Eigentlich wollte ich zu diesem ganzen Thema ja überhaupt nichts mehr schreiben, da seit Tagen sowieso keine neuen Aspekte mehr zum tragen kommen, aber da es aktuell kein anderes Thema mit vergleichbarer Brisanz zu geben scheint, gibt es jetzt auch meinen Senf in diese bereits reichlich versalzene Soße 
Ich kannte Prokop eigentlich nur durch die Handschrift, die er in Leipzig gezeigt bzw. hinterlassen hatte. Und das war aller Ehren wert. Ein Team zu formen, das besser spielt, als die Summe seiner einzelnen Spieler, besser geht es eigentlich nicht. Dementsprechend positiv war meine Haltung.
Dann die Nominierungen. Überraschend und mutig, um es vorsichtig auszudrücken. Meine Haltung war: Ich kann sehen oder ahne wenigstens, wo er damit hin will. Spannend. Mal gucken, ob das gut geht. Und während des ersten Spiels gab es auch keinerlei Hinweise, dass die Sache schief gehen könnte. Aber. Genau. War auch nur Montenegro.
Slowenien Spiel. Holpriger Start. Na ja, kommt vor. Aber was ist das, schon wieder ein neuer Mittelblock und schon wieder und jetzt auch noch Roschek und Kühn im Zentrum? Das wirkte sehr hektisch und aktionistisch. Das nächste waren die Timeouts. Aus meiner Sicht, war die Unruhe von Prokop deutlich wahrzunehmen. So ein bisschen das Gegenteil von Dagur, dessen klare Ansagen der Mannschaft immer Ruhe zu vermitteln schienen. Das habe ich auch früh im entsprechenden Thread geschrieben.
Das Spiel lief wie es lief, also bestenfalls sehr durchwachsen, mit einem höchst glücklichen Ausgang. Nach dem Spiel: Lemke für Roschek. Die Einsicht, so habe ich das verstanden, dass die offensive 6-0 nicht zur Mannschaft oder den einzelnen Spielern passt. Vor dieser Entscheidung hatte ich die absolute Hochachtung. Fehleranalyse - Korrektur! Vielleicht mal Fäth ins Rollen bringen. So muss es sein.
War aber nicht so. Die Verunsicherung von Trainer und Spielern wuchs von Spiel zu Spiel. Das war unübersehbar. Die Timeouts liefen schlecht. Exemplarisch sei dabei nur die letzte Aktion im Montenegro Spiel genannt.
Außerdem, ständiges Herumwechseln im Angriff. Kühn als Entscheidungsträger im Überzahlspiel (also außerhalb seiner Stärken) eingesetzt. Ein Fiasko. Dann wieder runter. Fäth erstmal gar nicht. Dann doch wieder.
Jeder konnte sehen, dass da was nicht funktioniert. Die Mannschaft spielte schlechter als die Summe ihrer Einzelspieler (von vereinzelten Lichtblicken abgesehen gg. Dänemark oder 1. Hz gegen Spanien). Kein Offensivspieler erreichte über das Gesamtturnier betrachtet, auch nur annähernd, seine normale Leistungsfähigkeit.
Und genau das ist jetzt zu analysieren. Wenn eine Mannschaft erfolgreich spielt gibt es Lob für den Trainer, wenn sie es nicht tut gibt es den Tadel. Punkt. Das ist völlig normal und auch gut so.
Ich habe lediglich gesehen, dass es auf der Platte nicht funktioniert. Natürlich habe ich auch Ideen, was man hätte anders machen sollen, aber was sind diese Ideen wert? Nicht viel. Denn ich war nicht dabei. Bei keinem Training. Bei keiner Spielvorbereitung. Bei keinem Einzelgespräch. Bei keiner Mannschaftssitzung.
Keiner von uns war dabei. Trotzdem werden hier Meinungen zu vermeintlichen Fakten aufgeblasen. Klare Lösungen trompetet. Verschwörungstheorien verbreitet und Schuldige benannt. So ein Kindergarten. Macht ihr das im Berufsleben genauso? Viel Spass dabei 
Ach so ja, jetzt gibt es natürlich auch noch meinen Lösungsvorschlag 
Das Trainerteam hat jetzt Zeitraum X frei, um eine klare Analyse des Turniers zu erstellen. Das Konzept wurde unter Realbedingungen getestet. Was war gut, was war schlecht, woran lag es jeweils (aus Sicht der Trainer) und mit welchen Maßnahmen will man das Team wieder auf die Spur bringen. CAPA 
Leider werden wir diese Analyse nie zu Gesicht bekommen. Schade eigentlich 
Wer aber ohne eine derartige Analyse Entscheidungen für die Zukunft trifft, ist ein Dummkopf. Und man kann von Bob ja halten, was man will - ein Dummkopf ist nicht 