Großes Doppelinterview mit Kettemann und Roggisch im MM heute, mit durchaus kritischen Fragen, auch zum Thema "Umbruch" ;-).
Einige Aussage von Roggisch:
Es ist klar, dass wir von diesem sechsten Platz wegkommen und besser spielen wollen. Ich bin auch überzeugt davon, dass uns das gelingt. Wir können am Ende der Saison im EHF-Pokal übrigens immer noch einen Titel holen, was dann auch nicht so schlecht wäre.
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Wenn etwas schlecht läuft, stehen alle in der Verantwortung und haben ihren Anteil. Das gilt dann für den Trainer, für die Spieler, für Jenni und für mich.
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Ich bin dafür verantwortlich, dass die Neuzugänge passen und dass wir langfristig planen. Diese Schnellschüsse und Übergangslösungen (Momir Rnic, Kristian Bliznac: Anmerkung der Redaktion), die es in der Vergangenheit gab, wird es nicht mehr geben.
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Wir saßen auch schon mit Sander Sagosen zusammen am Tisch. Das ist ein Spieler, der jede Mannschaft besser macht. Aber da stoßen wir in finanzielle Dimensionen vor, die für Kiel machbar sind und für uns nicht.
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Ich glaube, dass unsere Neuzugänge uns künftig mehr helfen als Gedeón und Mads. Bei der Entwicklung eines Teams sollte man immer auch die Altersstruktur beachten. Und wir wollen unsere Mannschaft verjüngen.
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Definitiv bekommen wir jetzt noch einen Spieler, der uns verstärken wird. Ich arbeite mit Martin Schwalb gemeinsam an einer Lösung. Wir werden nicht mit nur drei Rechtshändern im Rückraum in die neue Saison gehen.
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Albin Lagergren kann auch auf der Mitte spielen. Es mit einem Linkshänder als Spielmacher zu probieren, finde ich attraktiv. Völlig unabhängig davon, dass Andy Schmid Entlastung braucht.
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Die Zukunft auf dieser Position sieht eher so aus, dass wir da versuchen, Lösungen mit Lagergren und Lagarde zu finden.
(Quelle: Mannheimer Morgen, 29.2.20)
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Danke für die Zusammenfassung. Habe mir jetzt nochmal kurz das ganze Interview durchgelesen und sehe meine Befürchtungen bestätigt. Es gibt kein Konzept für einen Umbruch bzw. mindestens keines, das öffentlich kommuniziert würde 
Aber es kann auch spannend sein, Spieler zu entwickeln, die nicht jeder auf dem Zettel hat. Wie wir zum Beispiel mit Niclas Kirkeløkke. Einen Sagosen zu entdecken, ist hingegen nicht so schwierig.
Einen Sagosen in Paris zu entdecken ist nicht schwierig, stimmt. Aber einen Sagosen zu entdecken, bevor er nach Aalborg gewechselt ist, das wäre doch mal ein Ansatz. Nein? Aber gut Sagosens wachsen nicht auf Bäumen und man kann auch nicht jeden kriegen. Aber wie wäre es zB mit einem Gøran Johannessen gewesen? Und sich mit der Entdeckung von Kirkeløkke zu schmücken, der zu dieser Zeit in der Nationalmannschaft bereits von Jacobsen trainiert wurde und vor seiner Verletzung schon auf dem Sprung zur Nr. 1 auf Halbrechts war, halte ich ebenfalls für ziemlich gewagt
Ich glaube, dass unsere Neuzugänge uns künftig mehr helfen als Gedeón und Mads.
Aber leider wissen wir noch nicht im Ansatz, wer als Nachfolger von Mads kommen wird.
Lagergren KANN auch auf der Mitte spielen.
Ja, er kann da sicherlich aushelfen, aber er ist kein Mittelmann.
Die Zukunft auf dieser Position sieht eher so aus, dass wir da versuchen, Lösungen mit Lagergren und Lagarde zu finden.
Und Lagarde ist ebenfalls kein Mittelmann.
In meinen Augen macht es keinen Sinn, einen zweiten klassischen Spielmacher zu holen und ihn vielleicht schon als eine Art Nachfolger aufzubauen. Man wird ihn immer mit Andy vergleichen.
Schmid ist kein klassischer Spielmacher, sondern ein Spieler, der in nahezu JEDEM Angriff, den Ball als letztes oder vorletztes in der Hand hat. Er ist u.a. Haupttorschütze aus dem Rückraum, was schlicht ein Widerspruch zur Bezeichnung "klassischer Spielmacher" ist. Es GIBT diesen Spielertyp nicht im derzeitigen Kader.
Wenn man eine Meistermannschaft zusammen hat, muss man versuchen, die meisten Leistungsträger zu behalten.
Wir HABEN seit geraumer Zeit keine Meistermannschaft mehr, sondern nur eine EHEMALIGE Meistermannschaft. Das ist ein Unterschied.
Wir haben mit Andy Schmid, Alexander Petersson und Patrick Groetzki verlängert. Und ich habe nicht den Eindruck, dass da bei einem die Leistungskurve steil nach unten geht.
In der Spitze kommt es auf Kleinigkeiten an. Man braucht dafür keine Leistungskurve, die steil nach unten zeigt. Wenn jeder nur 5% an Leistungsvermögen einbüßt, wird man Spiele, die man zuvor noch mit einem Tor gewonnen hat, künftig mit einem Tor verlieren. Und genau das sehen wir seit 2 Jahren.
etc. etc. etc.
Der Punkt ist, es gibt keinen Umbruch und einer der Gründe hierfür ist, dass Roggisch viel zu nah an der Mannschaft dran ist, um einen derartigen Umbruch einzuleiten.
Wenn man doch wenigstens sagen würde: Wir hängen an unseren verdienten Ex-Meistern und wollen so lange wie nur irgenwie möglich an ihnen festhalten. Es ist nicht mehr unser Anspruch Meisterschaften zu gewinnen, sondern wir wollen einfach noch ein bisschen mitmischen. Danach sehen wir weiter!
Das wäre dann wenigstens ehrlich und aus romantischen Gründen vielleicht sogar irgendwie nachvollziehbar. Aber so? Mir jedenfalls gefällt das nicht 