So. Nachdem ich jetzt eine Nacht über das Spiel geschlafen habe, sehe ich Dinge schon wieder sehr viel gelassener 
Durch den Sieg Dänemarks ist die Situation in der Gruppe tatsächlich so, dass diese höchst durchwachsene Vorrunde keinerlei punktebezogene Spuren im Bezug auf die HF-Chancen hinterlassen hat. Noch besser wäre es natürlich gewesen, wenn Montenegro auch noch gewonnen hätte, aber andererseits wäre das wohl zuviel des Guten gewesen
Die Mannschaft sollte es schaffen daran zu wachsen, dass sie trotz wenig überzeugender Leistungen, noch immer ohne Niederlage ist. Das ist ein Wert an sich. Wenn sie es jetzt in der Folge hinkriegen, im Spiel gegen die Tschechen auch in der Offensive ein wenig nachzulegen, dann haben sie in den letzten beiden Spielen alle Chancen. Es war so oder so nötig, Spanien und Dänemark zu schlagen, wenn man sicher ins Halbfinale einziehen will.
Ich bin auch weiterhin optimistisch, dass Prokop die richtigen Schlüsse zieht. Über die Einsatzzeit von Janke, möchte ich eigentlich nicht viel Worte verlieren und im Grunde genommen spielt er auch absolut im Rahmen seiner derzeitigen Möglichkeiten. Er ist also das kleinste Problem. Schwerer wiegt es aus meiner Sicht, dass es noch nicht gelungen ist, Kühn ins Rollen zu bringen. Das liegt einerseits natürlich vor allem an diesem selbst, aber sicherlich auch daran mit welchen Aufgaben er ins Spiel geschickt wurde. Wenn man ihn als hauptverantwortlichen "Entscheidungsträger" in Überzahlsituationen auf die Platte schickt (quasi im Kaltstart Modus), dann ist er damit derzeit offensichtlich noch überfordert.
MiniMe hat das gestern wie ich finde sehr treffend beschrieben. Wenn Kühn (und auch Fäth) ihre Chancen aus dem Andribbeln heraus selbst kreieren müssen, spielen sie vereinfacht gesagt außerhalb ihrer Komfortzone. Beiden tut es besser, wenn sie mit Schwung gegen eine Abwehr in Position gebracht werden, deren Grundaufstellung durch einige Wechsel und/oder Übergänge bereits in eine gewisse Unordnung gebracht wurde. Stichwort:Gegenbewegung.
Die Jungs können das und wenn sie eines geschafft haben, dann ist es, dass sie ihre Favoritenstellung erst mal ein wenig eingebüßt haben. Ich denke, das wird der Mannschaft ebenfalls gut tun, da es möglicherweise die Verunsicherung, die aus diesem (Favoriten)druck entstanden war, ein wenig aufheben wird.
Eines noch zum Abschluss. Ich bin ja ein Frischling in diesem Forum, aber ich bin ganz sicherlich kein Frischling im WorldWideWeb und erst recht kein Frischling im Handball. Ein Diskussionsforum dient der Diskussion, das sehe ich doch richtig, oder?
Aus diesem Grund kann ich mich nur wundern, welche Ausbrüche hier teilweise stattfinden ( stocri, Celje 2002). Und TGR: Nein, ich war noch nie Nationaltrainer, Bundesliga habe ich auch nicht gespielt und eine Oberligamannschaft habe ich auch noch nicht trainiert. Aber was heißt das denn eigentlich? Heißt das, dass ich keine fundierte Meinung haben kann? Ich bin seit über 40 Jahren im Handball, in unterschiedlichster Funktion. Als Spieler habe ich 3. Liga gespielt, als Übungsleiter habe ich mich (erfolgreich) um Nachwuchsspieler gekümmert? Darf ich eine Meinung haben, sag es mir?
Ich sage dir was ich denke. JEDER, der hier schreibt, darf eine Meinung haben und diese auch äußern. Egal ob er 1. Liga oder Bezirksliga gespielt hat, egal ob er Trainer ist, oder einfach nur Fan, der noch niemals die Pille erfolgreich auf die Kiste geworfen hat.
Nochmal, wir sind hier auf einem Diskussionsforum zum Thema Handball. Aktuell läuft die Europameisterschaft. Es ist der Sport, den wir alle, die hier versammelt sind, lieben. Sollen wir aufhören, darüber zu sprechen? Ist es Kritik am Leipziger Handball oder gar an Ostdeutschland, wenn man die späte Nominierung von Roschek/Janke oder das taktische Konzept von Prokop kritisch sieht?
Wenn das so ist, dann sollte man dieses Forum zumachen - oder noch besser, sich ein anderes Hobby suchen.
Ich für meinen Teil halte das allerdings für eine schlechte Idee.
Und jetzt: Go for the Semi-Finals!