre angesichts der Stärke der "großen 3" und Berlins diese Saison ein großer Erfolg.
Was ich damit sagen will, ist das es mit Magdeburg aufwärts zu gehen scheint, denn all diese Sachen hat man einige Jahre nicht erreichen können. Ich frage mich daher schon was der Sinn dieses jetzigen Konfliktes ist und damit will ich mich wirklich nicht drüber lustig machen.
Das gibt wahrscheinlich sehr treffend die Wahrnehmung des Clubs aus der Ferne wieder. Um die Themen besser greifen zu können wäre
wahrscheinlich ein „deep dive“ in die Niederungen der Magdeburger Handball Landschaft nötig. Forentrolle sind nach meinem Verständnis zumeist Fans, die sich nicht nur oberflächlich mit dem Ihrem Verein auseinandersetzen sondern auch das gesamte Drumherum im Blick haben. Dazu war die Altersstruktur der aktiven Mitglieder im SCM Forum eher so gelagert, dass die Foristen aus eigener Erfahrung Vergleiche zu den „guten alten
Zeiten“ bis hin zur Vorwendezeit anstellen konnten. Und da geht es aus meiner Sicht bereits los. Viele können sich mit der „neuen modernen“ Vereinskultur unter Schmedt nicht anfreunden und werfen dem Verein vor, seine Seele verloren zu haben. Der Verein strahlt für die Kritiker eine kühle Bankatmosphäre aus. Befeuert wird diese Wahrnehmung beispielsweise durch den Umgang mit altgedientem Personal unterschiedlichster Ebenen. Ehemalige Spitzenspieler und H.o.F. Mitglieder äußern sich in die gleiche Richtung. Nicht zu vergessen hier die persönlichen Kontakte einiger Foristen in verschiedenste Richtungen (sowohl im Verein als auch z.B. zur Presse, Sponsorenumfeld etc.), aus denen auch Futter gespeist wird. Hinzu kommt eine zumindest diskutable Personalpolitik in dieser Zeit. Wir haben unter Schmedt bereits den vierten Trainer. Mit Zweien wurde vorzeitig verlängert, was den Verein im Nachhinein unheimlich viel Geld gekostet hat. War die erste Verlängerung noch nachvollziehbar bzw. als im Nachhinein falsch abhandelbar, ist die Wiederholung des Fehlers massiv übel aufgestoßen. Die Halbwertzeit von Spielern , die zu uns kommen, wird gefühlt immer kürzer und die Zahl der Spieler, die sich bei uns gefühlt zurück entwickeln gleichzeitig größer – ELH, FL lassen grüßen. Der Nachwuchs, für den der Club über Jahrzehnte hinweg gepriesen wurde, liegt am Boden. Mit Beginn der kommenden Season haben wir mit Musche und Quenstedt noch genau zwei deutsche Spieler unter der ersten 14. Saul lasse ich da mal raus – der bekommt eh keine Chance mehr. Schmedt war vor seiner Zeit als GF als Manager der Youngsters tätig, kannte die Struktur und Arbeit in dem Bereich also gut. Auf Grund seiner Neuausrichtung mit Fokus auf die Profimannschaft wird ihm der Niedergang bei den Youngsters mit angelastet. Viele ehemalige SCM-Talente spielen mittlerweile in anderen Bundeliga-Vereinen in teilweise tragenden
Rollen. Und selbst die sportliche Bilanz der vergangenen Jahre liest sich mit den Plätzen 7/6/7/7/4/8 eher nach sportlicher Stagnation – aufgehübscht von temporären Lichtblicken; von der Stagnation im spielerischen Bereich einmal ganz zu schweigen. Viele der Siege in der Hinserie waren übel anzusehen. Der Pokalsieg war toll ohne Frage – dafür haben aber genau zwei klasse Spiele ausgereicht (1/4F gegen FAG und eben das Finale). Selbst das HF war schlimm und wir haben uns mit extrem viel Glück gegen den BHC überhaupt in die Verlängerung gerettet. Die Season mit Platz 8 ( der am letzten Spieltag von Platz 10 kommend erkämpft wurde) sagte da aber mehr aus und relativiert eben auch den 4. Platz der Vorsaison, wo für uns (neben einer beeindruckenden Siegesserie von ich glaube 12 ungeschlagenen Spielen) viele glückliche Umstände zusammengekommen sind. Die Entwicklung der letzten Wochen ist tatsächlich leicht positiv, aber solche Phasen gab es in den letzten Jahren immer wieder, wo eine Nachhaltigkeit ausgeblieben ist. Ich könnte jetzt noch den Themenbereich Außendarstellung/Kommunikation aufmachen, aber vielleicht reicht das erste einmal. Mir ist auch klar, dass einige Punkte absolute Nebenkriegsschauplätze sind, die aber wegen der grundsätzlichen Probleme, die es im Forum mit der Vereinskultur gibt, immer wieder gespielt werden. Der Club könnte wahrscheinlich Serienmeister werden – die Kritik würde nie ganz verstummen.